Mehr Angebote für Senioren erwünscht Till vor Ort: „Hagen blutet so langsam aus“

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Till vor Ort in Hagen - hier vorm Combi an der Natruper Straße. Foto: Klaus LindemannTill vor Ort in Hagen - hier vorm Combi an der Natruper Straße. Foto: Klaus Lindemann

Hagen. Wenn die Hagener morgens um zehn Uhr zum E-Center pilgern, haben viele die Neue Osnabrücker Zeitung längst gelesen – die meisten von hinten. „An den Todesanzeigen führt kein Weg vorbei“, flüstert eine 83-Jährige. „Man muss doch wissen, wen man künftig nicht mehr an der Frischetheke trifft“, ergänzt ihr Mann energisch. Vom Leben, Sterben und Älterwerden in Hagen.

Todesanzeigen gehören in Hagen offenbar zur beliebtesten Frühstückslektüre, persönliche Nachrichten und der demografische Wandel beschäftigen die Leser, teilen sie Till vor Ort mit. „Hagen blutet so langsam aus“, sagt ein Hagener mit Blick auf die Gastronomie und Bankfilialen, die mittlerweile keine persönliche Beratung vor Ort mehr anbieten.

„Hagen ist schon in Ordnung, nur manchmal müsste man die Leute austauschen“, findet eine ältere Dame. „Es ist eben nicht mehr alles so wie früher.“ Eine Feststellung, die auch beim Blick auf die neuen Ausgabenzuschnitte der Zeitung zutrifft: „Hagen und Hütte waren für mich immer eins“, sagt Heinz Konersmann und spricht damit vielen Bürgern vor dem E-Center aus der Seele. Sie wollen über den ganzen Südkreis informiert werden, über Enkelkinder, Arbeitskollegen oder Großeltern in den Nachbargemeinden.

Neue Altersvorsorge

Anne Plogmann-Vogel blickt vor allem auf die Senioren. „Wir könnten hier eine Seniorengenossenschaft gründen“, lautet ihr Vorschlag. Die fitten Senioren könnten sich um die weniger fitten vor Ort kümmern und dabei Arbeitsstunden sammeln, falls sie selbst mal Hilfe brauchen. Eine neuartige Altersvorsorge – Zeit vor Ort. „Alleine kann ich so etwas nicht stemmen, aber in einer Gruppe würde ich mich für so ein Projekt gern engagieren“, sagt Plogmann-Vogel.

Apropos Engagement. Mehr Einsatz für den ehemaligen „Luftkurort“ wünscht sich Rainer Rottmann. Ihm graut es schon jetzt vor den Bauarbeiten an der Osnabrücker Straße in Hasbergen, die sich ab Montag auch massiv in Hagen auswirken werden. „Leider wurde hier nie eine Umgehungsstraße gebaut, um das Wohngebiet zu entlasten“, sagt er und prophezeit für die kommenden Monate einen Verkehrskollaps im Südkreis.

Die Bürger in Natrup-Hagen blicken derweil verstärkt nach Lengerich. Denn manche Themen jenseits der Grenze steigen ihnen direkt in die Nase: „Die Verbrennung von Klärschlamm“, nennt Heike Frommeyer-Brand aus Sudenfeld ein Beispiel. „Davon würden wir gern mehr lesen.“

Doch es gibt auch ein Lob für das neu gestaltete Blatt. „Besonders gut finde ich die persönlichen Akzente“, sagt Franz Schuten mit Blick auf neue Serien wie „Mein Lieblingsplatz“ oder „Ich lebe gern in…“. Brigitte Dörenkämper lebt gern im Südkreis, würde aber noch lieber dort leben, wenn die Hindenburgstraße in Hütte belebt würde und es eine „richtig schöne Imbissbude“ gäbe – das heißt? „Pommes, Schnitzel, Wurst und für die jungen Leute Döner“, schlägt sie vor, umwabert von der Duftwolke des halben Hahns, die vom „Hähnchen Prinz“ herüberweht. Die Imbissbude könnte dann auch in der Kategorie „Mein Lieblingsplatz“ eine Rolle spielen.


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