Puppentanz im Lichterglanz Hagener Nussknackermarkt bis Sonntag geöffnet

Von Werner Barthel

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Hagen. Autos verlangsamten ihre Fahrt, Passanten blieben stehen: Vor allem Ortsfremde wollten wenigstens einen kurzen Eindruck von den erleuchteten Adventsfenstern im Rathaus, den zahlreichen Buden und der angestrahlten Ehemaligen Kirche mitnehmen.

Ein Hauch von Weihnachten erfüllte die Ehemalige Kirche in Hagen, als Bürgermeister Peter Gausmann pünktlich um 18 Uhr den diesjährigen Nussknackermarkt eröffnete. Der Nikolaus versorgte die Kinder mit Süßigkeiten und Mandarinen, der Musikzug Wiesental und die Gruppe „Plattmakers“ spielten und sangen Weihnachtslieder.

Stimmung kam auf, als Tambourmajorin Anja Grba ihre Bläser „Jingle Bells“ und „White Chrismas“ anstimmen ließ. Die „Plattmakers“ mit Klaus Gausmann, Martin Lotze und Bernd Niehenke forderten die gut 100 Besucher immer wieder auf, in den Refrain ihrer auf Platt vorgetragenen „Letzte Weihnacht“ oder „Last Christmas“ einzustimmen.

Ausstellung weckt Erinnerungen

Da mochte auch Bürgermeister Peter Gausmann nicht zurückstehen. Mit dem Hinweis: „Zu Darbietungen und Zeiten brauche ich eh nichts mehr sagen – stand alles heute schon in der Zeitung!“, zitierte er in seiner kurzen Ansprache unter anderem aus dem Gedicht „Weihnachtszeit“: „Wenn Orgelbrausen durch die Kirche zieht / Und Glockenklang im Herzen rührt / Dann kommt für die ganze Welt / Die schönste aller Zeit – Die Weihnachtszeit.“

Schon bald versammelten sich immer mehr Besucher bei ihrem Rundgang vor den Tischen, auf denen Puppenstuben und Kaufmannsläden aus längst vergangenen Tagen die Blicke auf sich zogen. Obwohl fast alle Stücke beschriftet waren, wurden die Besitzer immer wieder in Gespräche verwickelt. Dabei ging es vor allem um genauere Auskünfte zu Herkunftsorten und Entstehungsgeschichten.

Vor allem die Sammlung von Angelika Jurenas und Peter Wolters hatte es den meisten angetan. Zu fast einem Dutzend der Häuschen gehören voll eingerichtete Puppenstuben, eine davon kommt gar aus Prag, eine Bauernstube mit dem Mobiliar aus der Biedermeierzeit und ein Tante-Emma-Laden . Puppen und Gebäude nebst Zubehör stammen alle aus den 30er bis 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Vom Liebhaberstück zur „Sammelsucht“

„Zuerst hatten wir uns in eine Schildkrötpuppe verguckt“, gab Peter Wolters bereitwillig Auskunft, „sie bildete den Grundstock unserer Sammlung, weil sie bei uns den Appetit auf mehr wachsen ließ.“ Puppen und Zubehör waren bald willkommene Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke. Bereits kurze Zeit später besuchten sie Puppenbörsen, Flohmärkte und Ausstellungen, immer auf der Jagd nach passenden Objekten.

Die edlen Stücke, die das Ehepaar Jurenas/Wolters in Hagens Ehemaliger Kirche präsentierten, bildet nur einen kleinen Ausschnitt ihrer umfangreichen Sammlung. Angelika Jurenas: „In unserer Wohnung fühlen sich inzwischen Dutzende dieser Liebhaberstücke in verschiedenen Schränken und Vitrinen wohl. Auf drei Räume verteilt.“

Auch der Kaufmannsladen von Petra Buller ist eine Augenweide. Er quillt fast über mit Artikeln, die in den 50er Jahren in keinem Haushalt fehlen durften. Da gibt es Perwoll- und Persilkartons im Miniformat, aber jeweils immer mit der typischen Beschriftung jener Zeit. „Hoffmanns Reisstärke“ steht neben einer uralten Kasse, und alte 100- und 50-Mark-Scheine sehen den damals üblichen Zahlungsmitteln zum Verwechseln ähnlich. Anders als Peter Wolters, der erst vor rund 30 Jahren seine Sammlerleidenschaft entdeckte, hat Petra Buller bereits als Kind viele Stunden Kunden bedient, ihnen Waren und Wechselgeld ausgehändigt.

Krippe als Blickfang

Ergänzt wird diese Ausstellung unter anderem mit Kunstgewerbeständen, die weihnachtliche Produkte feilbieten und den bunten oder unifarbenen Stofftaschen in allen Formaten aus abgelegten Hemden, die im Hagener Repair-Cafe genäht wurden. Großformatige Fotos geben überdies Auskunft von der Vielfalt der in dieser Einrichtung durchgeführten Reparaturen. Eine mit vielen Tieren und Menschen ausgestattete Krippe des Hagener Holzschnitzers Josef Zirp rundet die Ausstellung ab.


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