Acht Jahre Zugang zum Fördertopf Dorfentwicklungsprogramm bietet für Hagen große Chancen

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Hagen Mitte Dezember hat es für Hagen so etwas wie eine vorzeitige Bescherung gegeben: Beim Tag der Landentwicklung in Nienburg ist die Gemeinde im vierten Anlauf ins Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen worden – genauso wie Nachbarkommune Georgsmarienhütte. Die Chancen, die dadurch für alle Ortsteile bis auf den Ortskern bestehen, sind jetzt im Planungsausschuss vorgestellt worden.

Die Aussage verbreitet bei Kommunalpolitikern automatisch Aufbruchstimmung: „Der Topf bei der Dorferneuerung ist um einiges größer als bei anderen Förderprogrammen“, machte Uwe-Heinz Bendig, Teildezernatsleiter beim Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Osnabrück, im Ausschuss deutlich, dass sich für Hagen „einige Perspektiven“ durch die Aufnahme eröffnen dürften.

Stichtag für Anträge jeweils 15. September

Was kann gefördert werden? Straßen, Wege, Plätze oder zum Beispiel Umnutzungsmaßnahmen für leer stehende landwirtschaftliche Immobilien – das Spektrum der Maßnahmen sei groß und „eine ganze Menge“ möglich, hat der Vertreter des Amts für Landesentwicklung in der Sitzung ausgeführt. Acht Jahre dauert danach der Förderzeitraum, in dem für Vorhaben in den Ortsteilen Gellenbeck, Natrup-Hagen, Sudenfeld, Mentrup, Altenhagen und Beckerode besondere finanzielle Umsetzungsbedingungen gegeben sind. Der Ortskern ist außen vor, weil dieser Bereich 2013 beim Ortskernsanierungs-Programm berücksichtigt worden ist.

Gibt es finanzielle Höchstgrenzen? Dies ist grundsätzlich nicht der Fall. Nach Aussagen von Uwe-Heinz Bendig gibt es zum Beispiel eine Kommune, die inzwischen bei den Fördermitteln an der Zwei-Millionen-Grenze kratzt. Allerdings werde die Gesamt-Fördersumme jedes Jahr vom Land neu festgelegt, so dass die Höhe der jeweils per anno zur Verfügung stehenden Beträge sehr unterschiedlich sein könne. Bei den Einzelmaßnahmen, die aufgrund der Steuerkraft der Kommunen eingestuft werden, ist eine Förderung von 63 Prozent möglich – plus eines zehnprozentigen Zuschlags als „Zile“-Bonus (Zuwendung zur integrierten ländlichen Entwicklung), da Hagen hier seit 2015 mit den Kommunen Belm, Bissendorf, GMHütte, Hasbergen, Wallenhorst zur sogenannten Hufeisen-Region „Verflechtungsraum Osnabrück“ gehört. Außerdem bestehen auch Fördermöglichkeiten für Projekte privater Investoren, die mit 20 bis 30 Prozent bezuschusst werden können.

Welche Vorgaben sind zu erfüllen? Es muss zunächst unter breiter Beteiligung von Bürgern, Verbänden und Vereinen ein Dorferneuerungsplan für die infrage kommenden Bereiche entwickelt werden, der am Ende vom Rat zustimmend zur Kenntnis genommen wird. Bendig: „Mit der Begleitung des Prozesses können sie ein Büro beauftragen. Die Kosten werden mit 75 Prozent und maximal 50000 Euro bezuschusst.“ Nach einer Auftaktveranstaltung, in der ein breiter Überblick über das Programm erfolgt, werden Arbeitskreise mit maximal 10 bis 15 Teilnehmern und thematischen Schwerpunkten wie zum Beispiel Nahversorgung, Verbesserung der Busanbindung oder Erhalt der Baukultur eingerichtet, in denen dann Ideen entwickelt werden. Die Förderanträge, die ebenfalls mit Unterstützung eines Büros gestellt werden können, müssen jeweils bis 15. September beim Amt für regionale Landesentwicklung vorliegen und werden dann bewertet.

Gausmann: Schnell in Prozess einsteigen

„Das wird eine spannende Zusammenarbeit“, blickte der Gast am Ende des Tagesordnungspunktes nach vorne: „Ich freue mich, dass ihre Gemeinde diesmal reingekommen ist, und sie Projekte umsetzen wollen.“ Und das ist das erklärte Ziel von Verwaltung und Politik – nach Möglichkeit sogar möglichst schnell. „Könnten wir auch schon mit der Umsetzung beantragter Maßnahmen beginnen, obwohl der Dorfentwicklungsplan noch nicht vorliegt“, lautete auch die erste Nachfrage von Bürgermeister Peter Gausmann. Antwort des Fachmanns vom Amt für Landesentwicklung: „Theoretisch ja.“

Möglicherweise wird die Gemeinde diese Variante gleich in diesem Jahr testen. Denn beim Gellenbecker Marktplatz sind die Planungen bereits weit fortgeschritten. Hagens Bürgermeister: „Wir werden jetzt möglichst schnell in den Beteiligungsprozess einsteigen und umgehend Kontakt mit einem Büro aufnehmen, damit die erste Veranstaltung vorbereitet wird.“


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