Busfahren für Fortgeschrittene Training für Fünftklässler an der Oberschule Hagen

Von Danica Pieper

Dass man nach dem Ausstieg auf den Gegenverkehr achten muss war nur eine Lektion, die Fahrer Stephan Schwarz den Hagener Oberschülern beim Bustraining vermittelte. Foto: Danica PieperDass man nach dem Ausstieg auf den Gegenverkehr achten muss war nur eine Lektion, die Fahrer Stephan Schwarz den Hagener Oberschülern beim Bustraining vermittelte. Foto: Danica Pieper

Hagen. Die Fahrt mit dem Schulbus ist für viele Hagener Oberschüler Alltag, dennoch gab es beim Bustraining von Weser-Ems-Bus noch Einiges für sie zu lernen. Zwei Fahrer zeigten den Fünftklässlern, wie sie Fahrpläne nutzen, sich ordentlich verhalten und was im Notfall zu tun ist.

Ein wenig Erfahrung im Busfahren haben die Fünftklässler der Hagener Oberschule schon gesammelt. So wissen sie ganz genau, dass der Kreis mit dem H in der Mitte nicht für Hubschrauberlandeplatz, sondern für Haltestelle steht. Schwieriger wird es, als Reinhard Dopheide von Weser-Ems-Bus einen Fahrplan aufstellt. „Wann fährt der nächste Bus nach Gellenbeck Kirche?“, will er von einem Schüler wissen. Ratlos steht der Schüler vor dem Plan, bis ihm auffällt, dass die verzeichneten Busse alle in die falsche Richtung fahren. „Was muss man also tun?“, fragt Dopheide. „Die Straßenseite wechseln!“, rufen die Schüler.

Die richtige Nutzung des Fahrplans ist nur eine von mehreren Lektionen, die die Fünftklässler lernen. Im Theorieteil geht es auch darum, welche Fahrkarte die Günstigste für sie ist. Wichtiger ist jedoch der Praxisteil, in dem Fahrer Stephan Schwarz den Schülern vermittelt, wie sie den Bus richtig nutzen. Das Einsteigen meistern die Schüler schon ganz gut. „Ihr habt ja gar nicht gedrängelt“, meint Schwarz. „Man drängelt ja auch nicht“, erwidert eine Schülerin.

Neu für die Kinder sind die diversen Sicherheitseinrichtungen im Bus. Schwarz zeigt ihnen, wo sie den Feuerlöscher finden, wo der Notfallhammer sitzt, wie man im Notfall die Tür und die Dachluke öffnet. Auch Etikette steht auf dem Stundenplan, etwa dass man für Ältere aufsteht und nicht auf den Stopp-Knopf drückt, wenn man gar nicht aussteigen will – das verbraucht schließlich nicht nur Zeit, sondern auch Sprit. „Und der kostet Knete!“, ruft ein Schüler.

Der absolute Höhepunkt für die Schüler ist jedoch, als Schwarz während der Fahrt über den Parkplatz abrupt bremst und der Kanister, den er in den Gang gestellt hatte, durch den Bus rutscht. Die Fünftklässler sollen schätzen, wie schnell Schwarz zum Zeitpunkt der Bremsung war. „60, 70 Stundenkilometer“, vermuten sie. „Knapp unter 20“, verrät Schwarz. Das Erstaunen ist groß.

Es war das erste Mal, dass die Oberschule Hagen ein Bustraining angeboten hat. Der Kurs ist nur eine von mehreren Aktionen, mit denen die Oberschule den Fünftklässlern die Eingewöhnung erleichtern will. Lehrerin Cornelia Tippel hofft, dass das Training sich positiv auf das Verhalten der Schüler im Bus auswirkt: „Vielleicht werden sie sensibler.“