Von der Prüfung zur Rettung Held auf vier Pfoten: Hund findet vermissten Hagener

Von Danica Pieper

Was für ein Wochenende: Die Hundeführerin Lara Ergezinger (hier bei der Übung auf Rügen) fand mit ihrem Hund Lotte am frühen Montagmorgen einen Vermissten aus Hagen. Foto: JohanniterWas für ein Wochenende: Die Hundeführerin Lara Ergezinger (hier bei der Übung auf Rügen) fand mit ihrem Hund Lotte am frühen Montagmorgen einen Vermissten aus Hagen. Foto: Johanniter

Hagen. Wenn Fiktion zur Realität wird: Nur wenige Stunden, nachdem Lara Ergezinger und ihr Hund Paula die Rettungshundeprüfung auf Rügen bestanden hatte, erreichte die Johanniterin ein echter Notruf. In Hagen war ein Mann als vermisst gemeldet worden. Anstatt nach Hause zu fahren, eilte Ergezinger zur Einsatzstelle und spürte mit ihrem zweiten Rettungshund Lotte den 70-Jährigen auf.

So hatte sich Lara Ergezinger den Abschluss des Wochenendes wohl nicht vorgestellt: Von Freitagnachmittag bis Sonntagabend war die Hundeführerin auf Rügen, um mit ihrem Australian-Shepherd-Border-Collie-Mischling Paula an den zentralen Rettungshundeprüfungen der Johanniter-Unfall-Hilfe teilzunehmen. Die sechsjährige Hündin trat im Fachgebiet Trümmersuche an, wo sie unter anderem auf einem Abrissgelände von 1400 Quadratmetern Größe nach drei Verletztendarstellern suchen musste. Dazu kamen Aufgaben in Theorie, Gehorsam und Gewandtheit auf Geräten, die Hund und Hundeführerin am Sonntag erfolgreich beendeten.

Viel Zeit zum Feiern oder Ausruhen blieb Ergezinger jedoch nicht, denn noch am selben Tag musste sie erneut in den Einsatz – diesmal in einen realen. Die Johanniterin befand sich gerade auf der Rückfahrt nach Osnabrück, als sie auf der Höhe von Bremen eine Einsatzmeldung erreichte: In Hagen wird ein Mann vermisst. Der 70-Jährige hatte in der Gaststätte Stock Fußball geschaut, bevor er um 20 Uhr den zehnminütigen Heimweg antrat. Da der Mann, der auf Medikamente angewiesen ist, jedoch nicht zu Hause ankam, alarmierten die Angehörigen gegen 21.30 Uhr die Polizei.

„Wir sind direkt zum Einsatz durchgefahren und waren gegen halb eins in Hagen“, berichtete Ergezinger. Mit im Auto war auch Hündin Lotte, ebenfalls ein Australian-Shepherd-Border-Collie-Mischling. Während Paula trümmergeprüft ist, ist Lottes Spezialgebiet die Flächensuche. Inzwischen war es schon tiefe Nacht. Zusammen mit zwei Hundeführern des DRK machten sich Ergezinger und Lotte auf die Suche nach dem vermissten Hagener. Es dauerte nur etwa zehn Minuten, bis die fünfjährige Hündin an einer Straßenecke einen Mann entdeckte und anschlug. „Ich dachte erst, das wäre ein Spaziergänger“, so Ergezinger. Da sie normalerweise in Waldgebieten suchen, bellen Flächensuchhunde bei jeder Person, die sie finden – und zwar solange, bis der Hundeführer bei ihnen ist. „Es hat sich dann herausgestellt, dass es sich um die vermisste Person handelt“, berichtete Ergezinger.

Die Hundeführerin alarmierte daraufhin die Einsatzstelle. Der Rettungsdienst brachte den unterkühlten und orientierungslosen, aber ansprechbaren Mann in ein Krankenhaus.


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