Marktrundgang in Hagen Von der Werkstatt zum Wochenmarkt: Antonius Pohlmann arbeitet als Verkäufer bei der Bäckerei Knuf

Brot statt Schraubenschlüssel: Antonius Pohlmann arbeitet nun als Verkäufer. Foto: Niklas GolitschekBrot statt Schraubenschlüssel: Antonius Pohlmann arbeitet nun als Verkäufer. Foto: Niklas Golitschek

Hagen. Werkstätten und Wochenmärkte haben nur wenig miteinander zu tun. Als Kfz-Mechatroniker hat Antonius Pohlmann dennoch den Quereinstieg gewagt und als Verkäufer auf dem Wochenmarkt in Hagen sein Glück gefunden.

Antonius Pohlmann arbeitet erst seit zwei Jahren als Verkäufer auf Wochenmärkten und sein Werdegang hätte eigentlich nicht darauf schließen lassen, dass er nun wie jeden Mittwochnachmittag in Hagen im Wagen der Bäckerei Knuf aus Voltlage Backwaren anbieten würde.

Denn Pohlmann ist gelernter Kfz-Mechatroniker und war in dieser Funktion auch in einer Werkstatt angestellt. Wie er von Motorenöl und Gummireifen den Weg zu Mehl und Salz fand? „Josef Knuf, der Neffe des Bäckereimeisters, ist mein bester Freund“, erzählt Pohlmann von einem kurzen Kommunikationsweg. Der Freund sei eben in das Unternehmen reingerutscht und habe ihn dann mit ins Boot geholt. 

Antonius Pohlmann im Verkaufswagen der Bäckerei Knuf aus Voltlage. Foto: Niklas Golitschek

Seitdem verkauft er Backwaren, statt Autos zu reparieren. Entsprechend schwierig sei für ihn auch der Neustart in der zuvor fremden Branche gewesen: „Ich habe bei Null angefangen.“ Schließlich habe er die Produkte kennenlernen müssen, um die Kunden auch passend informieren können. Rund 40 verschiedene Backwaren plus Aktionsbrote liegen in seinem Wagen.

Bei Null angefangen

Vom Backen wisse er zwar immer noch nicht viel. Doch Pohlmann weiß: „Jedes Brot und jedes Brötchen ist durch eine Hand gegangen.“ In der Backstube komme nur ganzes Korn an, das dort weiterverarbeitet – also gemahlen oder gequetscht – werde. Dabei lege das Unternehmen Wert auf regionale Erzeugnisse und Lieferanten gelegt, zudem liefere die Bäckerei an Wiederverkäufer, erklärt Pohlmann. Das Restbrot werde getrocknet, geröstet, geschreddert und wiederverwertet, indem es in das Kochstück integriert werde. Zudem seien alle Produkte bio, vegan und zuckerfrei, manche auch glutenfrei. „Ich stehe auch hinter den Produkten“, betont er.

Statt Werkzeug hält Pohlmann nun Roggenbrot und Mehrkornbrötchen in der Hand. Statt Autos zu reparieren, steht er nun in einem Verkaufswagen. Bereut hat er den Schritt offensichtlich nicht. „Vom ersten Moment an hat es mir mehr Spaß gemacht als gedacht“, sagt der Verkäufer. 

Am Anfang hatte er durchaus befürchtet, auf dem Wochenmarkt könnte es eintönig oder langweilig zugehen. Diese Angst habe sich aber als unbegründet erwiesen. Der Kontakt mit anderen Menschen liege ihm ohnehin, das habe er schon in der Werkstatt gemerkt, sagt Pohlmann: „Das ist auch der große Unterschied zum Supermarkt. Wir pflegen den Kundenkontakt, beraten und sind mit Elan dabei.“

Positiver Eindruck

Auch der Eindruck vom im Oktober wiedereröffneten Wochenmarkt in Hagen sei durchaus positiv. „Wir sind sehr zufrieden. Man merkt, das hat den Leuten gefehlt“, sagt Pohlmann, der den Markt auch selbst noch von früher kenne. „Es gibt immer gut was zu tun und man lernt neue Leute kennen.“ Neben Hagen ist der Verkäufer auch in Oesede, Haselünne, Vechta und Damme mit dem Verkaufswagen anzutreffen. Im kommenden Jahr soll Melle als neuer Standort hinzukommen.


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