„Ein Dach über dem Kopf macht Zukunft möglich“ Niedermark: Hunderte Besucher beim ökumenischen Gemeindefest

Darbietungen auf der Bühne, wie hier von einer Tanzgruppe der Spvgg. Niedermark, zählten mit zu den Höhepunkten des 10. Ökumenischen Gemeindefestes in Hagen-Gellenbeck. Foto: Horst TroizaDarbietungen auf der Bühne, wie hier von einer Tanzgruppe der Spvgg. Niedermark, zählten mit zu den Höhepunkten des 10. Ökumenischen Gemeindefestes in Hagen-Gellenbeck. Foto: Horst Troiza

Hagen . Hunderte Besucher nahmen am Sonntag am ökumenischen Gemeindefest der beiden Kirchen in der Niedermark teil. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto „Ein Dach über dem Kopf macht Zukunft möglich“ und beschäftigte sich mit der Situation Wohnungsloser in der Region sowie dem Projekt von Kaplan Coffi Akakpo im afrikanischen Benin.

Hochsommerliches Wetter erwartete die Besucher des ökumenischen Gemeindefestes, das in diesem Jahr seine 10. Auflage feiern konnte. Christen beider großen Konfessionen feiern alle zwei Jahre auf dem Gelände rund um die Kirche Mariä Himmelfahrt einen ganzen Tag gemeinsam und lernen sich kennen.  

Die Verantwortlichen hatten sich dieses Mal für ein gesellschaftlich drängendes Motto entschieden und die Themen Wohnen, Obdachlosigkeit und Zukunft in den Mittelpunkt der Veranstaltung gerückt. Bereits im sehr gut besuchten Gottesdienst am Morgen stimmten Pfarrer Hermann Hülsmann, sein evangelischer Amtsbruder Pastor Stefan Wagner und Kaplan Coffi die Teilnehmer darauf ein. „Beheimatet zu sein bedeutet auch, behütet zu sein“, erklärte Pastor Wagner. Die Kirchen, daran erinnerte Pfarrer Hülsmann, bieten jedem Obdach, nicht allein im spirituellen Sinne, sondern auch im materiellen. Die aktive Sozialarbeit ist in diesen Zeiten ein unverzichtbarer Teil des Gemeinlebens geworden. Kaplan Coffi gab ein Sprichwort seiner Heimat wieder, „Wenn du nicht mehr weißt, wo du hin wisst, dann wisse, wo du her kommst“, erklärte er.

Coffi Akakpo hat vor einem Jahr in seiner Heimat ein Projekt für den Bau eines Schulzentrums in der Region Adjahonme begonnen. Vorgesehen ist ein Kindergarten, eine Grundschule und ein Gymnasium. „Es bietet jenen ein Dach über dem Kopf, eine Wohnung, mit deren Hilfe Bildung erfolgt, durch die sie ihre Chancen verbessern können“, sagte er. Doris Hindersmann, Rendantin von St. Marien, die das Projekt mit einer Reisegruppe besucht hatte, berichtete von großen Fortschritten beim Aufbau. „Der Rohbau steht. Im nächsten Jahr werden dort die ersten den Kindergarten besuchen können“.

Rainer Greiten und Anke Benne machten beim Gemeindefest auf die Arbeit der Ambulanten Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werkes aufmerksam. Foto: Horst Troiza

Anke Benne und Rainer Greiten informierten beim Gemeindefest über die Arbeit der Ambulanten Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werks. „In der von uns betriebenen Notunterkunft in Hagen sind gegenwärtig acht Menschen untergebracht, in Hasbergen sind es zwei“, zählte Benne auf. Das Ziel sei, so Greiten, Wohnungslose über den Weg der Notunterkunft in eine Übergangswohnung zu vermitteln. „Denn wer eine Wohnung hat, kann auch Arbeit finden und somit seine Lebenssituation in den Griff bekommen“. 

Die beiden Mitarbeiter der Diakonie standen später zusammen mit den Pastoren und Kaplan Coffi auf der Bühne am Gustav-Görsmann-Haus, wo sie, moderiert von Elke und Günter Rolf, Einblicke in die von ihnen vertretenen Projekte gaben. „Wir sind immer auf die Hilfe von Vermietern angewiesen, die uns Wohnraum zur Verfügung stellen, damit die Eingliederung der jetzt Wohnungslosen auch klappen kann“, starteten sie einen Aufruf.Wie bekannt wurde, fließt der Erlös aus dem Gemeindefest zur Wohnungshilfe und dem Projekt in Benin.

Es gab ein Gemeinschaftssingen, Tanzvorführungen, eine Groschenkirmes und eine Bingorunde. Die Feuerwehr war mit einem Fahrzeug zu Gast und auch für den kleinen oder großen Appetit und den Durst war gesorgt.

Ob für Kleine oder Große - das ökumenische Gemeindefest bot allen Besucher beste Unterhaltung. Foto: Horst Troiza


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