10 Tage in Westafrika Hagener Reisegruppe unterwegs im afrikanischen Benin

Von Regina Sandkämper, Brigitte Bensmann

Die Reisegruppe der St. Martinus-Gemeinde Hagen zusammen mit Kindern aus Benin vor der Baustelle, auf der eine neue Schule und ein Kindergarten enstehen soll. Foto: St. Martinus-Gemeinde HagenDie Reisegruppe der St. Martinus-Gemeinde Hagen zusammen mit Kindern aus Benin vor der Baustelle, auf der eine neue Schule und ein Kindergarten enstehen soll. Foto: St. Martinus-Gemeinde Hagen

Hagen/Benin. Mit Freude und Aufregung, aber auch mit gewisser Anspannung startete im August wieder eine Reisegruppe aus der St. Martinus-Gemeinde Hagen nach Benin - Westafrika, in das Heimatland von Kaplan Coffi Regis Akakpo. Während der 10-tägigen Reise öffnete Coffi der Gruppe die Tür zu seiner Heimat. Vieles von dem, was sie dort sahen, war zunächst sehr fremd für sie. Ein Reisebericht.

Die Bilder, die sich uns aus den Fenstern unseres Busses boten, waren geprägt vom staubigen Rot der Erde, dem satten Grün großer Palmen und Teak-Bäume und den zahlreichen Menschen, die an uns vorbeizogen. Angekommen in der schwülen Wärme Benins, wurde es jedoch von Tag zu Tag gewöhnlicher, das Leben der Menschen auf den Straßen zu beobachten. Ob als Verkäufer von Früchten, Stoffen, Benzin oder sogar Särgen – das Leben vieler Menschen spielte sich noch bis spät in die Nacht auf den Straßen ab. Wir wagen zu bezweifeln, dass all diese Menschen überhaupt ein Zuhause haben, das den Namen verdient. Begleitet von zahlreichen Mototaxen und ihren gelb gekleideten Fahrern reisten wir Tag für Tag an neue Orte, in andere Natur, in andere Gemeinden. So erhielten wir durch Coffis liebevolle und geduldige Führung tiefe Einblicke unter anderem in die beninische Stoffkultur, welche viel bedeutungsträchtiger ist, als man im ersten Moment vermuten mag. 

Nachhaltige Eindrücke und afrikanische Gelassenheit

Wir erlebten vor Freude und Lebendigkeit sprühende Messfeiern, bei denen wir wie selbstverständlich in Musik und Tänze eingebunden wurden. Wir haben jetzt verstanden, was es heißt einen Gottesdienst zu „feiern“. Die beeindruckende Herzlichkeit und Offenheit der Menschen, die wir kennenlernen durften, ließ uns ein Stück der besonderen Kultur in uns aufnehmen. So legten wir unsere deutsche Genauigkeit ein Stück weit ab und verwandelten sie in afrikanische Gelassenheit, mit der wir so manche Schlaglöcher, Grenzerfahrungen bei der Überfahrt nach Togo oder definitiv überladene Mopeds einfach hinnehmen konnten. Auch der Besuch der Leprastation tief im Busch sowie der Weg der Sklaven hinterließ nachhaltige Eindrücke. Immer wieder durften wir auch Entspannung genießen, beispielsweise bei einer Bootsfahrt auf dem Mono River. Wichtig war selbstverständlich die Besichtigung der Baustelle eines neuen Kindergartens sowie einer Schule in der Pfarrgemeinde Christ König in Adjahonme. Schule und Kindergarten werden im Rahmen des Hilfsprojekts „Durch Bildung aus der Armut“ errichtet, welches Kaplan Coffi ins Leben gerufen hat und auch leitet.

In unseren Herzen bleiben vor allem die große Freude und Herzlichkeit zurück, die uns auf unserer Reise immer wieder begegnet sind, sowie unsere Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die ohne zu zögern auf uns zugingen und uns in ihre Reihen aufnahmen.

An letzter und wichtigster Stelle möchten wir uns aus tiefstem Herzen bei Coffi bedanken, der nicht nur ein großartiger Reiseleiter und Organisator, sondern vielmehr ein wunderbarer Reisebegleiter war. Er hat für uns mehr als alles gegeben und möglich gemacht. Wir danken für das Vertrauen und die herzliche Zuwendung, die er jedem einzelnen von uns entgegengebracht hat.


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