„Zu Hause bleiben ist keine Option“ Mehr als 400 Teilnehmer beim 39. Osnabrücker Wandertag

Von Markus Pöhlking


Hagen. Regenschauer, graue Wolken und mitunter ziemlich trübe Aussichten: Der 39. Osnabrücker Wandertag der Neuen Osnabrücker Zeitung und des Osnabrücker Sportclubs war von der Witterung nicht unbedingt begünstigt. Dass dennoch mehr als vierhundert Teilnehmer am gestrigen Vormittag durch das Gebiet rund um den Hagener Borgberg zogen, belegt: Echte Wanderer trotzen jedem Wetter. Das zeigte sich am Ende des Weges dann auch versöhnlich: Pünktlich zur obligatorischen Erbsensuppe riss die Wolkendecke auf und ließ den Wandertag bei Sonnenstrahlen ausklingen.

Während die letzten Teilnehmer zu den Klängen der Jagdhornbläsergruppe Hagen wieder im Schulzentrum an der Schopmeyerstraße, dem Start- und Zielpunkt des Wandertages, eintrudelten, zog NOZ-Marketingchef Guido Hartstang ein positives Fazit: „Angesichts der Wetterprognose waren wir von der Resonanz positiv überrascht“, so Hartstang. Besonders erfreulich sei, dass auch viele Familien den Weg trotz der morgendlichen Regenfälle angetreten seien. Ergänzend zur abwechslungsreichen und landschaftlich schönen Strecke habe man mit einem Quiz und weiteren spielerischen Möglichkeiten schließlich Angebote gerade für Kinder geschaffen.

Auf zwei Routen konnte das Gebiet rund um den Hagener Borgberg erwandert werden, für deren Führung zeichnete jeweils der Heimatverein Hagen verantwortlich. Gemäß der Tageslosung „Auf stillen Pfaden über den Borgberg“ erschlossen die Strecken verborgene Winkel und versteckte Wege des südlich von Hagen gelegenen Hügels. „Wir wollten den Teilnehmern des Wandertages besondere Ausblicke und Momente bieten und die etwas abseits gelegenen Schönheiten des Borgberges erfahrbar machen“, erläuterte Ludger Nobbe vom Heimatverein die Routenplanung.

Eine Tour über 14 Kilometer sowie eine etwas kürzere über zehn Kilometer hatten die Mitglieder des Vereins im Vorfeld ausgewählt und abgesteckt. Die Absolventen ersterer hatten dabei rund 400 Höhenmeter zu bewältigen, über die kürzere Distanz waren es knapp 250 Meter. Vom Schulzentrum an der Schopmeyerstraße führte der Weg von Nordwesten her in den Borgberg . Je nach Streckenverlauf passierten die Wanderer mit den Duvensteinen oder der Grafentafel sagenumwobene eiszeitliche Relikte. Eine ganz eigentümliche Schönheit entfaltete der Teutoburger Wald beim Blick nach Norden: Als nebelverhangene Silhouetten begrenzten der Dörenberg und der Hüggel die Sicht über das im Talkessel gelegene Hagen hinweg bis weit in den Vormittag.

Ein Naturerlebnis vor allem für die Kleinen

Informativen Hintergrund zu dem Naturerlebnis lieferte die Jägerschaft Hüggel : In einer Schutzhütte am Wegesrand hatten die Jäger verschiedene ausgestopfte Modelle heimischer Tierarten ausgestellt; was besonders die Kleinsten faszinierte: „Ich wusste bis jetzt gar nicht, dass Wiesel im Sommer ein anderes Fell tragen als im Winter“, erzählte die achtjährige Irma, die sich mit ihrer Freundin Rabea die Unterschiede und Erkennungsmerkmale von verschiedenen Wildtieren erklären ließ. Gemeinsam mit ihren Müttern haben sich die beiden auf die Wanderung gemacht – nach anfänglichem Zögern eine gute Entscheidung, wie Rabeas Mutter Cornelia Pohlmann befand: „Zuerst waren wir skeptisch wegen des Wetters, sind dann aber doch los. Eine gute Entscheidung, der Wandertag ist ein schönes Angebot.“

Francesco Cofano nutzte dieses Angebot bereits zum zwanzigsten Mal: Jede Teilnahme wird durch eine Medaille an seinem Wanderhut bezeugt, für ihn und seinen Freund Hans-Georg Drafke ist der
Osnabrücker Wandertag eine feste Größe im Jahr : „Es macht Spaß und ist gut für die Gesundheit“, sagt Cofano. Gestärkt durch die Erbsensuppe, welche die DRK-Ortsvereine Hagen und Wellendorf als traditionellen kulinarischen Abschluss des Wandertages kredenzten, ließen die beiden die Strecke Revue passieren: Einige Steigungen seien etwas anstrengend gewesen, die Strecke insgesamt aber sehr schön. Vor dem Aufbruch hätten sie auch angesichts der Regenwolken keine Sekunde gezögert: „Wenn es regnet, verzichtet man vielleicht mal auf die ein oder andere Pause am Wegesrand. Aber zu Hause bleiben ist keine Option“, machte Cofano deutlich.