Ungewöhnliches Konzert Alfons und Edmund Siekmann musizieren „Vetternwirtschaft“

Vetternwirtschaft: Edmund "Eddi" und Alfons "Ali" Siekmann (von links) im Duett Saxophon und Gesang. Foto: Ullrich SchellhaasVetternwirtschaft: Edmund "Eddi" und Alfons "Ali" Siekmann (von links) im Duett Saxophon und Gesang. Foto: Ullrich Schellhaas

Hagen. Sie kennen sich schon Jahrzehnte. Beiden leben mit und für Musik. Nun zeigten Alfons und Edmund Siekmann ihre musikalische „Vetternwirtschaft“.

Für den Hagener Alfons Siekmann, langjähriges Mitglied und Arrangeur der inzwischen leider aufgelösten Cale Copf Company, ist ein Konzert in der Ehemalige Kirche in Hagen so etwas wie ein Heimspiel. Sein Cousin Edmund – wievielten Grads konnten beide spontan nicht nachverfolgen – lebt allerdings in Nordhorn und hatte die Reise mit seinem Saxophon auf sich genommen. Mit Alfons Gesang und am Klavier sowie Edmunds Holzblasinstrument erwartete die etwa 450 Besucher ein spannender Abend.

Hits auf dem Saxophon

Dabei ließ der ortsansässige Alfons Siekmann dem Gast den Vortritt und ließ ihn den ersten Teil des Abends alleine bestreiten. Zum Halb-Playback bewies Edmund Siekmann sein Können am Saxophon. Und er blies sich mit sanften, sauberen Ansatz durch die großen Nummer Eins-Hits der jüngeren Pop-Geschichte. Egal ob mit „Hello“, wahlweise von Lionel Ritchie oder Adele, „Perfect“ von Ed Sheeran oder „Shallow“ von Lady Gaga im Saxophon-Duett mit einer seiner Schülerinnen: stets überzeugte der Nordhorner.

Dank unterschiedlicher Musikauswahl von Toto über Leonhard Cohen bis hin zu Pink und meist am Original orientierten Playbacks vermied er zudem ein abdriften des Abends in den Bereich Best of Fahrstuhlmusik, in den auch die besten Saxophonisten schon mal geraten können, wenn die Klangfarbe zu selten wechselt. So aber jedes Musikstück ein Genuss – sogar als die wegen einer defekten Kabelrolle das Licht und die halbe Tontechnik ausfiel.

Spannendes Duo

„Ich bin sicher, er könnte auch noch Stunden alleine weiterspielen“, hatte Alfons Siekmann schon zu Beginn des Abends angekündigt. Und sein „Ich hatte doch den Eindruck, dass ich acht Jahre nach der Cale Copf Company stimmlich und am Klavier etwas eingerostet bin“ beim Pressegespräch in der Pause hätte fast den Eindruck aufkommen lassen, als ob ihm das auch nicht Unrecht gewesen wäre. Aber gut, dass er im zweiten Teil des Abends dennoch mitgewirkt hat.

Denn die selbst für Klavier, Gesang und Saxophon geschriebenen Arrangements von etwas älteren Balladen boten ungewöhnlichste, aber gelungene Experimente vom ersten bis zum letzten Ton. Mal führten Klavier, Saxophon oder Stimme den Text an, mal wechselten sich Klavier und das Holzblasinstrument in der Begleitung ab. Zu den Höhepunkten zählten sicherlich das Duett mit Gesang und Saxophon und ein Text eines Mitschülers, den Alfons Siekmann zuletzt im Jahr 1971 gesehen und nun doch vertont hat.

Lange Vorbereitung

Spannende, passgenau auf die beiden Musiker zugeschnittene Stücke waren so im vielleicht nicht zugänglicheren, aber musikalisch doch spannenderen zweiten Teil des Abends zu hören. „Wir haben ein Jahr lang für diesen Abend gearbeitet“, sagte Alfons Siekmann in der Pause des Konzerts, deren Idee die beiden nach einem Besuch eines reinen Saxophon-Abends entwickelten.

Die Premiere erlebte der Abend in clubähnlicher Atmosphäre in Nordhorn, nach dem Erfolg in Hagen, bei dem das Publikum am Ende diverse Zugaben forderte, können sich die Musiker auch weitere Auftritte vorstellen. Verdient hätten sie es in jedem Fall. 


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