Katholische Jugend auf Tour Manche Tannen pieksen sehr: Sammelaktion in der Hagener Niedermark

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Baum für Baum trugen die Helfer zu den Anhängern der Traktoren, mit denen sie durch Gellenbecks Straßen fuhren. Foto: Ullrich SchellhaasBaum für Baum trugen die Helfer zu den Anhängern der Traktoren, mit denen sie durch Gellenbecks Straßen fuhren. Foto: Ullrich Schellhaas

Hagen . Eine Woche nach den Heiligen Drei Königen wird es für viele Menschen Zeit, sich über die Entsorgung des Tannenbaums Gedanken zu machen. Nicht so in der Hagener Niedermark, denn dort sammelte die Jugend wieder die ausgedienten Bäume ein.

"Ich bin ganz froh, dass die Menschen immer mehr Nordmanntannen als Weihnachtsbaum wählen", sagte Sebastian Kiffmeyer, "denn die pieksen weniger, als etwa die ebenfalls beliebten Blautannen." Das Mitglied der Katholischen Jugend (KJG) Gellenbeck weiß, wovon er spricht. Schließlich sammelte er bereits im achten Jahr mit weiteren jungen Menschen die ausrangierten Tannenbäume der Gellenbecker ein. Und da er so schon Hunderte Tannenbäume geschleppt und verladen hat, weiß er eben: die Blautanne hat die spitzeren und härteren Nadeln, die dann doch irgendwie durch die Kleidung pieksen. Im Gegensatz zur Nordmanntanne. 

40 Helfer sammeln stundenlang

Insgesamt waren es rund 40 Helfer der KJG und der Landjugend (LJ) Sudenfeld, die sich am Samstagmorgen um 8.30 Uhr am Gustav-Görsmann-Haus mit sieben Traktoren nebst Anhängern versammelt haben. Ihre Mission: Alle Gellenbecker, die es denn wollten, von den ausrangierten Edelgehölzen befreien. Denn auch wenn man der vorgeblichen Tradition eines Möbelherstellers folgte und das Grün aus dem Fenster warf - am Grünabfall-Sammelplatz der Gemeinde war es damit ja noch lange nicht. Dabei waren die Jugendlichen behilflich. 

Foto: Ullrich Schellhaas


Ihr Ziel: Alle Straßen des Ortsteils abfahren, alle an die Straße gestellten Bäume aufladen und, da manche Bürger das Gewächs eben nicht an die Straße stellen, bei allen Anwohnern klingeln und nachfragen, ob vielleicht doch noch etwas mitgenommen werden soll. Inzwischen ist die Arbeit der Jugendlichen zwar gegen eine freiwillige Spende kostenlos, aber weil sie früher zwei Euro kostete, war das auch dieses Mal wieder der Betrag, den viele Leute schon in kleinen Beuteln am Baum befestigt hatten oder den sie den Jugendlichen in die Hand drückten. 

Viel Fuß- und Kraftarbeit

Zu denen gehörte auch Niclas Hehmann, der in diesem Jahr bereits das zweite Mal teilnahm. Wie oft er sein Sprüchlein "KJG hier, wollen Sie noch ihren Tannenbaum loswerden?" aufgesagt hat, wusste er schon um halb zehn nicht mehr so genau. Aber trotzdem war er sich sicher, dass alle Menschen positiv auf die Aktion reagieren. Er selbst nahm auch in diesem Jahr wieder daran teil, weil es ihm Spaß macht, gemeinsam mit Freunden etwas zu tun und weil er so die Arbeit von KJG und LJ unterstützen kann. Nur, dass er dieses Jahr von Tür zu Tür zu gehen hatte, war ihm ein klitzekleiner Wermutstropfen: "Auf dem Anhänger ist etwas weniger Laufarbeit. Aber Spaß macht eh beides." 

Derweil bereiteten Christin Hehmann, Lena Prause und Anna Waltermann (Foto, von links) im Gustav-Görsmann-Haus die Stärkung für die fleißigen Helfer vor. Dafür schmierten sie hundert Brötchen, belegten diese mit Aufschnitt, Käse und Nuss-Nougat-Creme und kochten literweise Kaffee. 

Foto: Ullrich Schellhaas


Der Pausen-Snack nach der ersten Fahrt zum Grünabfall-Sammelplatz hat ebenso Tradition wie die Aktion selbst. Mit nach draußen wollten die Mädchen übrigens nicht: "Wir haben hier unseren ganz eigenen Spaß", sagten sie einstimmig. 

Schufterei für die gute Sache

Das bedauerte auch Maximilian Große Wördemann vom Leitungsteam der KJG, als er morgens die Helfer begrüßte: "Schade, dass so wenig Mädchen dabei sind", sagte er, stellte noch einmal klar, dass niemand Geld für die Abfuhr spenden muss, teilte die Teams auf die Routen ein und ermahnt zur Sicherheit – unter anderem dazu, nicht auf den Anhängern mitzufahren. Er freute sich ebenso wie die Helfer darüber, dass es nur leicht nieselte, denn wenn die Bäume schneebedeckt an der Straße stehen, sind die Helfer am Ende wesentlich nasser. 

Seit wie vielen Jahren die Tannenbaum-Aktion schon durchgeführt wird, wussten am Samstag übrigens weder Helfer noch Anwohner so ganz genau. Ihre Antwort auf die entsprechende Frage: "Das gibt es doch schon immer." Maximilian Große Wördemann konnte klarstellen, dass seit elf Jahren Aufzeichnungen darüber geführt werden, aber wie lange das schon vorher lief, wusste er auch nicht so genau. Dagegen konnte er berichten, dass üblicherweise Hunderte Bäume gesammelt werden und so ein niedriger vierstelliger Betrag zusammenkommt, der die Jugendarbeit der beiden Verbände unterstützt. 

Fast 40 Mitglieder der Katholischen Jugend Gellenbeck und der Landjugend Sudenfeld sammelten jetzt wieder die Tannenbäume der Hagener in der Niedermark. Foto: Ullrich Schellhaas



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