Toller Ausklang des Advents Weihnachtskonzert des Männerchores Hagen für guten Zweck

Zum eindrucksvollen Finale des Weihnachtskonzerts fand sich neben dem Männerchor aus Hagen auch die Sangeskollegen aus Osnabrück-Gretesch auf der Bühne in der Ehemaligen Kirche in Hagen ein. Foto: Rolf HabbenZum eindrucksvollen Finale des Weihnachtskonzerts fand sich neben dem Männerchor aus Hagen auch die Sangeskollegen aus Osnabrück-Gretesch auf der Bühne in der Ehemaligen Kirche in Hagen ein. Foto: Rolf Habben

Hagen. Sie hatte sich im Laufe ihrer Geschichte als zu klein erwiesen, die Ehemalige Kirche in Hagen. Seit 1976 wird sie daher als Veranstaltungsort genutzt. Als zu klein schien sie angesichts des Besucherandrangs beinahe auch am letzten Adventssonntag zum Weihnachtskonzert des Männerchors Hagen. Das Kirchenschiff war bis zum letzten Platz gefüllt mit Menschen, die sich mit anspruchsvollem Chorgesang auf das Weihnachtfest einstimmen ließen.

Gemeinsam mit dem Männerchor Osnabrück-Gretesch gab der Traditionschor, der vor wenigen Wochen sein 125-jähriges Bestehen feierte, eine stimmgewaltige Vorstellung. In ebenso gekonnter, lockerer Moderation wie professioneller Leitung von Holger Dolkemeyer, der gleichzeitig als Dirigent und am Klavier agierte, spannte sich ein bunter musikalischer Bogen als internationaler Streifzug durch die Welt der Weihnachtslieder.

Den Auftakt mit eindrucksvoller Präsenz und Geschlossenheit im vielstimmigen Gesang machten die Männer aus Gretesch mit dem einfühlsam vorgetragenen „Gib uns, Herr, den Frieden“, nach einem russischen Kirchengesang, gefolgt von Johannes Schweitzers „Sancta Maria“. Wenn es Maria nicht gegeben hätte, gäbe es auch kein Weihnachtsfest, begründete Dolkemeyer humorig eingangs den Part. Auch der tschechische Choral „Trommellied“ wurde temperamentvoll und nuanciert dargebracht. Hierzulande ist er eher durch die griechische Sängerin Nana Mouskouri als Weihnachtslied bekannt. Zum Abschluss ließen die Gretescher „Weihnachten bin ich zu Haus“ nach der Melodie von „Macht hoch die Tür“ erklingen.

Mit den Mannen aus Hagen formierte sich anschließend ein großartig agierendes, homogenes Ensemble, das stimmliche Gipfel markierte und mit großem Engagement und viel Temperament selbst die schwierigen Chöre bravourös meisterte, was für beide Chöre galt. Beim „Weißen Winterwald“ konnte sich Dolkemeyer einen Hinweis auf den allenthalben festzustellenden Klimawandel nicht verkneifen.

Ganz ohne Beteiligung des Publikums wollte der Chorleiter allerdings auch nicht auskommen. So musste er dann auch nicht lange bitten, um das Auditorium wiederholt zum Mitsingen zu bewegen. Mit leichter Hand sorgte er für exakte Einsätze aus hundertfachem Widerhall. Als „klare Ansage an die Hirten, was zu tun sei“, kündigte der Chorleiter Josef Schnabels „Transeamus usque Bethlehem“ als den „Klassiker der Weihnachtsliteratur“ an. Engelbert Humperdincks „Abendsegen“ gegen Ende der Veranstaltung hätte, wie man vermuten durfte, die Aufforderung zum Abschiednehmen sein können, war es aber nicht. Mit dem gemeinsamen Auftritt beider Chöre als fulminantes Finale, an die Einhundert Mann stark, mit Hermann Ophovens „O du gnadenreiche Zeit“ sowie Hermann Sonnets gefühlvolle „Weihnachtsglocken“, nach der Melodie von „Süßer die Glocken nicht klingen“ setzte das Konzert zweifellos ein weiteres Glanzlicht. Dankbar angenommen wurde daher vom Auditorium als Zugabe „Kalender, Kalender, du bist ja schon so dünn“, bekannt aus der TV-Show „Der blaue Bock“ den späten sechziger Jahren (Dolkemeyer) sowie ein aus Südtirol intonierter „Advents-Jodler“.

Ovationen

Lang anhaltende Ovationen gaben einem bemerkenswerten Nachmittag den verdienten Schlussakkord.

Bei allem Frohsinn und aller Heiterkeit hatte die Veranstaltung aber auch einen ernsten Hintergrund, wie Vorsitzender Franz Morgret in seiner Begrüßung hervorhob. Da für das Konzert kein Eintrittsgeld erhoben werde, rief er die Besucher zu einer großzügigen Spende für die fünfjährige lebensgefährlich erkrankte Nikolinka M. aus Mazedonien auf. Das Kind erkrankte während ihres Besuchs bei ihrem Onkel in Rheine an Leukämie und liegt derzeit in der Uni-Klinik in Münster.


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