Gemeinde sieht Umbaupläne kritisch Kein besserer Gleiszugang am Bahnhof Natrup-Hagen in Sicht

Blick von der Fußgängerbrücke auf die Gleissituation am Bahnhof Natrup-Hagen. Die geplante Bahnsteigverlängerung soll nicht in Richtung Brücke, sondern nach Süden erfolgen, was keine Verbesserung der Zugangssituation bringen würde. Foto: Archiv/ElbersBlick von der Fußgängerbrücke auf die Gleissituation am Bahnhof Natrup-Hagen. Die geplante Bahnsteigverlängerung soll nicht in Richtung Brücke, sondern nach Süden erfolgen, was keine Verbesserung der Zugangssituation bringen würde. Foto: Archiv/Elbers

Hagen Der Bahnhof Natrup-Hagen wird ab Ende des Jahres für Reisende attraktiver: Dann gibt es durch den neuen Rhein-Ruhr-Express (RRX) wöchentlich 34 zusätzliche Zughalte und zum Beispiel einen Zwei-Stunden-Takt zum und vom Düsseldorfer Flughafen. Aber gleichzeitig droht auch, dass die Chance für eine Verbesserung beim Zugang zu den Bahnsteigen verpasst wird.

Der Zufall hat wieder einmal für ein passendes Timing gesorgt: Am Tag, an dem in Berlin der Bundesrechnungshof noch aufgelistet hat, was bei der Bahn alles schiefläuft, ist Donnerstagabend auch im Hagener Wege- und Verkehrsausschuss die Situation am Bahnhof Natrup-Hagen Thema gewesen. Denn die Planungen der Deutschen Bahn (DB) haben es etwas Kurioses: 136 Meter ist der Bahnsteig Richtung Osnabrück und am Gleis nach Münster aktuell lang, und die Bahn hat vor, die Einstiegszone an beiden Seiten zu verlängern, damit die Reisenden bequem in längere Fernzüge einsteigen können. 84 Meter sollen jeweils dazu kommen, sodass die Nutzer voraussichtlich ab Ende 2020 hier eine Länge von 220 Meter nutzen können, um an der für sie passenden Stelle den Zug zu besteigen.

Einstimmiger Beschluss

Doch nach der derzeitigen DB-Planung soll die Verlängerung Richtung Süden erfolgen – also nicht zur Seite der beiden Treppentürmen unter der Fußgängerbrücke, die Bahn-Kunden nutzen müssen, um von einer Bahnsteigseite auf die andere beziehungsweise vom jeweiligen Parkplatz an das richtige Gleis zu kommen. Das kann derzeit unter Umständen einen Weg von um die 400 Meter ausmachen – der durch die vorgesehene Variante sogar schon mal verlängern könnte.

„Sollten die Pläne, zu denen wir aktuell im Zuge der Offenlegung eine Stellungnahme abgeben können, so umgesetzt werden, droht uns, dass wir viele Jahrzehnte mit diesem Zustand leben müssen“, erklärte Hagens hier zuständiger Fachdienstleiter Stefan Altevogt im Ausschuss. Deshalb will die Gemeinde im Genehmigungsverfahren ihre Bedenken gegen die Lösung noch einmal bekräftigen.

Denn konkrete Gründe, warum allein die Süd-Verlängerung der Bahnsteige für die DB in Betracht kommt, sind bisher aus der Unternehmens-Zentrale nicht zu erfahren gewesen. Die Vermutung Altevogts: „Vielleicht müsste bei der Variante Richtung Treppentürme bei den notwendigen Arbeiten in die Signaltechnik eingegriffen werden, was die Kosten erhöhen würde.“ Aber dazu habe es keine Informationen gegeben.

Die Gemeinde hat das von der Bahn beauftragte Büro schon in der Planungsphase darauf hingewiesen, dass die fußläufige Verbindung zwischen den Bahnsteigen „sehr lang“ ist und versucht, eine Verlängerung nach Norden ins Spiel zu bringen – bislang aber ohne jede Resonanz. Jetzt wird noch einmal versucht, über eine einstimmig von Ausschuss befürwortete Stellungnahme zu erreichen, dass der Einstiegsbereich in Richtung Norden bis unter die Fußgängerbrücke verlängert wird.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Ausschussmitglieder haben aber auch die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass es eine Chance für die kürzeste Verbindung zwischen beiden Bahnsteigen geben könnte: „Vielleicht bekommen wir ja doch noch eine Unterführung. Da würde uns schon eine Röhre reichen“, versuchte CDU-Vertreter Hermann Buller am Ende, für etwas Optimismus zu sorgen.

Die Hoffnung stirbt auch hinsichtlich des ab Ende des Jahres drohenden Wegfalls zweier Zughalte zu pendlerfreundlichen Hauptverkehrszeiten, die 6.59 Uhr beziehungsweise 16.59 Uhr Stops. Bürgermeister Peter Gausmann: „Wir setzen uns weiterhin dafür ein, den Einsatz eines Ergänzungszuges zu diesen Zeiten zu erreichen.“ Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Bäumer habe eine Anfrage gestellt, um etwas über den letzten Stand bei diesem Thema zu fahren und von Landesseite Druck zu machen..


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