Lichter für eine vergessene Welt Laternenfest in Hagener Melanchthon-Kita für Haiti

Von Danica Pieper

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Beim diesjährigen Laternenfest sammelten die Kleinen und ihre Erzieher Geld für Haiti, um dort den Bau eines Waisenhauses zu unterstützen. Foto: Danica PieperBeim diesjährigen Laternenfest sammelten die Kleinen und ihre Erzieher Geld für Haiti, um dort den Bau eines Waisenhauses zu unterstützen. Foto: Danica Pieper

Hagen. Wenn die Kinder der Melanchthon-Kita mit ihren Laternen durch Hagen ziehen, dann machen sie das nicht nur aus Spaß oder Tradition, sondern auch, um Kindern in Entwicklungsländern zu helfen. Beim diesjährigen Laternenfest sammelten die Kleinen und ihre Erzieher Geld für Haiti, um dort den Bau eines Waisenhauses zu unterstützen.

Geckos und Ananas, Palmen und Lehmhütten: Die Motive auf den Laternen der Melanchthon-Kindergartenkinder wirken auf den ersten Blick ungewöhnlich, sind jedoch typisch für Haiti. Das Land in der Karibik ist der diesjährige Themenschwerpunkt des Laternenfests, für das die Kita diverse Aktionen vorbereitet hatte. So konnten die Kinder im Raum der orangen Gruppe Memory mit haitianischen Motiven spielen, während der grüne Gruppenraum mit einer Kreativwerkstatt lockte, wo die kleinen Besucher Armbänder aus Holzperlen herstellen oder Tischsets mit Stempeln bedrucken konnten. Der Raum der gelben Gruppe bot einen „Markt der Möglichkeiten“, auf dem Erzieherinnen Selbstgebasteltes der Kinder wie Windlichter verkauften. Die Heilpädagoginnen boten zudem selbst gemachten Bananenkuchen nach haitianischem Rezept an. Höhepunkt war freilich der Umzug mit den selbst gemachten Laternen durch das Baugebiet am Neuen Kamp.

Mit dem Erlös des Festes unterstützt die Melanchthon-Kita den Verein „Eltern für Kinder“, der Auslandsadoptionen vermittelt und soziale Projekte in den Herkunftsländern der Kinder fördert. Vorstandsmitglied Ralf Gutsche und seine Frau haben selbst zwei Jungen aus Haiti adoptiert, die beide die Melanchthon-Kita besucht haben. So kam Leiterin Ursula Temmeyer auf die Idee, nach Afrika und Indien in diesem Jahr für den Inselstaat zu sammeln: „Wir sind mit den Eltern in Kontakt getreten, und die fanden das ganz gut“, berichtete sie. Das eingenommene Geld fließt in den geplanten Bau eines Waisenhauses in dem Ort Maissade, das 14 Kindern ein Zuhause bieten soll.

Dass sich die Kindergartenkinder in diesem Jahr Haiti widmen, findet Ralf Gutsche „super“, vor allem, da Haiti den meisten Menschen relativ unbekannt sei. Dabei ist die Not dort nach wie vor sehr groß: „Das interessiert nur niemanden auf diesem Planeten“, meinte Gutsche. Selbst die haitianische Regierung stelle keine Mittel für bedürftige Kinder zur Verfügung, umso wichtiger sei die Arbeit von ehrenamtlichen Organisationen: „Wenn man als Verein nicht hilft, würde da nichts passieren.“


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