Energieeinsparung und Aktionen Hagen will beim Klimaschutz weiter punkten

Auf dem Weg zur nachhaltigen Gemeinde setzt Hagens Umweltbeauftragter unter anderem auf das Anlegen von Blühwiesen - Refugien für Insekten gegen das Artensterben. Foto: Angelika HitzkeAuf dem Weg zur nachhaltigen Gemeinde setzt Hagens Umweltbeauftragter unter anderem auf das Anlegen von Blühwiesen - Refugien für Insekten gegen das Artensterben. Foto: Angelika Hitzke

Hagen. Über das Wochenende ist in Hagen natürlich die Kirmes das große, alles beherrschende Thema. Aber danach beschäftigt auch in der Kirschgemeinde die Lokalpolitiker besonders die Frage, wie sich die Kommune in Sachen Klimaschutz zukunftsorientiert aufstellen kann.

Vier Bausteine stehen bei den Klimaschutzmaßnahmen in Hagen im Fokus: Einsparungen bei der Energieversorgung und Energienutzung, Förderung der Elektro-Mobilität, Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energien sowie Veränderungen im Nutzerverhalten der Bürgerinnen und Bürger. Ein Prüfauftrag der Politik an die Verwaltung lautet deshalb auch: Weiter Energie-Einsparpotenziale zu ermitteln.

Vorschläge von SPD und CDU

Ein deutliches Zeichen im öffentlichen Straßenbild, dass die Gemeinde es nicht bei Willensbekundungen belässt, sondern auf effiziente Klimaschutz-Maßnahmen setzt, ist zuletzt auf dem Gellenbecker Dorfplatz gesetzt worden. Hier steht jetzt genauso wie auf dem Parkplatz am Rathaus eine Ladestation. In Kürze wird dann an beiden Stellen E-Carsharing in Kooperation mit der Ten im Rahmen einer dreijährigen Probephase angeboten.

Die Anstrengungen, den Kohlendioxid-Ausstoß auf lokaler Ebene zu verringern, werden auf allen Feldern fortgesetzt. Dazu gehört zum Beispiel die Umstellung der Rathaus-Beleuchtung auf LED oder im Hinblick auf Mobilität die Fortsetzung des Radwegeprogramms, um mehr Bürger dazu zu bewegen, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Die Entscheidung, welche Maßnahmen nach der Iburger Straße in laufenden Jahr dann 2020 in Angriff genommen werden, fällt im Zuge der kommenden Haushaltsberatungen.

Auch bei den erneuerbaren Energien will Hagen weitere Fortschritte erreichen. Ein wichtiger Punkt: der Ausbau regenerativer Energien und die Steigerung der Zahl von Photovoltaik- und Solaranlagen.

Die SPD-Fraktion hat dazu zuletzt einen Antrag eingebracht, dass sich die Gemeinde bei neuen Baugebieten sowie bei sanierungsbedürftigen Gebäuden "zukunftsorientiert" aufstellt und eine "Vorreiter-Funktion" übernimmt.  "Wir sollten zum Beispiel Strom durch Photovoltaik-Anlagen erzeugen, zentrale Stromspeicher erstellen sowie Zisternen für das Auffangen des Regenwassers nutzen", um dies dann für die Gartenbewässerung, für Toiletten oder eventuell für das Waschen einzusetzen, heißt es in der SPD-Vorlage. 

SPD-Ratsmitglied Martin Obermeyer: "Wir müssen jetzt handeln, damit wir unsere Klima-Ziele erreichen." Seitens der Gemeinde sollten hier entsprechende Fördermittel bereitgestellt werden. 

Auch die CDU-Mehrheitsfraktion beschäftigt natürlich das Thema wie Klima- und Umweltschutz "nachhaltig kommunal" realisiert werden können. In der Ratssitzung am Donnerstagabend werden hierzu Vorschläge vorgestellt. 

Zentraler Punkt: Hagen als „klimafreundliche und nachhaltige Kommune“zu  entwickeln. Genauso wie es in der vergangenen Wahlperiode gelungen sei, in einen strategischen Prozess eingestiegen, um die demografischen Herausforderungen zu analysieren und entsprechende Handlungsfelder sowie Maßnahmen , soll jetzt beim Klima- und Umweltschutz in einen "vergleichbaren Prozess" eingestiegen werden. Ziel: Die Gemeinde soll "nachweislich nachhaltig agierenden Kommune" werden.

Veränderung des Alltagsverhaltens

Ein wichtiger Punkt der Klimaschutzmaßnahmen ist die Veränderung des Alltagsverhaltens der Bürgerinnen und Bürger, was zum Beispiel Abfallvermeidung und die Nutzung von Mehrweg-Systemen oder richtige Mülltrennung betrifft. Hier setzt der Umweltbeauftragte der Gemeinde, Ulrich Elixmann, insbesondere auf Informationsveranstaltungen und Aktionen wie den Abfallsammeltag oder die kürzlich stattgefundene Projektwoche der Oberschule "Zukunft und Nachhaltigkeit".

Außerdem setzt der Umweltbeauftragte mit dem Anlegen von Wildblumenwiesen und dem Bau so genannter Insektenhotels Zeichen. Eine weitere Blühwiese wird in Kürze gegenüber des Hofladens Ehrenbrink-Brockmeyer am Brooksweg entstehen. 


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