Neuer Chorleiter gesucht Shanty-Chor aus Hagen singt auch auf polnisch

Landratten bei der Probe: Alle 14 Tage trifft sich der Shanty-Chor der KAB St. Martinus im Pfarrheim. Foto: David EbenerLandratten bei der Probe: Alle 14 Tage trifft sich der Shanty-Chor der KAB St. Martinus im Pfarrheim. Foto: David Ebener

Hagen. 1989 wurde der Shanty Chor der KAB Hagen gegründet. Die Männer singen allerdings nicht nur auf englisch und plattdeutsch, sondern auch auf polnisch.

Hagen. Lust am Singen und eine Prise Seefahrerromantik motivierten im Jahr 1989 ein paar Landratten, einen Chor zu gründen. „Zum Pfarrfest hatte der Gemeinderat die Parole ausgegeben: Alle tragen mit zum Gelingen des Festes bei“, erinnert sich Werner Hehemann. Mit ein paar Freunden gründete er kurzerhand den Shanty Chor der KAB Hagen. Heute hat der Chor 27 Mitglieder, inklusive einer Akkordeonspielerin, einem Mundharmonikaspieler und zwei Gitarristen.

Schon drei Auftritte in Barczewo

Bei der Probe schallen einem auch fremde Sprachen entgegen, denn neben englischen und plattdeutschen Liedern hat sich der Chor auch fünf Songs auf Polnisch angeeignet: „Wir sind schon dreimal in Barczewo gewesen. Das ist die polnische Partnergemeinde von Hagen. Mit dem dortigen Chor pflegen wir einen Austausch“, sagt Hehemann. Und als Geste der Verständigung haben die Hagener polnische Lieder einstudiert. „Ich habe jedes einzelne Wort im Text seziert und lautmalerisch vermittelt“, beschreibt Chorleiter Fritz Weber seine Vorbereitungsarbeit. Jedem Mitglied habe er eine Übungskassette mit dem Text angefertigt. Der Erfolg blieb nicht aus, die Zuhörer in Barczewo waren ganz angetan. „Musik verbindet immer noch am besten, wenn man die Sprache eines Gastlandes nicht versteht“, sind sich die Männer einig. Dann schmettern sie ein zünftiges deutsches Seemannslied, das auch als Gorch-Fock-Lied bezeichnet wird: „Weiß ist das Schiff das wir lieben…“ Wenn man die Mitglieder nach ihren Hobbys fragt, stellt sich heraus, dass sich nur zwei aktive Segler unter den Shantyfans befinden. Alle anderen sind Festlandnautiker, die sich dafür umso mehr für Seemannslieder begeistern.

Nachfolger für Fritz Weber gesucht

Was den Sängern Kopfschmerzen bereitet, ist eine Personalfrage: Weil Chorleiter Fritz Weber bereits 84 Jahre alt ist, geht er in diesem Jahr in den wohlverdienten Ruhestand. Aber wer soll dann das Dirigat übernehmen? „Wir suchen einen Chorleiter, der sich genauso für Shantys interessiert wie wir“, sagen die Sänger. 75 Lieder haben sie im Repertoire, für die Weber intensive Vorarbeit geleistet hat. Darunter sind sogar einige Weihnachtslieder und das „Ave Maria“ von Franz Schubert: „Wir treten einmal im Monat in der Schüchtermannsklinik in Bad Rothenfelde auf. Die Patienten und Gäste lieben es, wenn wir in der Adventszeit nicht nur Shantys, sondern auch mal etwas Stimmungsvolles oder Geistliches singen“, sagt Hehemann.

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