Eine Kita im „Ferkelfieber“ Hagener Kindergarten bereitet sich auf Kirmes vor

Von Barbara Müller


Hagen. Wie haben die Hagener früher Kirmes gefeiert? Sind sie auch Autoskooter und Raupe gefahren? Die Kirmes geht zurück auf ein Kirchweihfest. Was steckt dahinter? Fragen über Fragen, auf die die Erzieherinnen des Christophorus-Kindergartens und ihre gut 80 Kinder in den Wochen vor der Kirmes Antworten suchen.

Unter dem Motto „ 400 Jahre Ferkelmarkt ! Kinder – Schwein gehabt!“ gibt es bis zum eigentlichen Höhepunkt des Jahres eine Vielzahl von Projekten und Angeboten, die die Kinder mit Brauchtum und Tradition rund um die Kirmes vertraut machen sollen. Im Mittelpunkt vieler Aktionen steht – wie kann es anders sein – das Ferkel. „Wir haben mit unseren Kindern einen Bauernhof besucht, haben Ferkel gestreichelt und Bauernhofatmosphäre mit allen Sinnen erlebt“, erzählt Barbara Scholl, Leiterin des Christophorus-Kindergartens . Dann haben wir den Marktauftrommler beim ehemaligen Hotel Kriege besucht und uns über seine Funktion informiert.

Mammutunternehmen

So umfassend mit der Materie vertraut, schritten die Kinder schließlich zur Tat: Aus Pappmaschee wurden jede Menge bunte Ferkel hergestellt, die während der Ausstellung in der Ehemaligen Kirche in Hagen verkauft werden. Der Erlös wird dem Projekt „Herzenswünsche“ zur Verfügung gestellt. Die Vorbereitung und Herstellung der kleinen Kunstobjekte ist ein Mammutunternehmen für Groß und Klein: Die Ausstellung ist vom 2. bis zum 10. Oktober geöffnet – und an allen Tagen von 15 bis 18 Uhr ist das Team des St.-Christophorus-Kindergartens vor Ort, um die kleinen Glücksbringer zu verkaufen.

Wer so viel Aufwand für eine gute Sache betreibt, muss auch entsprechend belohnt werden. Deswegen stehen in dieser Zeit auch zwei besondere Besuche auf dem Programm. Da ist zum einen der Besuch bei Bürgermeister Peter Gausmann. „Dem schenken wir das erste Glücksschweinchen und überraschen ihn mit einem Kirmesgedicht“, verrät Barbara Scholl schon vorab, was den Bürgermeister erwartet.

Historische Trachten

Auf den zweiten Besuch, den die Kinder in den Räumen ihres Kindergartens empfangen, sind sie besonders gespannt: „Frau Bensmann wird den Kleinen historische Trachten nahebringen. Auf alten Fotos haben wir schon einige gesehen und uns nur gewundert“, so Barbara Scholl, „jetzt werden wir auch hören, zu welchen Anlässen sie getragen wurden.“

Der unbestrittene Höhepunkt dieser Kirmesreise führte die Kinder nun in die Osnabrücker Straße zu Bäcker- und Konditormeister Elixmann. Hier wurden sie Zeuge einer Premiere: Zum ersten Mal seit Kirmesgedenken wurden „Biesken“, die leckeren Kekse, die es so nur zur Kirmeszeit gibt, als Ferkel gebacken. Hatten die Fünfjährigen noch mit vielen Fragen die Zubereitung des Teigs begleitet, wurde es anschließend mucksmäuschenstill: Hoch konzentriert stachen sie kleine Ferkel aus und legten sie fein säuberlich aufgereiht auf das Kuchenblech.

„Gleich dürft ihr als Erste Hagener Ferkelbiesken probieren“, heizte Helmut Elixmann Stimmung und Erwartung an. Mit demselben Eifer, mit dem sie eben noch den Teig bearbeitet hatten, griffen die Kinder zu, als das erste Blech aus dem Ofen geholt wurde – und waren völlig aus dem Häuschen.

Das Beste zum Schluss

Das Schönste hatte sich der Hagener Bäcker dann für den Schluss aufgehoben: Was nicht an Ort und Stelle verzehrt werden konnte, wurde eingepackt und mit in den Kindergarten genommen.

Als Dankeschön schmetterten die Kinder ihren Kirmes-Schweine-Song: „Drei Schweine saßen am Goldbach“.