Auftritt des Shanty Chors Lieder von Sonne, Wind, Meer und Kameradschaft in Hagen

Voller Einsatz bei Rekordkulisse: Der Shanty Chor legte sich bei seinem Auftritt mächtig in die Riemen. Foto: Horst TroizaVoller Einsatz bei Rekordkulisse: Der Shanty Chor legte sich bei seinem Auftritt mächtig in die Riemen. Foto: Horst Troiza

Hagen . Das traditionelle Herbstkonzert des Shanty Chors der KAB St. Martinus Hagen stieß beim Publikum auf riesengroßes Interesse. Annähernd 600 Besucher füllten die Ehemalige Kirche bis in den hintersten Winkel und ließen sich mitnehmen auf eine stimmungsvolle Liederreise über die sieben Weltmeere.

Seit elf Jahren ist die Ehemalige Kirche der Ankerplatz der singenden Seebären der KAB. In der Vergangenheit haben ihre Auftritte auch nicht gerade unter mangelndem Zuhörerinteresse gelitten, was sich aber am Sonntag zeigte, sprengte die kühnsten Vorstellungen der Sänger. „Ich bin sprachlos. Wir freuen uns riesig, vor einer solchen Kulisse auftreten zu können“, staunte Werner Hehemann, der Vorsitzende, als er vor das Mikrofon trat. Dicht an dicht saßen vor ihm die Menschen. 520 Stühle waren aufgestellt worden, doch 60, 70 Besucher hatten keinen Sitzplatz mehr erhalten. Ohne zu murren standen sie im hinteren Teil der Kirche und genossen wie die anderen das fast zweistündige Konzert. 

Das große Interesse spornte die 22 Sänger und ihre instrumentalen Begleiter an. Von Beginn an legten sie sich mächtig in die Riemen. Kapitänin Olga Dahlke gab die Richtung vor und steuerte das Schiff sicher durch die Wellen. „Über uns der blaue Himmel“, „Aloha Oe“, „Antje, mein blondes Kind“ und andere Shantys ließen das Publikum ins Träumen kommen.

„Das Publikum kennt häufig die Texte, weil sie sehr einprägsam sind. Ebenso die Melodien, die jeder, der sie einmal gehört hat, mitsummen kann“, erklärte Fritz Weber, der den Chor lange Zeit geführt hat, in der Pause die Faszination, die Shantys auf die Menschen ausüben. „Es ist doch ein Grundbedürfnis, in der heutigen hektischen Zeit einmal zur Ruhe kommen zu können und sich unterhalten zu lassen“. Für Elisabeth und Albert Schönhoff, die keinen Auftritt der Matrosen auslassen, ist es „die Sehnsucht nach Sonne, Wind und Meer und nach Kameradschaft“, die den Seemannsliedern anhaftet.

Zwei Stunden lang sangen die Seebären Lieder von Sonne, Wind, Meer und Kameradschaft. Foto: Horst Troiza

Nach der Pause, in der die Sänger wie gewohnt ihre Kluft aus den blauen Arbeitskitteln der Schiffer gegen weiße Matrosenhemden getauscht hatten, ging es nahtlos weiter. Olga Dahlke stimmte „Ein Schiff wird kommen“ an, danach dominierten wieder die Bässe und Baritone ihrer Seeleute. „Traumschiff nach Hawaii“, „Kleine weiße Möwe“ und „Bora Bora“ waren voll Sehnsucht und Sentimentalität und gleichzeitig stimmungsvoll.

Das Publikum war begeistert, auch als es hieß „Abschied vom Meer“ zu nehmen und „Mit Volldampf nach Hause“ zu segeln. Nach zwei weiteren Zugaben wurde der Shanty Chor mit donnerndem Applaus beim Anlegen im sicheren Hafen gefeiert.


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