Feiern wie in Bayern Mehr als 2000 Besucher bei der Hagener Wiesn

Von Danica Pieper


Hagen. Von norddeutscher Zurückhaltung war nichts zu spüren, im Gegenteil: Auch bei der sechsten Auflage der Hagener Wiesn war die Stimmung prächtig. Rund 2000 Besucher schunkelten im Festzelt am Schulzentrum gut gelaunt bis in die frühen Morgenstunden.

Auch in diesem Jahr stellte die Hagener Wiesn unter Beweis, dass sie kein Fest wie jedes andere ist: Während andere Feiern erst nach Mitternacht richtig in Schwung kommen, ist die Laune der Oktoberfest-Gäste bereits am frühen Samstagabend hervorragend. Die Glandorfer „Katastrophenband“, die zum wiederholten Mal als Vorgruppe angetreten ist, muss nur einige Trinklieder anstimmen und schon verwandeln die Besucher die Sitzbänke in ihre ganz persönliche Tanzfläche. Zumindest bis „Sierra Madre“ erklingt und man sich selig in den Armen liegt – Feuerzeug schwenken inklusive.

Rund 2000 Besucher sind ins Festzelt am Schulzentrum gekommen, um auf bajuwarische Art zünftig zu feiern. Geschätzte 99,9 Prozent von ihnen tragen Tracht oder wenigstens ein kariertes Hemd – wer in Jeans erscheint, kann sich der irritierten Blicke seiner Partygenossen sicher sein. „Mit Jeans fällt man hier auf“, weiß auch Frank Runde vom Enjoy Veranstaltungsservice, der die Wiesn gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr ausrichtet. Von Anfang an hätten sich die Hagener den bajuwarischen Kleidungsstil zu eigen gemacht. Trachtenhändler aus der Region haben Runde gar wissen lassen, dass sie genau merken, wenn wieder die Hagener Wiesn vor der Tür steht. „Darauf sind wir schon ein bisschen stolz“, so der Cheforganisator.

Für Runde – und wahrscheinlich auch einige andere Gäste – ist es bereits der zweite Partyabend in Folge. Am Freitag waren 700 Hagener ins Festzelt gekommen, um zur Musik von Helene-Fischer-Double Victoria Kern und DJ Glitzi Palermo zu feiern. „Das Helene-Fischer-Double ist sehr gut angekommen“, freut sich Runde. Zwar sei das Publikum vom Alter her nicht so gemischt gewesen, wie er es im Vorfeld erwartet hatte, doch der guten Stimmung tat das keinen Abbruch.

2009 hatte Runde die Wiesn zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr ins Leben gerufen, mittlerweile ist die Feier fest in der Kirschgemeinde etabliert. Darauf lässt zumindest Rundes Umfrage schließen, wer denn noch nie bei der Wiesn gewesen sei: Etwa ein Dutzend Gäste hebt zaghaft die Hand. „Morgen tut es nur kurz weh“, lässt er das Publikum wissen.

Danach fällt Bürgermeister Peter Gausmann die Aufgabe zu, die Wiesn mit dem traditionellen Fassanstich zu eröffnen. So ganz wohl scheint sich Hagens Oberhaupt mit der Verantwortung nicht zu fühlen, waren seine Vertreter im Vorjahr doch kläglich gescheitert. Knietief habe man im Bier gestanden, so der Bürgermeister. Das Publikum nickt wissend. Diverse Kirmeseröffnungen scheinen sich jedoch bezahlt gemacht zu haben: Nach zwei Schlägen verkündet Gausmann erleichtert: „O‘ zapft is!“

Passend dazu geben „Die Wilderer“ gleich das Ziel des Abends aus: „Trinken bis der Notarzt kommt!“ Für die Partyband aus dem Bayrischen Wald ist es der zweite Auftritt auf der Hagener Wiesn: „Wir freuen uns hier zu sein, das ist eine wundervolle Stimmung und ein Riesenzelt“, erklären die Musiker, bevor sie die Gäste mit Trinkliedern und Wiesnhits endgültig in den siebten Partyhimmel heben. Bis in den frühen Sonntag lassen es die Hagener krachen.

Runde zeigte sich auch mit der sechsten Auflage zufrieden: „Es hat alles geklappt. Jetzt hoffen wir, dass der Vorverkauf am Montag wieder so einschlägt.“ Ab 20 Uhr können Interessenten unter http://www.enjoy-veranstaltungsservice.de/wiesn Karten für die siebte Auflage ordern. Wer mit dabei sein will, sollte sich beeilen: In den letzten Jahren war die Veranstaltung spätestens am nächsten Vormittag ausverkauft.