Dank Mütter-Power Chance auf gymnasialen Zweig Überraschende Anmeldezahlen an Hagener Oberschule

Optimistisch, dass die Oberschule einen gymnasialen Zweig bekommt: Unser Foto zeigt (von links) Britta Wenker, Christine Serke, Bürgermeister Peter Gausmann und die Schulausschuss-Vorsitzende Ilka Pötter. Foto: Wolfgang ElbersOptimistisch, dass die Oberschule einen gymnasialen Zweig bekommt: Unser Foto zeigt (von links) Britta Wenker, Christine Serke, Bürgermeister Peter Gausmann und die Schulausschuss-Vorsitzende Ilka Pötter. Foto: Wolfgang Elbers

Hagen. Damit hat niemand gerechnet: Die Anmeldezahlen an der Hagener Oberschule sind Ende April so gut gewesen, dass die Gemeinde jetzt ein Jahr früher als geplant bei der Landesschulbehörde einen neuen Anlauf für ein gymnasiales Angebot in der Sekundarstufe eins nimmt. Der Antrag ist bereits gestellt.

Eigentlich ist der gymnasiale Zweig für dieses Jahr kein Thema gewesen. Zu tief saß noch die Enttäuschung des Vorjahres, als die geforderten Zahlen für die Einrichtung eines gymnasialen Zweiges an der Oberschule Hagen klar gerissen wurden. Die Zielmarke von insgesamt 75 Schülern für eine Dreizügigkeit, davon rund ein Drittel für den gymnasialen Zweig, war mit nur rund 50 Anmeldungen deutlich verfehlt worden.

67 Oberschul-Anmeldungen

 Auch Bürgermeister Peter Gausmann hat Anfang des Jahres noch einmal erklärt, dass geplant sei, erst für das Schuljahr 2020/21 erneut einen gymnasialen Zweig bis Klasse 10 anzubieten. Doch jetzt sieht plötzlich alles ganz anders aus: Insgesamt 67 Oberschul-Anmeldungen hat Schulleiter Simon Borgers Ende April nach den beiden Anmeldetagen gezählt, darunter 20 für ein gymnasiales Angebot. 

Damit liegt die Gemeinde Hagen zwar unter den geforderten Werten. Aber aufgrund der starken dritten und vierten Jahrgänge, die in den nächsten beiden Jahren von den Grundschulen in die Sekundarstufe eins wechseln, ist die Perspektive gegeben, dauerhaft ab der Fünften die Zahlen für ein gymnasiales Angebot zu schaffen.

Der Anstoß, schon zum diesjährigen Schul-Anmeldetermin noch einmal gezielt für den gymnasialen Zweig zu werben, ist nicht aus dem Rathaus gekommen, sondern von zwei Müttern, deren Kinder im Sommer von der Grundschule St.Martin in die Sekundarstufe eins wechseln. Bürgermeister Peter Gausmann: "Für die Gemeinde ist das als Schulträger natürlich ein tolles Signal, dass die Hagener Eltern unsere Zielsetzung, den Schulstandort durch ein solches Angebot zu stärken, so unterstützen. Wir haben auch immer betont, eine entsprechende Initiative sofort mitzutragen." 

Christine Serke und Britta Wenker heißen die beiden Initiatorinnen hinter der erfolgreichen Werbe-Offensive. "Wir fanden es im vergangenen Jahr sehr schade, dass es mit dem gymnasialen Zweig nicht geklappt hat und der nächste Anlauf erst zum Schuljahr 2020/21 erfolgen sollte, da unsere Kinder 2019 die vierte Klasse abschließen und für sie dieses Oberschul-Angebot genau passend wäre", erläutern sie ihr Engagement. 

Eltern rührten Werbetrommel

Eigentlich ist allen Beteiligten im Vorfeld klar gewesen, dass erst im kommenden Jahr wieder eine realistische Chance für einen gymnasialen Zweig bestehen würde. Dann gibt es an der Grundschule St. Martin wieder durchgängig eine Vierzügigkeit,  nachdem zuletzt nur jeweils drei Klassen nach der Vierten in die Sekundarstufe eins wechselten. 

"Aber bei einer Info-Veranstaltung der Oberschule im November sind wir hellhörig geworden, nachdem hier deutlich wurde, dass auch so die Möglichkeit besteht, die Kinder für den gymnasialen Zweig anzumelden", macht Christine Serke deutlich, warum sich plötzlich schon eine Perspektive zum kommenden Schuljahr ergeben hat. Zusammen mit Britta Wenker ist dann vor allem an der Grundschule St. Martin die Werbetrommel gerührt worden. Aber sie haben zum Beispiel auch mit Eltern der Antonius-Schule in Holzhausen Kontakt aufgenommen und bei ihren Aktivitäten neben dem Telefon auch Whatsapp-Gruppen genutzt.

Gausmann: Ein tolles Ergebnis

Der Erfolg: Die beiden konnten immer mehr Unterstützer für einen gymnasialen Zweig gewinnen. Hagens Bürgermeister: "Da ist ein tolles Ergebnis erreicht worden, mit dem wohl keiner gerechnet hat." Mehr als 15 der 20 Anmeldungen für einen gymnasialen Zweig kommen dabei von Eltern der St.-Martin-Viertklässler.

Anfang der Woche bekommt die Landesschulbehörde jetzt Post von der Gemeinde. Inhalt: der erneute Antrag, einen gymnasialen Zweig einzurichten. Peter Gausmann: "Auch wenn wir etwas unter den geforderten Zahlen liegen, hoffen wir jetzt im vorgezogenen zweiten Anlauf auf eine Genehmigung, da wir in den kommenden Jahren von den Schülerzahlen her glänzende Voraussetzungen haben, um am Schulstandort die Nachfrage für eine solches Angebot zu gewährleisten."

 


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