Proben für plattdeutsches Stück laufen Geisterhaftes bei der Theatergruppe des MGV Sudenfeld

Leseprobe mit Rollenbüchern: Die plattdeutsche Theatergruppe des MGV Sudenfeld probt das neue Stück, bei dem sogar zwei Wandgemälde (im Hintergrund Heinz Hehemann und Melinda Glasmeyer) Sprechrollen übernehmen werden. Foto: Horst TroizaLeseprobe mit Rollenbüchern: Die plattdeutsche Theatergruppe des MGV Sudenfeld probt das neue Stück, bei dem sogar zwei Wandgemälde (im Hintergrund Heinz Hehemann und Melinda Glasmeyer) Sprechrollen übernehmen werden. Foto: Horst Troiza

Hagen . Ein wenig abseits der gewohnten Pfade bewegt sich in diesem Jahr das neue Stück der plattdeutschen Theatergruppe des MGV Sudenfeld. Die Komödie „Koorngeister“ führt die Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes in das Milieu der Schnapsbrenner ein und wartet mit zwei sprechenden Gemälden auf, die nicht unwesentlich zur Handlung beitragen.

Ein Schnaps geht immer. Das weiß jeder in der Unternehmerfamilie Koorngeist, die seit Generationen die Region mit Hochprozentigem versorgt. Die Familie hat es zu Wohlstand gebracht, seit Urvater Kommerzienrat Karl Koorngeist (Heinz Hehemann) und seine Ehefrau Karoline (Melinda Glasmeyer) die Brennerei zu einer Marke machten. Doch die beiden sind schon lange verschieden und hängen in Öl gemalt als Gemälde an der Wand im Salon der Villa Koorngeist.

Pflichtbewusstsein

Heute wird das Unternehmen treuhänderisch von Geschäftsführer Bleibtreu (Hendrik Kiffmeyer) und Brennmeister Brand (Benno Markmyer) geleitet, da die beiden Enkel der Firmengründer, Bea (Julia Schönebeck) und Emil (Manuel Dierker) erst einmal als Hoffnungsträger in die Geschäfte einsteigen. Sie sollen die Unternehmenstradition der Familie weiterführen. Ebenso fühlt sich Dienstmädchen Anna (Karin Hülsmann), schon alt und kauzig, den Koorngeists verpflichtet.

Lebemann mit Geltungsdrang

Alles wäre so auch in Ordnung und würde keinerlei Stoff für eine Komödie abwerfen, wenn da nicht mit einem Mal der Vater (Hartmut Vorwald) der beiden auftauchen würde. Er hat die Kinder nach dem frühen Tod der Mutter verlassen und ist als Gigolo im Jet Set bekannt geworden, hauptsächlich, weil er immer mit Geld um sich wirft – selbst wenn er keines hat. Er möchte das Familienunternehmen versilbern und sein Hallodri-Leben ungehemmt mit seiner Geliebten Chantal (Marion Glasmeyer), ebenfalls als Geldvernichterin berüchtigt, weiterführen.

Im Salon der Villa Koorngeist treffen nun Redlichkeit auf der einen, und Geldgeilheit auf der anderen aufeinander. Das geht so weit, dass sogar die beiden Gemälde ins Spiel kommen und sich in die Sache einmischen…

Spukgeschichte statt Bauernschwank

„Das, was in diesem Jahr auf die Bühne kommt, ist etwas ganz anderes als die Bauernstücke, die wir sonst gezeigt haben“, sagt Spielleiterin Maria Herkenhoff, die zusammen mit Elke Sandkämper auch soufflieren wird. Die 83-Jährige, die bereits vor längerer Zeit aus diesem Amt hatte ausscheiden wollen, hat sich, wie sie selbst zugibt „noch einmal breitschlagen lassen“ und die Inszenierung übernommen. Das sei wegen des Stoffs geschehen, der überaus interessant sei und sie herausfordere. Ein gäbe ein wenig Spuk, und es flögen hier und da auch Sachen durch die Luft, das mache allen Laiendarstellern sehr viel Spaß. „Und mit Garantie auch dem Publikum“.

So ungewöhnlich wie dies wird auch der Beginn des Stücks sein. Natürlich steht am Anfang wieder der Liedvortrag des MGV Sudenfeld, aber wenn sich danach der Vorhang hebt, beginnt noch nicht die eigentliche Handlung. „Wir nehmen die Zuschauer mit auf eine Führung durch die Brennerei, wobei sie aber auf ihrem Platz sitzenbleiben können“, verrät Wilfried Hülsmann, zuständig für die Technik. Weitere Aktivposten für das Gelingen des Stücks sind Mechtild Plogmann, verantwortlich für die Organisation hinter der Bühne, und Elke Buller (Maske).


Aufführungen und Kartenvorverkauf

Die Theatergruppe steht mit der Komödie „Koorngeister“ von Andreas Heck an folgenden Terminen auf der Bühne des Platzhirsches. Die Premiere findet am 24. Februar um 17 Uhr statt. Weiteren Aufführungen sind am 3., 9., 10., 16., 17., 23., 24. und 30. März. An den Samstagen beginnen die Darsteller um 19 Uhr, sonntags um 17 Uhr. Karten können im Gustav-Görsmann-Haus samstags von 17 bis 19 Uhr erworben werden, sonntags von 9.30 bis 11.30 Uhr. Ab dem 24. Februar sind Karten auch vor der Theatervorstellung im Platzhirsch zu kaufen. Kartenreservierungen sind montags (17 bis 20 Uhr), donnerstags und samstags (17 bis 19 Uhr), und sonntags (9.30 bis 11.30 Uhr) unter Telefon 05405 / 7870 möglich. Karten im Vorverkauf kosten 8 Euro, an der Abendkasse 9 Euro.

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