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Nach Fehlalarm Fachmarktzentrum in Hagen eröffnet: Die ersten Kunden waren schon kurz vor sieben Uhr da

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Hagen. Am Donnerstagmorgen um Punkt 7 Uhr ging es los. Da eröffnete das neue Fachmarktzentrum an der Hüttenstraße in Hagen. Ein Ansturm von Neugierigen blieb allerdings aus – zumindest in den ersten Stunden.

6.45 Uhr: Kalt ist es zwar nicht, aber noch dunkel und klamm. An der Einfahrt zum neuen Fachmarktzentrum an der Hüttenstraße steht eine junge Mitarbeiterin des E-Centers. Sie soll die Kunden begrüßen, man rechnet wohl mit hohem Verkehrsaufkommen. Doch die acht Autos, die auf den Parkplatz fahren, müssen um keine Lücke kämpfen.

Zehn Minuten später stehen immerhin 15 Kunden vor der Tür. „Ich bin auf dem Weg zur Arbeit“, sagt Goddi Zaldy aus Lengerich. Er wolle nur schnell den Flachbildfernseher mitnehmen, der heute im Angebot sei.

Um 7 Uhr öffnen sich die Türen. Neugierig strömen die Kunden in den 2500 Quadratmeter großen Markt. Einige wirken etwas orientierungslos, viele staunen. Anne Marotz, die sowieso um 6 Uhr raus musste und spontan um sieben hierher fuhr, meint: „Das ist ganz schön groß.“ Die Hagener sind Kleineres gewohnt.

Einige Kunden gehen unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Die Fisch-Theke öffnet nämlich erst um 8 Uhr.

8 Uhr: Draußen versucht ein Mann in Rossmann-Kleidung, die Kundschaft in den Drogerie-Markt zu locken, indem er gut gelaunt in sein Mikrofon plaudert. „Wir legen mit unserem Programm erst später los, so um zehn“, kündigt er an. „Vielleicht machen Sie erst noch einen Mittagsschlaf.“ Ein interessanter Vorschlag.

Um halb neun kommt Dütmann-Chef Guido Gartmann in seinem neuen Markt an. Er habe erst die Kinder zur Schule bringen müssen. Lang sei die letzte Nacht vor der Eröffnung nicht gewesen. „Um drei Uhr gab es im Laden eine Brandmelder-Störung“, erzählt er. Zum Glück habe es sich nur um einen technischen Fehler gehandelt.

„Für einen Eröffnungstag haben wir sehr früh aufgemacht, da kommen ja nicht so viele Leute“, sagt Gartmann. Am Vorabend habe es aber schon eine kleine Feier gegeben, auch Bürgermeister Peter Gausmann und Edeka-Geschäftsführer Mark Rosenkranz aus Minden seien dabei gewesen. „Wir haben da Spenden gesammelt für das St.-Anna-Stift und das Martinusheim.“ 2300 Euro kamen zusammen.

Gartmann sitzt in der neuen „Pur-Lounge“, in der es Ingwer-Wasser und Ernährungstipps gibt. Natürlich wirkt auch die Küchenzeile neu. Ein Kunde spricht den Chef an und fragt, was es mit der Lounge auf sich habe. „Sie können sich hier beraten lassen.“ Der Kunde staunt: „Kann man hier jetzt auch Küchen kaufen?“

Für den neuen Laden hat Gartmann sein Personal um 30 Prozent aufgestockt, 45 Mitarbeiter beschäftigt er jetzt in Hagen. Kunden erwartet er nicht nur von hier. „Wir rechnen mit einem Einzugsgebiet bis nach Osnabrück und Lienen. Rund 20 Prozent werden von außerhalb kommen.“

Als im Rat die Entscheidung für das Fachmarktzentrum gefallen war, wollte auch Gartmann seinen Markt dorthin umsiedeln. „Wäre hier ein anderer Supermarkt reingekommen, hätten wir dichtmachen können.“

Nach dem ruhigen Start am frühen Morgen konnten sich die Händler im Fachmarktzentrum später doch noch über regen Kundenandrang freuen. „Es läuft gut an für uns“, sagt Michaela Tschirnich, Marktleiterin bei Rossmann. Konkurrenz befürchtet sie im Ort nicht. „Schlecker hat schon zu, und auch sonst wird uns das nicht gefährlich.“

Im Takko-Markt hatte man gestern mit mehr Zulauf gerechnet, wie die Teamleitung bestätigte: „Wir hatten etwas mehr erwartet.“

Nach dem Umzug der Firma Hippe in das Industriegebiet Natrup-Hagen waren die alten Hallen Anfang des Jahres abgerissen worden. Seit dem Frühjahr entstand auf dem 19000 Quadratmeter großen Areal unter der Bocholter Ten Brinke Industrie- und Gewerbebau GmbH das sieben Millionen Euro teure Fachmarktzentrum.

Neben dem E-Center, Takko und dem Drogeriemarkt Rossmann gibt es dort einen Aldi und ein Café. Im alten Aldi-Markt residiert nun eine Posten-Börse.

Während der Eröffnung versteigerte die Firma Westmeyer einen Schwertfisch. Der Erlös dieser Veranstaltung belief sich am Ende auf 1000 Euro. Dieses Geld soll nun dem Verein zur Förderung behinderter Menschen in Hagen zugutekommen, dessen Vertreter den Scheck noch am Abend entgegennahm.


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