Freude an historischen Modellen Hermann Rutsch organisiert Hagener Oldtimerausfahrt

Meine Nachrichten

Um das Thema Hagen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Solange die Oldtimer wegen des Wetters noch in der Garage bleiben müssen, kümmert sich Hermann Rutsch um seine Modellauto-Sammlung. Foto: Horst TroizaSolange die Oldtimer wegen des Wetters noch in der Garage bleiben müssen, kümmert sich Hermann Rutsch um seine Modellauto-Sammlung. Foto: Horst Troiza

Hagen. Die Oldtimerfreunde Hagen sind ein kleiner Verein, aber nicht unbedeutend. Einmal im Jahr wird von ihnen die große Oldtimerausfahrt veranstaltet, an der mehr als 100 Fahrer teilnehmen und die für viele Zuschauer ein echter Hingucker ist. Hermann Rutsch leitet den seit November vergangenen Jahres eingetragenen Verein.

Nein, man muss kein Benzin in den Adern haben, um ein Oldtimerfreund sein zu können. Was zählt, ist die Freude an einer Ausfahrt mit einem Automodell, dessen Fabrikationsbänder schon seit Jahren stillstehen. Zeitgeistiges ist nichts für Oldtimerfreunde, sie sind Liebhaber von Auto-„Kurven“, die jedem modernen Luftwiderstands-Protagonisten das Entsetzen ins Gesicht treiben. Dem Dogma von der „Form folgt der Funktion“ unterwerfen sie sich auch nur bedingt. Zwölfzylinder aus dem Werk in Untertürkheim, Speedster aus Zuffenhausen – bei den Oldtimerfreunden geht es um Design, Motorentechnik und um den Spaß, auch einmal ein Auto zu steuern, das vielleicht nicht über Servolenkung oder einen Tempomat verfügt.

„Ich möchte schon behaupten, dass wir mit unseren jährlichen Ausfahrten etwas zum Image der Gemeinde beisteuern“, sagt der 63-Jährige. Er hat Ende des vergangenen Jahres den Vorsitz übernommen, als sich die bis dahin als private Gemeinschaft zusammengeschlossene Gruppe als Verein gründete. Bis dahin lenkte Eberhard Meyer die Geschicke der Oldtimerfreunde, war aber aus gesundheitlichen Gründen nicht für dieses Amt angetreten.

Als früherer Geschäftsführer einer Firma im Ostwestfälischen versteht der studierte Ingenieur etwas von Organisation. „Das hilft bei der Vereinsarbeit, die zum Teil auch daraus besteht, die Tour und Streckenführung der jährlichen Ausfahrt zu planen.“ Der letzten hatten sich mehr als 100 Fahrer angeschlossen, die von Schaulustigen entlang der Strecke mit Beifall bedacht und sicherlich auch ein wenig beneidet wurden.

Gegenwärtig zählt der Verein der Oldtimerfreunde 16 Mitglieder. Überschaubar und ausreichend findet Rutsch, der das Wort Vorsitzender überhaupt nicht mag. „Wenn Aufgaben anstehen oder Arbeit zu erledigen ist, helfen alle mit. Da gibt es keinen Vorsitzenden.“ Einmal pro Monat treffen sie sich zum Stammtisch im Landhotel Buller, wo Veranstaltungen vorbereitet werden und immer Zeit für einige Fachsimpeleien übrig ist.

„Ich lebe gern in Hagen, deshalb möchte ich etwas für den Ort tun“, ist Rutschs Motiv für die Übernahme des Amtes. Und auch für sein Engagement für die Einrichtung einer Waldorf-Schule in Lienen. Selbst ehemaliger Waldorf-Schulen-Absolvent möchte er „etwas davon zurückgeben, was mir vom Leben gegeben wurde.“

Gegenwärtig beschäftigt ihn der Plan, eine Ausfahrt mit Oldtimern nach Sögel und ins Emsland nach Papenburg zu organisieren. Teilnehmen sollen Porschemodelle, 356er, 911er und 912er, einzige Einschränkung: „Es sollen Luftgekühlte sein.“ Bis dahin und bis das Wetter wieder angenehmer wird, bleiben die historischen Fahrzeuge noch in der Garage. Aber Langeweile kommt bei den Oldtimerfreunden trotzdem nicht auf. Viele von ihnen, auch Hermann Rutsch, sammeln Modellautos – die haben immer Saison.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN