Gehen, wenn es am schönsten ist Hagener Treffpunkt nimmt Abschied von Martina Bolke

Von Werner Barthel

Dem Seniorentreff neues Leben eingehaucht hat Martina Bolke (rechts) mit ihrem Team. Dafür bedankten sich Pastor Ellinger und Helga Witte. Foto: Manfred HeinschDem Seniorentreff neues Leben eingehaucht hat Martina Bolke (rechts) mit ihrem Team. Dafür bedankten sich Pastor Ellinger und Helga Witte. Foto: Manfred Heinsch
Manfred Heinsch

Hagen. Eigentlich war es ein Seniorentreffen wie alle anderen auch in den vergangenen 43 Jahren. Nur, dass sich bei dieser Kaffee- und Klönrunde Martina Bolke verabschiedete. Nach 14 Jahren legte die Teamsprecherin ihr Amt nieder. „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!“, rief die 83-Jährige unter anhaltenden Beifall der Senioren.

Nach dem Motto „Wer rastet, der rostet!“ hatte Martina Bolke gemeinsam mit acht Mitstreiterinnen die Geschicke der wöchentlichen Seniorentreffen im Pfarrheim St. Martinus unter der Kirche geleitet, hatte Woche für Woche für Kaffee und Kuchen gesorgt, war mit ihnen auf Fahrten unterwegs und hatte, was das Wichtigste war, ständig Abwechslung und Kurzweil im Programm.

An diesem Nachmittag waren es die Tanz- und Ballettgruppe des TV Georgsmarienhütte, die mit einer rund 30-köpfigen Schar für Stimmung und Unterhaltung sorgten. Schon der Beginn war so richtig nach dem Geschmack der Senioren: „Da wir in der Karnevalszeit sind, beginnen wir auch mit dem aktuellen Marsch der Tanzgarde Grün-Weiß“, begrüßte Ballettlehrerin Gaby Reimer die Anwesenden.

In der folgenden halben Stunde konnten sich die alten Herrschaften nicht satt sehen an den Darbietungen der 5- bis 18-jährigen Tänzerinnen. Zunächst boten sie den dritten Akt des Balletts „Der Nussknacker“ von Peter Tschaikowski, um dann alle Anwesenden mit einem Strauß anmutig vorgetragener Tänze zu unterhalten. „Man wusste nicht, was man mehr bewundern sollte: die bunten Kostüme der Mädchen oder den tänzerischen Anmut, mit dem sie zu gefallen wussten“, meinte eine Seniorin anerkennend. Auch Kaplan Coffi Regis Akakpo wusste anschließend mit seinen Gesängen aus seiner Heimat zu gefallen, bei denen er gleichzeitig die Trommelschlegel schwang.

Zahlreich war die Schar der Gäste, die gekommen war, um Martina Bolke zu verabschieden. Foto: Manfred Heinsch


Lang war dann die Liste der Gäste, die gekommen waren, um Martina Bolke zu danken. Sie reichte von Vertretern der Geistlichen bis zu den Sprechern von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand sowie der politischen Gemeinde. Sie alle waren sich einig, dass Martina Bolke und ihr Team Großartiges leisteten und Bolkes Abschied ein herber Verlust sei. Freudig überrascht reagierte Bolke auf die Ankündigung einer besonderen Auszeichnung, die die stellvertretende Bürgermeisterin Mechthild Lauxtermann überbrachte: Martina Bolke gehört in diesem Jahr zu dem kleinen Kreis derjenigen, die beim diesjährigen Kirschblütenfest besonders geehrt werden sollen.

Mit Tränen in den Augen hörte Bolke anschließend, was ihre Mitstreiterinnen ihr nach der 14-jährigen Zusammenarbeit zu sagen hatten: Sie sei nicht nur unermüdliche Antreiberin und guter Geist im Team gewesen, sondern hätte sich durch Kreativität und Unternehmungseifer ausgezeichnet. In Anerkennung ihrer Verdienste um den Treffpunkt wurde ihr gar eine Urkunde über die lebenslange Mitgliedschaft im Team überreicht.

Dabei hat die eine oder andere ihrer Kolleginnen mit Sicherheit auch an den Beginn ihrer Zusammenarbeit gedacht: Als Bolke vor 14 Jahren dem Team beitrat, geschah dies zu einer Zeit, als der Treffpunkt für Senioren eine ausgesprochen „maue“ Phase durchlebte. Sie selbst ließ diese Erinnerungen noch einmal Revue passieren: „Am Anfang war es manchmal schon richtig trostlos. Wir neun Frauen vom Team saßen dann kaum mehr Besuchern gegenüber.“

Mit ihrem Team machte Martina Bolke den Treffpunkt mit abwechslungsreicher Unterhaltung beliebt bei zahlreichen Senioren in Hagen. Foto: Manfred Heinsch


Doch das änderte sich schnell und sprach sich noch geschwinder herum. Mit immer neuen Ideen für eine ansprechende Gestaltung der Treffen sorgte Bolke für den Aufschwung, bis bald „nach Dienstantritt“ 50 bis 70 Senioren zu den regelmäßigen Besuchern zählten. Auf dem Programm standen bald auch Ausflüge und Besuche von Wallstätten, es gab Rosenmontagsfeste ebenso wie Gebetstage und Stunden mit sportlicher Bewegung.

„Es waren erfüllte Jahre“, blickte Bolke zurück, „deswegen fällt es mir schwer loszulassen. Dankbar denke ich an so manches Treffen zurück, das wir gemeinsam zu richtig kleinen Events gestaltet haben.“ Dabei, so bekennt sie, fühle sie sich als die eigentlich Beschenkte: „Diese Arbeit, so anstrengend sie auch manchmal gewesen sein mag, hat mich jung gehalten und hat dafür gesorgt, dass ich noch ‚klar im Kopf‘ bin.“


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