Antrag der SPD-Fraktion Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße in Hagen wird Thema

Von Wolfgang Elbers

Umstritten: der Name Agnes-Miegel-Straße. Foto:Umstritten: der Name Agnes-Miegel-Straße. Foto:

Hagen. Vor drei Jahren ist das Thema auf Wunsch der Anlieger nicht weiter verfolgt worden. Jetzt gibt es erneut eine Diskussion um eine Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße im Ortsteil Gellenbeck. Die SPD-Fraktion hat die Diskussion wieder angestoßen, wie mit nicht mehr in die heutige Zeit passenden Ehrungen umgegangen wird.

„Wir finden es in der heutigen Zeit unakzeptabel, eine Straße in unserer Gemeinde nach einer Schriftstellerin zu benennen, die glorifizierende Hymnen auf den „Führer“ Adolf Hitler verfasste und auch nach dem Zweiten Weltkrieg zu keinem Augenblick Einsicht oder gar Reue zeigte“, heißt es in dem inzwischen im Rathaus vorliegenden SPD-Antrag. Als „besonders tragisch“ wird gesehen, dass sich in unmittelbarer Nähe zwei Straßen befinden, die nach Opfern des NS-Regimes benannt sind – die Anne-Frank-Straße und die Görsmannstraße . Deshalb beantragen die Sozialdemokraten die Umbenennung der Straße und „hoffen auf eine breite Unterstützung des gesamten Rates“.

Agnes Miegel habe früher als Schriftstellerin und Vertreterin Ostpreußens als verdienstwürdig gegolten, mittlerweile überwiegen aber aus SPD-Sicht eindeutig die negativen Aspekte. Auch in zahlreichen anderen Kommunen seien in der Zwischenzeit Straßen oder öffentliche Gebäude, die im Zusammenhang mit Agnes Miegel standen, umbenannt worden. In Osnabrück ist zum Beispiel 2010 eine Realschule umbenannt worden.

Es gibt Verständnis dafür, dass eine Umbenennung der Straße für die Anlieger mit Unannehmlichkeiten verbunden sei, letztendlich entscheide aber der Gemeinderat, welche Straßenbezeichnung zum Tragen komme.

Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Bastian Spreckelmeyer ist für eine Umbenennung. „Die historische Forschung hat die unkritische und befürwortende Haltung Agnes Miegels gegenüber dem Nationalsozialismus aufgezeigt.“ Das Thema müsse aber in einer öffentlichen Sitzung des zuständigen Ausschusses beraten werden, um auch die Meinung der betroffenen Anwohner zu hören und eine breite demokratische Entscheidung herbeizuführen.“

Bürgermeister Peter Gausmann hat das Thema bereits auf die Tagesordnung des Ausschusses für Familie, Sport, Kultur und Tourismus am 15. Oktober gesetzt. „Wir werden das seit 2011 ruhende Umbenennungsverfahren wiederaufnehmen. Ein Straßenname soll Anerkennung für Verdienste oder Werk einer Person sein. Diese Voraussetzung ist hier nicht mehr gegeben.“