Das perfekte Schnäppchen ergattern Flohmarkt des Deutschen Familienverbandes in Hagen

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Der Flohmarkt des Deutschen Familienverbandes in der Turnhalle der St. Martin Schule in Hagen war am Sonntag Anlaufstelle für zahlreiche Schnäppchenjäger. Foto: Monika VollmerDer Flohmarkt des Deutschen Familienverbandes in der Turnhalle der St. Martin Schule in Hagen war am Sonntag Anlaufstelle für zahlreiche Schnäppchenjäger. Foto: Monika Vollmer

Hagen. An einem verregneten Sonntagmorgen früh aufstehen, nach Schnäppchen suchen und mit Händlern feilschen: der Flohmarkt des Deutschen Familienverbandes hat seinen besonderen Reiz und lockte zahlreiche Besucher in die Turnhalle der Hagener St. Martin Grundschule.

Warum Ladenpreise zahlen, wenn der Kleiderschrankinhalt spätestens nach vier bis sechs Monaten, je nach Wachstum des Kindes, ausgetauscht werden muss? Zwei Euro für eine neuwertige, rosafarbene Steppjacke eines Designers, dazu eine nie getragene Jeans an der noch das Etikett baumelt. Angebote wie diese locken einmal jährlich in die Schulturnhalle. Schon lange vor der offiziellen Eröffnung um zehn Uhr wird sich durch die Gänge zwischen den Standreihen gequetscht, während das geschulte Auge des Schnäppchenjägers nach besonders schönen Stoffen Ausschau hält, die aus irgendeinem Stapel hervorlugen. Innerhalb weniger Minuten ähneln zuvor sorgfältig gebügelte und nach Größen gestapelte Wäscheberge einem Wühltisch und die Atmosphäre erinnert an frühere Schlussverkäufe. 

Sorgfältig gebügelt und nach Größen gestapelt. An manchen Kleidungsstücken baumelt noch das Etikett. Foto: Monika Vollmer

Jolina Mesker (11) drapierte mit ihrer Mutter bereits kurz vor acht Uhr ein üppiges Angebot in den Kleidergrößen von 104 bis „XS“ auf einem Tapeziertisch. Zwei Stunden später herrscht reger Betrieb, das Geschäft läuft gut. „Die Sachen passen sowohl meiner kleinen Schwester als auch mir nicht mehr“, sagt Jolina und gibt preis, dass sie den Erlös gerne in Süßigkeiten und neue Kollektionsstücke stecken möchte. Damit sie nach Möglichkeit nichts wieder mit nach Hause nehmen müssen, lassen die beiden mit sich handeln.

Stephanie Müller und ihr Freund Jonas Helming sind zum ersten Mal auf dem Flohmarkt und bieten allerlei Kuriositäten an. Foto: Monika Vollmer

Flohmarktneulinge  Stephanie Müller und ihr Freund Jonas Helming sind, was das Feilschen anbelangt, etwas unnachgiebiger. „Ein Paar Schuhe, das 140 Euro gekostet hat und nur einmal getragen wurde, muss schon 40  bringen. Ansonsten verkaufe ich es lieber auf einer Onlineplattformen“, gesteht die 21-Jährige. Neben einem ausgebauten Kühler eines PC-Prozessors verkauft das Team zahlreiche Pumps, Bücher und das ein oder andere noch original verpackte Geschenk.

Paulina Poppe (5) handelt und ersteht glücklich eine DVD zu einem Viertel des Ladenpreises. Foto: Monika Vollmer

Ein kuratiertes Sortiment gibt es an keinem der Verkaufstische - so ziemlich alles wird zu günstigen Preisen angeboten: Lifestyleprodukte, Bücher, Schallplatten, Babyflaschen oder Porzellan- Sammeltassen. „Der Keller ist so voll“, stöhnt Ute Bott und freut sich, dass bereits beim Auspacken die ersten Stücke einen Liebhaber finden. 

Auf dem Flohmarkt kann jeder seinen Krimskrams verkaufen. Foto: Monika Vollmer

„Dieses Jahr hätten wir locker 150 Stellplätze vergeben können“, gesteht Claus Denker, Vorsitzender des Deutschen Familienverbandes. Bereits frühzeitig seien die 100 Plätze vergeben gewesen, mehr Kapazitäten gibt die zum Bersten gefüllte Halle nicht her. Doch der Markt lockt nicht nur zum Feilschen. „Wir treffen uns hier zum Kaffeetrinken und es gibt immer sehr leckere Kuchen“, verrät Anke Runde und fügt hinzu, was für sie den Reiz des Hagener Flohmarktes ausmacht: „es ist familiär, man kennt die Verkäufer und auch die Käufer“. 

Alexander und seine Mutter Anke waren auf der Suche nach Bausteinen eines dänischen Herstellers. Die fanden sie zwar nicht, dafür erstanden sie einen Pferdestall, die sie dem Kindergarten stiften möchten. Foto: Monika Vollmer

Für Paulina (5) und Kerstin Poppe ist das frühe Aufstehen an einem Sonntag ebenfalls kein Problem. Nach gezieltem Rundgang durch die Reihen kommen sie mit gefüllten Taschen zurück. Die Frage, warum sie auf einem Flohmarkt kaufen, beantwortet die Mutter schnell: „Ich habe zwei Kinder und das Angebot an Anzieh- und Spielsachen ist hier toll. Es kann ja schon einmal passieren, dass Sachen kaputt gehen. Wenn ich sie dann günstig gekauft habe, ärgere ich mich nicht ganz so sehr“.


die logische Konsequenz aus Fast-Fashion oder einfach nur Nichtgefallen und Weigerung des Tragens beim Nachwuchs? Auf Flohmärkten läßt sich auch bislang ungetragene Kleidung finden. Foto: Monika Vollmer

Denker ist seit 21 Jahren Vorsitzender des Hagener Familienverbandes, so einen regen Andrang wie dieses Jahr hat er selten erlebt. Jetzt hofft er auf einen hohen Erlös aus Standgebühr und den Verzehrständen, denn der kommt den verschiedensten geplanten Familienaktivitäten wie Zeltlager oder Ausflügen zugute. „

Gleich zu Beginn des Flohmarkts schieben sich zahlreiche Besucher durch die schmalen Gänge der Turnhalle. Foto: Monika Vollmer


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