Grünes Licht bei drei Bauvorhaben Hagener Rat für Lidl-Anbau, Ortskern-Wohnungen und Nachverdichtung

Die geplante Bebauung im Bereich Hüttenstraße 20 oberhalb der Fachmärkte. Grafik: Gemeinde Hagen/InvestorDie geplante Bebauung im Bereich Hüttenstraße 20 oberhalb der Fachmärkte. Grafik: Gemeinde Hagen/Investor

Hagen. Drei Bebauungsprojekte haben am Donnerstagabend auf der Tagesordnung des Hagener Rates gestanden – mit jeweils einstimmigen Beschlüssen. Was sich am Lidl-Markt in der Niedermark, auf einem bisherigen Firmengrundstück an der Hüttenstraße sowie im Bereich Zum Jägerberg und Im Tiefen Garten verändern wird.

Alle drei Vorhaben sind zuvor schon im Planungs- und Umweltausschuss beraten worden. Doch im Rat hat es jetzt zum Teil neue Informationen gegeben.

Langfristig Nahversorgung gesichert

Lidl-Erweiterung: Durch den Satzungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Gellenbecker Esch" wird dem Discounter an der Natruper Straße ein Anbau mit einer Backstraße ermöglicht. Dadurch sei an dem Standort die "langfristige Nahversorgung" gesichert, erläuterte Michael Bensmann für die CDU/FDP-Gruppe zu den Erweiterungsplänen. Auch SPD-Vertreter Günter Rolf griff anschließend diesen Aspekt auf und wies darauf hin, dass die eigentlich erst in drei Jahren anstehende Vertragsverlängerung aufgrund des grünen Lichts jetzt vorzeitig erfolgen werde. Beide Ratsmitglieder hoben auch hervor, dass die Realisierung keine höheren Emissionen für die Anwohner zu Folge habe. Auch eine schon länger vorgesehene fußläufige Anbindung zur Görsmannstraße könne verwirklicht werden.

Fünf Wohnungen mit Sozialbindung

Wohnbebauung Hüttenstraße: Ausführlich stellte Ortsplaner Stefan Lehmann vom beauftragten Büro anschließend die Pläne für drei Mehrfamilienhäuser auf dem bisherigen Firmengelände Metall- & Stahlbau Herkenhoff vor. Der oberhalb der Fachmärkte gelegene Bereich ist bisher als Industriegebiet ausgewiesen und soll jetzt für eine Wohnbebauung mit 18 Mietwohnungen genutzt werden, wofür sich das Grundstück aufgrund der zentralen Lage aus Planer-Sicht auch optimal eignet.

Das Schallschutzgutachten hat ergeben, dass der Gewerbelärm kein Problem darstellt. Aufgrund der Verkehrsbelastung sind an den drei vorgesehenen Gebäuden aber lärmdämmende Maßnahmen erforderlich. Hinsichtlich der Höhen der beiden Neubauten auf dem abfallenden Gelände sind Festsetzungen erfolgt, die optisch ein einheitliches Bild mit dem zurückliegenden Altbestand ergeben.

Bürgermeister Peter Gausmann: "Durch den Bebauungsplan ziehen wir hier in dem Bereich eine schiefe Ebene gerade." Für die CDU/FDP-Ratsmehrheit lobte Christoph Dransmann: "Das ist eine tolle Planung. Etwas besseres an der Stelle konnte nicht passieren." Der SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhard Wittke erinnerte daran, dass an dem Industriegebiet-Standort, an dem in der Vergangenheit die Firmen Hippe und Herkenhoff das Bild geprägt hätten, nach den Verbrauchermärkten jetzt Wohnungen entstehen: "Hier sind Größenordnungen vorgesehen, die derzeit am Markt nachgefragt werden, und es entstehen auch fünf Wohnangebote mit einer langfristigen Sozialbindung." Auch die Grünen erklärten ihre Zustimmung.

Voraussetzung für Bebauung schaffen

Nachverdichtung Zum Jägerberg/Im Tiefen Garten: Einstimmung hat der Rat am Donnerstag ein Verfahren zur Aufhebung der Gestaltungssatzung für die Bereiche Zum Jägerberg und Im Tiefen Garten auf den Weg gebracht, um hier eine Bebauung in zweiter Reihe zu ermöglichen. Rund zehn Anwohner verfolgten den Sitzungsverlauf wegen dieses Tagesordnungspunktes. Der Fachausschuss-Vorsitzende Hermann Buller: "Es gibt zahlreiche Familien, die hier die Größe der Grundstücke für ein weiteres Wohngebäude nutzen wollen." Es müsste aber zunächst dieser Schritt erfolgen, bevor dann die Voraussetzungen für eine Bebauung geschaffen werden könnten.

Europatag: Am Donnerstag ist der offizielle Europatag der Europäischen Union gewesen. Der Ratsvorsitzende Claus Molitor (CDU) griff dies am Ende der Sitzung auf, als auf Antrag der SPD-Fraktion einstimmig der Beitritt der Kirschgemeinde zur Initiative "Niedersachsen für Europa" beschlossen worden war – einem von Politik, Kirchen, Unternehmen und Gewerkschaften getragenen Bündnis, um für die EU und die Vorteile, die die Menschen im Alltag durch die Europäische Union haben, zu werben. "Am Sonntag in zwei Wochen sind bei uns Europa-, Landrats- und Bürgermeisterwahl", erklärte er und erinnerte daran, welche Bedeutung das Wahlrecht hat: "Demokratie und Hagen leben vom Mitmachen."


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