Visionen für ein zukünftiges Hagen „Wir sind eins“ - Obermark und Niedermark rücken zusammen

Mit Klebepunkten und Kärtchen: Beim Brainstorming für die Dorfentwicklung hatten Jung und Alt viel Spaß.
Foto: Petra PieperMit Klebepunkten und Kärtchen: Beim Brainstorming für die Dorfentwicklung hatten Jung und Alt viel Spaß. Foto: Petra Pieper

Hagen. Der Impulsworkshop zum Entwicklungsprozess der Dorfregion Hagen a T.W. ist am Samstag erfolgreich gestartet.

55 Hagener „aus allen Ortsteilen und Altersgruppen“, wie Markus Hestermeyer erfreut registrierte, beteiligten sich im Bürgerhaus Natrup-Hagen aktiv an der künftigen Gestaltung ihres Ortes. „Ich bin zuversichtlich, dass wir heute und im weiteren Verlauf viele gute Impulse bekommen“, sagte der Erste Gemeinderat. Vor allem sei erfreulich, dass so viele junge Menschen, die nach eigener Aussage gern in Hagen bleiben wollen, sich mit Vorschlägen in den Dorfentwicklungsprozess einbrächten.

Menschen mit Visionen

Nach einer ersten Bestandsaufnahme – „Wo sind wir gemeinsam stark? Was sind unsere Schwächen? Welchen Herausforderungen stehen wir gegenüber?“ forderte Moderator Tim Strakeljahn vom Planungsbüro pro-t-in die Teilnehmer zur Ideenfindung auf. „Fragen Sie jetzt nicht, was das kostet und ob es dafür Fördergelder gibt, sammeln Sie einfach Ihre Ideen, entwickeln Sie Visionen für Hagen!“

Und das taten die Hagener dann auch mit Hingabe. Ausgerüstet mit Ortsplänen, bunten Stiften, Klebepunkte und Haftzetteln ließen sie an fünf Gruppentischen ihrer Kreativität freien Lauf. Mit großem Einfallsreichtum widmeten sich viele Gruppen dem Thema „Verkehr und Mobilität“, das schon in der „Stärken und Schwächen“-Auftaktrunde stark vertreten gewesen war. Von der besseren Anbindung insbesondere der Niedermark an den öffentlichen Nahverkehr, der gegebenenfalls auch kostenlos sein könne, über einen Fußgängertunnel für den Bahnhof Natrup-Hagen bis hin zu Bürgerbus, Carsharing und einer Mountainbike-Anlage samt Parcours rund um die Gemeinde reichten die Vorschläge. Auch eine Fahrradroute entlang des Goldbachs „ohne Steigungen“ sowie Radschnellwege wurden ins Gespräch gebracht. Nicht weit in die Zukunft verlegen wollten die Teilnehmer ihren Wunsch nach verbesserter Internet-Versorgung: „5G für alle“ und „Schluss mit dem Funkloch Sudenfeld“ forderte nicht nur der mit 13 Jahren jüngste Teilnehmer.

Gemeinschaftsgefühl stark

Als ein Schwerpunkt kristallisierte sich das Gemeinschaftsgefühl der Hagener heraus, das auch in der Stärkenanalyse breiten Raum eingenommen hatte: Die Verbundenheit mit der Heimat, die sich - selbst bei Weggezogenen - besonders deutlich zur Kirschen- und zur Kirmeszeit regt, das vitale Vereinsleben, die Zufriedenheit mit der Arbeit von Rat und Verwaltung und der Wunsch, dass sich alle Hagener in ihrer Gemeinde wohlfühlen sollen, bestimmte die Vorschläge zur Stärkung noch gut funktionierender Nachbarschaften oder zum Schutz einer noch intakten Natur. Dabei dürften kleinere Ortsteile wie Sudenfeld nicht aufgrund ihrer Abgeschiedenheit „abgehängt“ werden. Unter der Überschrift „Wir sind eins“ wurde die Frage des Zusammenhalts zwischen Ober- und Niedermark thematisiert und überlegt, wie die Trennung zwischen den Ortsteilen in den Köpfen und real überwunden werden könnte.

Neben verbesserter Mobilität wurde auch mehr Vernetzung im sozialen Bereich und mehr Klimaschutz gewünscht: So könnte ein Kataster für zum Verkauf stehende Altbauten oder Mehrgenerationenhäuser die angespannte Wohnraumfrage entlasten, ein barrierefreies Kulturzentrum mit Mediathek und Café zum Treffpunkt für Jung und Alt werden, Probenräume für Bands und Treffpunkte für Jung und Alt eingerichtet werden und so weiter.

Und letztlich wurde auch der schönen, „wanderbaren“ Natur in Hagen viel Aufmerksamkeit geschenkt: Mit dem Ausbau regenerativer Energien und der Förderung des Klimaschutzes solle sie erhalten bleiben. Man könne Äcker von Bauern pachten und als Wildblumen-Blühwiesen an Privatleute vermieten, einen Bewegungspark einrichten, Hochbeete für „essbare Landschaften“ bauen oder einen Naturteich an der Gellenbecker Kirche anlegen.

Weitere Termine

Auch zu den nächsten beiden Workshops - am 3. Juni in der Grundschule Gellenbeck und am 4. Juni im Rathaus, jeweils von 18 bis 20 Uhr – sind wieder alle interessierten Bürger eingeladen. „Jeder kann kommen, auch ohne Anmeldung“, unterstrich Tim Strakeljahn.


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