Sternsinger-Aktion 2019 Sternsinger in mehrfacher Mission durch Hagen unterwegs

Paulina, Mathilde, Theresa und Jule alias Balthasar, Melchior, Casper und Sternträgerin (von links) klingeln am Sonntag als Sternsinger an Hagener Türen. Foto: Stefan BuchholzPaulina, Mathilde, Theresa und Jule alias Balthasar, Melchior, Casper und Sternträgerin (von links) klingeln am Sonntag als Sternsinger an Hagener Türen. Foto: Stefan Buchholz

Hagen. Mein Gewand, meine Krone, unser Stern: In der St. Martinusgemeinde bereiteten sich die Sternsinger auf das große Ausschwärmen am Dreikönigstag vor.

Gut 130 Kinder und Jugendliche sind in diesem Jahr bei der Traditionsaktion mit dabei. „Wir konnten alle 40 Bezirke besetzen“, freut sich Claudia Wöhrmann als Organisatorin mit sichtlichem Stolz. Selbst junge Gruppenleiter fanden sich bereit, am kommenden Sonntag nochmal auf Tour zu gehen, um Segen für die Hagener Häuser zu bringen, Geld für ein Hilfsprojekt zu sammeln und Schokolade und Co. als süßen Lohn für ihre Mission zu bekommen.

Claudia Wöhrmann und viele der erwachsenen Helfer waren als Kinder selbst begeisterte Sternsinger. „Am liebsten würde ich auch wieder mitgehen“, bekannte die Mutter.

Sie weiß aus Erfahrung, auf was es bei den Vorbereitungen zum Dreikönigstag ankommt. Etwa das erste Treffen, an dem die Sternsinger-Aktion den Kindern und Jugendlichen vorgestellt wird. In diesem Jahr sammeln die jungen Könige Geld für peruanische Kinder mit Behinderungen. Infos dazu gibt es etwa durch einen stets gut aufgemachten Film, der die Menschen zeigt, denen das Spendengeld helfen soll.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils der Vorbereitungen auf das Königsein für einen Tag waren die Infos, wie man als Weiser aus dem Morgenland richtig an den Haustüren auftritt. Vier erfahrene Dreikönigsmimen zeigten das: Klingeln, Kurzvorstellung und das Singen des speziellen Hagener-Sternsingerliedes und natürlich das Bitten um eine Spende.

Die Verteilung der Gewänder erfolgte generalstabsmäßig Tage vor dem Zug durch Hagens Wohnbezirke. Vor der Ausgabe wird jeder Sternsinger mit Zollstock vermessen. Die ermittelte Zahl muss er sich merken und den Garderobieren der Gewandausgabe mitteilen. Sie haben die royalen Textilien in transparenten Plastiktüten vorsortiert, durch die die jeweiligen Konfektionsgrößen schimmern.

Maßnehmen für das königliche Gewand gehört zur Vorbereitung der Sternsinger der St. Martinusgemeinde. Foto: Stefan Buchholz


„Damen aus der Gemeinde haben nach und nach die meisten Gewänder geschneidert“, erzählte Claudia Wöhrmann. Ausrangierte Gardinen und Tischtücher fanden so etwa noch Verwendung als königlicher Aufzug. Manche fertigten ihre Kostüme aber auch selbst an, sagte Wöhrmann.

Was jeder Dreikönigs-Singer selbst zu bringen hat, ist eine Krone. Und Zeit. Es gibt Touren, auf denen die Sternsinger fast einen Achtstundentag haben. „Es gibt aber Pausen, wo sie bei vorab angesprochenen Eltern etwas zu essen bekommen“, so Claudia Wöhrmann.


Mehr als 100 Kinder und Jugendliche sind an diesem Wochenende als Sternsinger unterwegs. Foto: Rupert Wöhrmann



Sie selbst ist ab nachmittags mit anderen Helfern im Pfarrheim von St. Martinus. Dort gibt es Kakao, Waffeln und ein Handy, das für den Fall angerufen werden kann, wenn es unterwegs mal hakt. Als erste Problemlöser sind aber auch die Helfer und Eltern vor Ort, die die jungen Sternsinger begleiten.

Ist im jeweiligen Bezirk die letzte Haustür mit dem Segenswunsch "20 C+M+B 19" – er steht für das lateinische "Christus mansionem benedicat" ("Christus segne dieses Haus") – versehen, geht es zurück ins Pfarrheim. Dort werden Spendenbüchsen abgegeben und jener Teil der Süßigkeiten, den die Kinder nicht bevorzugen. Sie werden an die Tafel in GMHütte weitergereicht. „Dort kommen sie mit den Süßigkeiten bis Ostern hin“, weiß Wöhrmann. Segen in dreifacher Mission sozusagen.


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