Ludger Tellkamps Leidenschaft gilt dem Jeep CJ 7 Hagener hat ein Herz für Jeeps: „200 PS reichen mir“

Im Berufsleben ist Ludger Tellkamp Geschäftsführer des gleichnamigen Sicherheitsdienstes. Privat schraubt er gern an seinem Jeep CV 7 herum. Foto: Marco GausmannIm Berufsleben ist Ludger Tellkamp Geschäftsführer des gleichnamigen Sicherheitsdienstes. Privat schraubt er gern an seinem Jeep CV 7 herum. Foto: Marco Gausmann

Hagen. Ungezählte Stunden stecken in diesem Projekt: In mühevoller Detailarbeit baute Ludger Tellkamp einen 1976er Jeep CJ7 neu auf. Als Grundlage dienten dem Natrup-Hagener gleich zwei ausgemusterte Exemplare des US-Gelände-Oldtimers – und eine Menge Material für Modifikationen.

„In dem rostfreien Zustand, in welchem sich der Wagen jetzt befindet, könnte ich den fünf Jahre draußen stehen lassen, ohne dass da etwas passiert“, berichtet Tellkamp, der im Berufsleben die gleichnamige Sicherheitsfirma betreibt, stolz. Und tatsächlich: An keiner einzigen Kante, an keinem Falz ist auch nur eine Spur von Flugrost zu sehen. „Es tut mir schon etwas in der Seele weh, dass der jetzt hier draußen stehen muss.“ In Deutschland sei dieses Modell, welches auch von der US-Army benutzt wurde, sehr selten, zumal in diesem Zustand.

Der eigentliche Unterstellplatz – ein zur Werkstatt umfunktioniertes weißes Zelt direkt hinter dem Wohn- und Firmensitz, so wie es bei Freiluftveranstaltungen zur Anwendung kommt – ist gerade belegt. Einer der Dienstwagen, ein VW-Bus aus den 90ern, wird gerade auf Vordermann gebracht. Vom Chef höchstpersönlich, versteht sich. Auch das Alltagsfahrzeug, ein BMW E30 Cabriolet, wurde hier umgebaut und fit gemacht, und in einer Ecke der kleinen Zeltwerkstatt steht noch ein weiteres Jeep-Exemplar, das jetzt als Teileträger herhalten muss.

Wie viele Arbeitsstunden in dem äußerst geländegängigen US-Jeep stecken, kann Tellkamp nicht mehr genau sagen. „Das waren bestimmt acht bis zehn Stunden in der Woche, zweieinhalb Jahre lang“, sagt der gelernte Kfz-Mechaniker, der vor seinem Wechsel in die hauptberufliche Selbstständigkeit bei der Berufsfeuerwehr in GMHütte beschäftigt war. „Aber wenn man erst mal fertig ist, ist das nicht mehr viel mehr Arbeit wie ein normales Auto.“ Angemeldet ist der Wagen nicht: Der Autotüftler fahre wenn überhaupt 1500 Kilometer im Jahr zu Treffen und Events, und dann mit rotem Nummernschild.

Auch wenn er den Beruf des Kfz-Mechanikers gelernt hat: Zum Jeep-Schrauben kam Ludger Tellkamp über einen früheren Arbeitskollegen. „Ab 1998 haben wir angefangen, seinen Jeep neu aufzubauen“, erzählt Tellkamp. „Da habe ich dann gedacht: Mensch, so einen möchte ich auch haben!“ Vier Jahre später rollte dann der eigene Gelände-Oldtimer auf den Hof.

Tellkamp restaurierte den Wagen nicht nur von Grund auf, sondern nahm auch einige Veränderungen vor. Mit Blick auf die Emissionswerte wurde ein anderer Motor installiert, mit dem nachgerüsteten Katalysator darf das „seltene Gerät“ nun auch die grüne Umweltplakette tragen. „Der neue Motor hat jetzt 4,2 Liter Hubraum“, erklärt Tellkamp. „Die 200 PS reichen mir völlig“. Andere Jeep-Bastler, die das Fahrzeug auch als Sportgerät auf Trials benutzten, bräuchten natürlich mehr. „Mit dem Originalmotor nimmt der Wagen 25 Liter Benzin auf 100 Kilometer, jetzt kommt man mit zehn bis zwölf Litern hin.“

Die runden, chromfarbenen Stoßstangen hat der 55-jährige Vater von drei Kindern gar vollständig selbst gebaut, die überdimensionalen Reifen stammen eigentlich von einem Ford Pick-up. Und ein neues Bauprojekt ist schon in Planung: „Ich möchte hinten eine Anhängerkupplung anbringen, damit ich unseren Wohnwagen damit ziehen kann.“


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