Bildungsabend: Entsorger informiert in Hagen Warum Plastik nicht grundsätzlich zu verteufeln ist

Über die regionale Abfall- und Wertstoffwirtschaft berichtet Daniela Pommer von der Awigo beim KAB-Bildungsabend in Hagen.  Foto: Jörn MartensÜber die regionale Abfall- und Wertstoffwirtschaft berichtet Daniela Pommer von der Awigo beim KAB-Bildungsabend in Hagen. Foto: Jörn Martens 

Hagen. Müll – wie man ihn vermeidet, wie er richtig getrennt wird, und was die Awigo mit unserem Müll macht, erklärt Daniela Pommer, Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation der Awigo am Montag, 18. November, 19.30 Uhr, beim Bildungsabend der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB) im Pfarrheim St. Martinus Hagen.

 Die Awigo, eine hunderprozentige Tochter des Landkreises Osnabrück, organisiert die Müllentsorgung in allen 34 Städten, Gemeinden und Samtgemeinden des Landkreises.  


Von Bringdiensten und anderen Dienstleistungen

Zunächst wird Pommer die Dienstleistungen der Awigo vorstellen: Hier unterscheiden die Müll-Profis zwischen „Bringdiensten“, worunter alle Angebote zusammengefasst werden, bei denen die Bürger selbst Abfall zur Awigo bringen. Im Landkreis Osnabrück sind besonders die Grünplätze gut besucht: Im Flächenlandkreis mit vielen Gärten brachten die Bewohner alleine 2018 rund 140 Kilo Grünabfall pro Einwohner zu den Grünabfallplätzen der Awigo. Die zweite Kategorie der Awigo-Dienstleistungen wird unter dem Begriff „Holsystem“ zusammengefasst, erklärt Pommer, 

Daniela Pommer, Unternehmenskommunikation der AWIGO. Foto: PR Awigo

Das Duale System und seine Tücken

Während die meisten „geholten“ Abfälle von der Awigo weiterverarbeitet werden, gehört der Inhalt der Gelbe Tonne, beziehungsweise des gelben Sacks, nicht dazu. „Wir holen den Abfall für das Duale System ab. Doch was weiter damit passiert, liegt nicht in unserer Macht“, so Pommer, die festgestellt hat, dass die Funktionsweise des Dualen Systems nicht jedem geläufig ist. In der Gelben Tonne wird nur Verpackungsmüll gesammelt. Daraus resultiert, dass ein Kleiderbügel mal in die Gelbe Tonne und mal in den Restmüll gehören kann: Wer ein Kleidungsstück kauft, und es mit Bügel aus dem Laden trägt, kann diesen in die Gelbe Tonne werfen. Separat gekaufte Bügel hingegen gehören in den Restmüll.

„Ich finde es schwierig, dass Plastik aktuell verteufelt wird“, so Pommer weiter. Zwar sei eine selbst mitgebrachte Einkaufstasche immer besser als eine Plastik- oder Papiertüte, die an der Supermarktkasse gekauft wird: „Allerdings muss eine Papiertüte mindestens acht Mal benutzt werden, um den viel geringeren Energieaufwand für eine Plastiktüte auszugleichen.“ Aus Pommers Sicht ist Plastik nicht grundsätzlich „schlecht“, müsste aber richtig entsorgt werden. Was aus ihrer Sicht jedoch nicht funktioniert: Kompostierbare Plastiktüten in Biotonnen – auch wenn diese im Supermarkt extra dafür angeboten werden. Warum sie trotzdem Plastikmüll im Kompostierwerk verursachen, erklärt Pommer beim Bildungsabend in Hagen.

Der Verbraucher hat die Macht

Abgesehen davon hat Pommer festgestellt, dass der Markt umdenkt, und beispielsweise Obst seltener in Plastik verpackt wird als früher. „Der Verbraucher hat eine Macht, wenn er anders einkauft“, ist Pommer überzeugt. Deshalb erklärt sie in Hagen auch die Abfallhierachie, in der beispielsweise „Abfallvermeidung“ höher angesiedelt ist als Wiederverwendung oder Recycling. Zum Thema Abfallvermeidung bietet die Awigo zudem beispielsweise eine Beratung durch sein Service Center, Lerntheater in Schulen oder Bildungsabende wie den in Hagen an.


Wiederverwerten macht Spaß

Auch das Thema Wiederverwertung steht bei der KAB auf dem Programm. So profitiert unter anderem das Repair Café in Gellenbeck vom „Müll“ anderer: Auf dem Recyclinghof in Georgsmarienhütte stehen Boxen, in die Kunden Elektrokleingeräte ohne oder mit nur kleinem Defekt ablegen können. Diese werden vom Team des Repair Cafés Gellenbeck geprüft, gegebenenfalls repariert und gegen Spende abgegeben. Entsprechende Boxen gibt es unter anderem auch in Ostercappeln .

Warum Mülltrennung lohnt

„Oftmals sagen die Leute, trennen lohne sich nicht, weil am Ende sowieso alles verbrannt werden würde“, gibt Pommer ein beliebtes Vorurteil wieder. Dass dem so nicht sei, kann sie am Beispiel eines Kühlschranks, die Zerlegung in seine Einzelteile und deren Wiederverwertung belegen. Allerdings zeigt die Recyclingquote beispielsweise von Papier auch, wie wichtig ordentliches Trennen ist: „Bei Papier liegt die Quote bei nur 95 Prozent und nicht bei 100 Prozent“, so Pommer. Dies läge unter anderem daran , dass die Reklamesendung „Einkauf aktuell“ oftmals mit der Plastikumhüllung in die Papiertonne geworfen werden würde.


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