Überraschungen angekündigt Ralf Zumstrull organisiert den 400. Hagener Ferkelmarkt

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Für Ordnungsamtsleiter Ralf Zumstrull dreht sich momentan (fast) alles um die Hagener Kirmes. Am Marktauftrommler in der Dorfstraße beginnt am Kirmesmontag in diesem Jahr der 400. Ferkelmarkt. Foto: Stephanie KriegeFür Ordnungsamtsleiter Ralf Zumstrull dreht sich momentan (fast) alles um die Hagener Kirmes. Am Marktauftrommler in der Dorfstraße beginnt am Kirmesmontag in diesem Jahr der 400. Ferkelmarkt. Foto: Stephanie Kriege

Hagen. Am ersten Oktoberwochenende wird in Hagen die Kirmes gefeiert. Dieses Mal mit einem Jubiläum: Am Kirmesmontag findet der 400. Ferkelmarkt statt. Ordnungsamtsleiter Ralf Zumstrull organisiert die Großveranstaltung seit über 25 Jahren.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Ferkelmarkt erinnern?

Ich kann mich an einen Ferkelmarkt erinnern Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre. Das war so die Zeit, in der ich meine Frau kennengelernt habe. Ich bin mit meinen 55 Jahren stolz darauf, dass ich 55-mal die Hagener Kirmes erleben durfte: Ich bin in Hagen geboren und schon im Kinderwagen mit einem halben Jahr über die Kirmes geschoben worden.

Inwieweit wird sich die Kirmes in diesem Jahr von dem üblichen Ablauf unterscheiden?

Schon am Donnerstag, 2. Oktober, wird eine Ausstellung zur Kirmes in der Ehemaligen Kirche eröffnet, und am 3. Oktober gibt es abends ein Brillantfeuerwerk. Insgesamt haben wir die Kirmes gespickt mit einigen Überraschungen.

Welche Fahrgeschäfte kommen?

Wir haben insgesamt sieben Großfahrgeschäfte. Oben an der Hüttenstraße steht das historische Riesenrad „La grande rue parisienne“. Dieses Riesenrad hat übrigens auch auf der Fanmeile in Berlin gestanden zur Fußball-WM. Daneben stehen ein historisches Kettenkarussell und der Musikexpress. Auf dem Gibbenhoff haben wir den Autoskooter und die Raupenbahn. Bei Kortlücke steht der Beach Jumper, und auf dem alten Sportplatz steht der BoosterMaxx Mega G4.

War nicht ursprünglich angedacht, zum Jubiläum des Ferkelmarktes eine „historische“ Kirmes mit entsprechenden Fahrgeschäften zu veranstalten?

Die Idee war, historische Fahrgeschäfte zu verpflichten. Die Umsetzung war aber außerordentlich schwierig. Teilweise gibt es diese Fahrgeschäfte gar nicht mehr. Die Bobbahn, die in Hagen gestanden hat bis Anfang der 80er-Jahre, ist kaputt. Darüber hinaus muss man bei solch alten Fahrgeschäften selbst Geld drauflegen, um sie überhaupt zu bekommen. Und das hat dann den finanziellen Rahmen gesprengt. Ich habe mich auf etwas kleinere Dinge beschränkt, wie zum Beispiel ein sogenanntes Nagelbrett. Ich selbst kann mich an dieses Nagelbrett noch erinnern, an der Hüttenstraße hat’s gestanden. Oder aber „Hau den Lukas“ und eine ganz alte Wurfbude. Eine steile Wand zu bekommen, habe ich auch versucht. Es gibt in Deutschland noch drei Schausteller, die so etwas haben. Zwei sind in München und stehen während der Kirmes auf der Wiesn, da hab ich keine Chance. Und der dritte Schausteller wollte nicht. Hinzu kommt dann noch eins: Diese alten Fahrgeschäfte sind heute teilweise marode und brauchen einen festen Untergrund. Wir haben dann doch hin und wieder eine Fläche mit Rasen oder Schotter. Da ist es technisch gar nicht mehr machbar.

Hat sich die Kirmes aus Ihrer Sicht in den vergangenen Jahren verändert?

Natürlich hat sich die Kirmes verändert. Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind mit meinen Eltern bei Beckmanns in die Kneipe gegangen bin. Papa bekam ein Bier, ich eine Fanta und Mama … was weiß ich, vielleicht einen Kaffee. Aber da wurde getanzt zu Swing und Walzer. In dieser Form ist das heute nicht mehr möglich.

Als Ordnungsamtsleiter sind Sie für die Organisation der Kirmes zuständig. Wie sieht Ihr Tagesablauf so kurz vor dem Fest aus?

Ich sage immer, die Kirmes begleitet den Leiter eines Ordnungsamtes eigentlich zwölf Monate. Direkt nach der Kirmes gehen die Bewerbungen für das nächste Jahr ein. Und bei den Großfahrgeschäften muss bis Weihnachten entschieden sein, wer kommt. Im Januar geht es an die kleineren Stände, angefangen von der Bratwurst über die Zuckerwatte bis hin zu einer Mandelbude. Irgendwie wird man die Kirmes bis Ende Februar, Mitte März nicht los. Im Juli werden organisatorische Dinge eingestielt. Wir nehmen zum Beispiel Kontakt auf mit dem Flughafen Münster/Osnabrück, weil wir eine Erlaubnis für den Luftballonwettbewerb brauchen. Die heiße Phase beginnt Anfang September, wenn die Schausteller näher kommen. Umso häufiger sind sie auch bei mir im Büro präsent. Aber: Es dreht sich zwar viel um Kirmes, aber nicht alles. Der Fachdienst muss ja weiter funktionieren.

Wissen Sie schon, was Sie am Dienstag, 7. Oktober, tun?

Ja, das weiß ich ganz genau. Ich nehme seit Jahren keinen Urlaub mehr am Tag nach Ferkelmarkt, weil ich finde, gegenüber den Kollegen vom Bauhof ist es irgendwie auch unfair, wenn der Leiter des Ordnungsamtes noch im Bett liegt und die Kollegen fegen schon das Dorf sauber. Wenn ich am Tag nach Ferkelmarkt morgens um acht im Rathaus sitze und die Schausteller wegfahren sehe, dann bin ich eigentlich ganz gut zufrieden. Aber ganz ehrlich: Ich freue mich ein paar Tage später auch wieder aufs nächste Jahr. Wie mein Vater immer sagte: „Du bist und bleibst ein Kirmeskerl.“


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