Jahresthema im Präventionsrat Hagen bereitet sich auf Flüchtlinge vor

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Im Aufnahmelager in Bramsche-Hesepe sind nach Informationen des Hagener Fachdienstleiters Ralf Zumstrull derzeit rund 950 Flüchtlinge untergebracht. Etwa zehn könnten noch in diesem Jahr nach Hagen kommen. Foto: dpaIm Aufnahmelager in Bramsche-Hesepe sind nach Informationen des Hagener Fachdienstleiters Ralf Zumstrull derzeit rund 950 Flüchtlinge untergebracht. Etwa zehn könnten noch in diesem Jahr nach Hagen kommen. Foto: dpa

Hagen. Die Gemeinde Hagen wird in den nächsten Wochen auf die weitere Zuweisung von Flüchtlingen reagieren müssen. Bis dahin muss die Frage nach deren Unterbringung geklärt sein und Maßnahmen zur Integration getroffen werden. Der Präventionsrat will diese Themen zu seinem Jahresthema 2015/16 machen.

Ein kurzer Vortrag von Ralf Zumstrull, Leiter des Fachdienstes Ordnung und Soziales, überzeugte die Angehörigen des Gremiums, das Thema zu dessen Sache zu machen. Demnach ist die Erhöhung der Zuweisungsquote vom Innenministerium bereits festgelegt und spätestens bis zum Weihnachtsfest mit der Ankunft weiterer Flüchtlinge in Hagen und andernorts zu rechnen. „Im Aufnahmelager in Hesepe leben derzeit 950 Personen , etwa 90 Prozent von ihnen sind alleinstehende Männer aus allen Teilen Afrikas“, so sein Informationsstand.

Im Sommer dieses Jahres habe die Gemeinde eine siebenköpfige Familie christlichen Glaubens aufgenommen, die sich sehr gut integriert habe. Die Zahl der Bewerber, die sich im laufenden Asylverfahren befinden, beträgt acht Personen. Sechs weitere sind abgelehnt, leben aber noch in der Gemeinde. Wie viele Neuzuweisungen es geben wird, konnte Zumstrull nicht darstellen, denkbar wäre aber eine Zahl höher als zehn.

Geglückte Integration

In der Vergangenheit ist nach Zumstrulls Worten die Aufnahme von Flüchtlingen im Ort dank der Hilfe vieler Bürger und Gruppierungen gut verlaufen. Nicht selten kommt es dabei zu spontanen Hilfsaktionen. „Kürzlich benötigten die beiden Mädchen der syrischen Familie zwei Fahrräder. Wir haben die Sache schnell und unbürokratisch lösen können“, nennt er ein Beispiel. Nicht so leicht sei dagegen die Beschaffung von geeignetem Wohnraum. Wie Zumstrull von Bürgermeister Peter Gausmann wusste, befindet sich die Gemeinde gegenwärtig in Verhandlungen mit zwei potenziellen Vermietern. „Wir haben zwei Möglichkeiten, mit der neuen Situation umzugehen: Entweder wir warten ab, was passieren wird, oder wir reagieren bereits jetzt“, fasste es der Fachdienstleiter Soziales zusammen.

Nach kurzer Diskussion entschieden sich die Angehörigen für die Flüchtlingshilfe als Jahresthema. Beschlossen wurde, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die Ideen für Konzepte entwickelt, wie etwa Wohnungen, Möbel und weitere Ausstattungsgegenstände schnell und zielgerichtet zur Verfügung gestellt werden können. Ihr gehören neben Zumstrull die beiden Jugendpfleger Tanja Günther und Sven Benkendorf sowie der Leiter der Grundschule St. Martin, Martin Hobelmann, an, weitere können folgen. Sven Benkendorf machte darauf aufmerksam, dass bedürftige einheimische Bürger ebenfalls in dieses Konzept einbezogen werden sollten.

Der Präventionsrat beschloss ebenfalls, einem Vorschlag von Wilfried Bury, dem Präventionsbeauftragten der Polizei, zu folgen und sich dem Projekt „Rettungsanker “ anzuschließen. Das wird bereits erfolgreich in Dissen und Bad Laer durchgeführt. Spezielle Aufkleber mit dem markanten Rettungsanker kennzeichnen Geschäfte und Orte, an denen Kinder ein offenes Ohr, einen geschützten Raum und eine helfende Hand finden.


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