Von Pop bis Paganini Gymnasium Oesede überzeugt: konzertierte Leistung in Hagen

Von Frank Muscheid

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Hagen/Georgsmarienhütte. Mit einer überzeugenden Leistung haben sich Orchester, Bands und Chöre des Gymnasiums Oesede aus den Probetagen im Jugendgästehaus Münster zurückgemeldet. 400 Familienangehörige und Neugierige waren am Mittwochabend in der Ehemaligen Kirche Hagen aus dem Häuschen. Big Band und Impro-Band folgen am 23. März im Gymnasium.

Die Leitung des Mammutprojekts geteilt haben sich die Musiklehrerinnen Frauke Cordes (Orchester), Saskia Finger (Chor und Chorband Stufe 7 und 8), Barbara Hülse (Chor Stufe 5 und 6), Nina Witte (Chor und Chorband Stufe 9 bis 12) und Lehramtspraktikantin Luna Kahrmann, die Bruce Springsteens „Dancing in the Dark“ dirigierte. Der Chor 9 bis 12 und die Solistinnen Sonja Bartelt, Danah Schönhals, Larissa Rolf und Juliana Ungefug meisterten den Song gefühlvoll.

Klarer Höhepunkt: Die „Misa criolla“ von Ariel Ramirez, besinnlich und doch mit lateinamerikanischem „Drive“ im „Gloria“. Solist Jiri Urban, Austauschschüler aus Tschechien, Marla Gründel und Robin Volk an den Soloinstrumenten, alle Chöre und Orchester verdienten den tosenden Applaus. Auch für die Einzelleistungen wie zum Einzug mit dem Kanon „Chi ci separera“ und dem anschließenden George-Ezra-Hit „Budapest“ mit den Chören Stufe 5 und 6 sowie 7 und 8 samt Chorband.

Schmelz-Pop zum Mitgehen brachte der Chor der Stufen 5 und 6 mit der Chorband 9 bis 12 etwa mit „People Help the People“ von Simon Aldred und „All I Have to Do Is Dream“ von Boudleaux Bryant. Komplexer arrangiert, wagten sich die Chöre der 7 und 8 samt Band mit den Solistinnen Emilia Frankenberg, Luana Niemann, Lilly Dreier, Luise Baumgarten und Malina Geselbracht locker und erfolgreich an Gute-Laune-Klassiker wie Mungo Jerrys „In the Summertime“ oder „Do Wah Diddy“ in der Version von Manfred Mann.

Was für ein Sprung von Pop zu Klassik der Hausnummer Paganini. Sich an die „Moses-Variationen“ des Teufelsgeigers heranzuwagen, damit lassen sich selbst Musikschulen Zeit. Dass bei den großartigen Ansätzen von Orchester und Cello-Solistin Sophie Rees nicht jede Note perfekt saß, war angesichts des Schwierigkeitsgrades und der überschaubaren Probenzeit fast abzusehen. Aber noch mal: Respekt!

Unterm Strich bleibt ein sehr guter Eindruck, auch wenn dem Konzert angesichts von zwei Stunden Länge ein paar mehr Überraschungen und Experimente gutgetan hätten. Dass für das Drehmoment eines ganzen Chors noch Luft nach oben ist, zeigten zum Vergleich einige Sololeistungen wie die von Lea Korte in „I See Fire“, dem „Hobbit“-Hit von Ed Sheeran – einer der von Schulleiter Ulrich Schimke betonten Gänsehautmomente. Selbst „harte Kerle“ im Publikum sangen da mit. Auch „Your Song“ von Elton John mit den Solistinnen Nadine Witte und Anna-Lena Hintzke, immer mit Chor und Chorband der Stufen 9 bis 12, machten Spaß. Kraftvoll und symphonisch differenziert klangen „Hijo de la luna“ von Mecano und „Palladio“ von Karl Jenkins mit Orchester und Solistin Regina Sandkämper.

Unverzeihlich bleibt nur, ausgerechnet aus dem mit „Null-Bock“-Lebensgefühl vollgepumpten Grunge-Überhit der 90er einen schmusigen Melodienspender gemacht zu haben – so handwerklich klasse er auch vom Oberstufenchor und den Solistinnen Amelie Pohlmann, Lisa Schmitz und Julia Schönhoff gesungen war. So blieb von Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ nicht viel „teen spirit“.


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