Stress in den Ferien Hagener und Glandorfer mit Familienverband im Sauerland


Hagen. Stress, lass nach! – 19 Familien aus Hagen und drei aus Glandorf waren Ende Oktober mit dem Deutschen Familienverband, Ortsverband Hagen, in die Jugendherberge Finnentrop ins Sauerland gefahren. Stressig wurde es dabei aber nur theoretisch. So hatte Ortsverbands-Vorsitzender Claus Denker für die „Familienfreizeit mit Bildungscharakter“ ein Tagesseminar zum Thema „Stressabbau“ vorbereitet.

Die Erwachsenen beschäftigten sich darin am Dienstag damit, „Stressoren“ zu erkennen und richtig damit umzugehen, während ihre Kinder Deko für die Halloween-Party am Freitag bastelten. Nicht nur Eltern hätten Stress – etwa im Beruf, so Denker. Auch Kinder ständen unter Druck. „Wie gehe ich mit gestressten Kindern um?“, lautete daher eine Frage für die Gruppenarbeit. Eine Stressursache für Kinder seien Schulnoten. Ständig auf gute Leistungen zu pochen, erhöhe den Druck nur. Wichtiger sei das Gespräch mit den Lehrern.

Über die gesamte Woche standen Gemeinschaftserlebnisse im Vordergrund. „Wir wollen zeigen: Das könnt ihr mit euren Kindern auch ohne Computer und Fernsehen machen“, sagt Denker. So ging es nach der Anreise mit allen 98 Freizeitteilnehmern zunächst in die Atta-Höhle. Gemeinsam fuhren alle nach Plettenberg ins Erlebnisbad Aqua-Magis und auch Kreativität wurde großgeschrieben. Neben dem Bastelangebot für die Kinder wurden in Gruppen Fotos
zu Familienverbandsthemen geschossen, Sketche und kleine Theaterstücke eingeprobt, die abends aufgeführt wurden. Stressabbau und Entspannung pur bot der „Snoozelraum“ der auf Wellness spezialisierten Jugendherberge – bei Licht, Musik und entspannenden Geschichten konnte jeder in sich gehen. Zum Abschluss stand noch ein Ausflug in die Geschichte auf dem Programm: „Wir haben Burg Altena besucht, die erste Jugendherberge überhaupt – dort ist das System entstanden“, so Claus Denker . Zwei Schlafräume seien wie in der Anfangszeit nachgestellt: „Die Betten waren sehr kurz, aber man kann die Fußenden runterklappen.“

Auch für das kommende Jahr hat sich der Ortsverband eine Woche Familienfreizeit vorgenommen. Ein Problem: Die Zuschüsse des Landes für die Freizeiten würden halbiert, so Denker. „Man will mehr sozial schwache Familien unterstützen“, erklärt Denker. Um also die Landesfördermittel zu bekommen, müsse der Ortsverband nachweisen, dass sozial bedürftige Familien an den Freizeiten teilnehmen. Die Anträge müsse er jetzt stellen, wisse aber noch nicht, wer denn im Herbst nächsten Jahres tatsächlich sozial schwach sei und damit Anrecht auf die Förderung habe, kritisiert Denker. Außerdem könnten sich Familien scheuen, ihre Finanzlage offenzulegen – und deshalb vielleicht gar nicht mitfahren. „Ohne Zuschuss müsste eine Familie mit sechs Kindern 750 Euro zahlen. Wir wollen vom Verein so viel dazu tun, dass 550 Euro die Obergrenze ist.“ Der soziale Hintergrund solle nicht im Vordergrund stehen – sondern das gemeinsame Erlebnis.


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