Thema „Gut wirtschaften“ KAB stellt in Hagen Forderungen an sich und andere


Hagen. Knapp 30 Mitglieder der KAB trafen sich jetzt im Pfarrheim von St. Martinus, um über das Thema „Gut wirtschaften“ zu sprechen. Am Ende  des Treffens hatten die Frauen und Männer für die Themenbereiche Steuer-Ungerechtigkeit, multinationale Konzerne und Massentierhaltung Forderungen an die Wirtschaft, die Politik und die KAB erarbeitet.

Als Fachmann leitete der KAB-Sekretär Andreas Lutter-Bensmann gemeinsam mit Klaus Mendrina durch den Abend. Der Einstieg war sehr praxisorientiert: Die KABler aus Hagen, Glandorf, Bad Laer und Osnabrück erarbeiteten, was für sie „gutes Wirtschaften“ bedeutet. Aufgelistet wurde unter anderem: Mit dem Einkommen auskommen, einen Finanzplan aufstellen, Prioritäten auf die Grundbedürfnisse legen und Rücklagen schaffen, oder auch „Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Werten – nicht nur kaufen, wo es am billigsten ist“.

Als Nächstes erstellte die Gruppe eine Liste mit ökologischen, sozialen oder ökonomischen Probleme, die gelöst werden müssten, bevor sie per Abstimmung drei auswählte, um dafür Lösungsansätze und Forderungen für Verbesserungen zu erarbeiten. Dies waren: Steuerungerechtigkeit, multinationale Konzerne und Massentierhaltung. Beim Thema Steuergerechtigkeit lauteten die Forderungen an die Politik: Eine übersichtlichere Steuergesetzgebung, Ausnahmen abschaffen und  Gesetze EU-weit harmonisieren. Die Wirtschaft solle die Steuern bezahlen, wo sie die Infrastruktur nutze, und die KAB solle sich beim Thema einmischen und Wahlprüfsteine an die Abgeordneten schicken.

Diese Forderungen überschnitten sich teilweise mit denen an die Politik beim Thema „multinationale Konzerne“. Sie lauteten: Schaffung von internationalen Steuerstrukturen und Steuern zahlen, wo sie anfallen. Außerdem forderten KABler von der Wirtschaft die Einhaltung der internationalen Arbeits- und Sozialstandards (ILO-Normen), und dass diese auf eine Einflussnahme auf nationale Gesetzgebungen verzichte. Die KABler selbst sollten gegen das Freihandelsabkommen TTIP kämpfen und sich informieren, um ein Problembewusstsein aufbauen zu können.

Was die Massentierhaltung anging, wurde von den Politikern gefordert, falsche Anreize durch Subventionen abzuschaffen, während Bauern, auf eine artgerechtere Haltung setzen und im Umgang mit Medikamenten und Pestiziden verantwortungsvoll umgehen sollten. KABler wiederum sollten Bio-Produkte, Saisonware und regionale Produkte vor Ort kaufen.

In seinem Schlusswort forderte Lutter-Bensmann die KABler außerdem dazu auf, in ihren eigenen Ortsverbänden selbst eigene Forderungen aufzustellen und diese an einer symbolischen Haltestelle gut sichtbar zu präsentieren. Ziel der KAB sei es, im Sommer deutschlandweit möglichst viele solcher Haltestellen im öffentlichen Raum aufzustellen, um so auf bestehende Probleme hinzuweisen.


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