Begeistert in der Alten Kirche Jubiläum des Martinus-Chores Hagen mit Kathy Kelly


Hagen. Besser kann man sich nicht feiern: Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens hatte der Martinus-Chor zu einem großen Konzert in die Alte Kirche eingeladen. Stargast des Abends war die Sängerin Kathy Kelly, die das Publikum mit ihrem Auftritt in Begeisterung versetzte.

Es wurde ein ganz fantastischer Abend, drei Stunden lang Musik, und die Zeit verging wie im Flug. Nach einer kurzen Probe des Chors mit der Frontfrau der ehemaligen „Kelly Family“ bereitet sich die Sängerin mit ihrem Keyboard-Spieler Andy Recktenwald, bekannt durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Künstlern wie Sasha, Stephanie Heinzmann oder Johnny Logan, im „Treffpunkt“ auf ihren Auftritt vor.

Derweil wurde es für den Martinus-Chor ernst. Er nahm vor mehr als 500 Zuschauern in der Kirche Aufstellung und begann mit „Halleluja, sing ein Lied“. Heiter und mit viel Schwung gesungen wurde die Auftaktnummer sozusagen zum Synonym für alles Folgende. Die nahezu 70 Sänger legten sich ins Zeug und waren hoch konzentriert, ohne dabei verkrampft zu wirken.

Chorleiter Josef Berger, untrennbar mit der Geschichte des Chors verknüpft, lenkte das Geschehen vom Klavier aus, griff nur von Zeit zu Zeit ins Geschehen ein. Hauptsächlich gab er den Takt vor und spielte einige schöne kurze Passagen und Überleitungen.

Nach einer ans Herz gehenden Darbietung von „Mein Jesus, mein Retter“ holte Berger noch seine Tochter Anna Maria auf das Podium, die mit ihrer Stimme dem Chor vorsang und einen Riesenapplaus vom aufmerksamen Publikum erhielt.

Dann kam die Stunde der Kelly. Der Martinus-Chor hatte ihr Platz gemacht und sie zog gleich alle Register. Mit Titeln wie „Don´t be afraid“ und dem spanischen „Te quiero no me Dejes“ zeigte sie ihre stimmliche Klasse, schwang sich mühelos durch drei, vier Tonlagen, wechselte den Rhythmus und modulierte jeden Ton. Songs wie die Ballade „Sally´s Garden“ oder Leonard Cohens „Hallelujah“ folgten.

Nach einer Pause war wieder der Chor am Zug. Der Set enthielt unter anderem zwei in russischer Sprache gesungene Lieder, die die Sänger während einer Reise nach Kasachstan in diesem Sommer einstudiert hatten. Die Interpretation des zweiten Liedes übernahm Berger höchstselbst, begleitet von seiner Tochter, wobei ein wunderschönes Duett herauskam.

Noch einmal kam Kelly auf das Podium. Grandios war ihre Leistung bei „Still in Love with you“ zu nennen, wo sie ihren Part wie auch den von Irlands Singer/Songwriter Brendan Keeley übernahm, mit dem sie diesen Hit zusammen eingespielt hat. Dem folgte wieder ein spanischer Titel, immerhin hat die Sängerin den größten Teil ihrer Jugend mit ihrer Familie auf der iberischen Halbinsel verbracht. Von dort aus ein Sprung nach Schottland, als sie zur Freude der Zuhörer Robert Burns´ Hymne „Loch Lommond“ erklingen ließ, auf das ein irischer Reel folgte. Und Kelly kann´s auch klassisch: Eine Arie aus Puccinis „Turandot“ verriet, dass sie eine Ausbildung an einem Konservatorium gemacht hat.

Was dann kam, war von allen Anwesenden erwartet worden. Die Trennung von Chor und Solokünstlerin wurde aufgehoben. Zusammen mit seiner prominenten Vorsängerin stimmten nun 70 Kehlen mehrere Gospels an, wofür das Publikum frenetischen Beifall spendete, der auch nach einigen Zugaben noch lange nicht verklang.


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