Gitarrensoli und Südstaaten-Akzent Band Skinny Molly rockt die Gaststätte Stock in Hagen

Von Markus Strothmann

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Mike Estes spielte in den 90ern drei Jahre Gitarre bei den Southern-Rock-Königen Lynyrd Skynyrd. Noch bis Ende November ist der Mann mit der tiefen Raspelstimme jetzt mit seiner Band Skinny Molly auf Deutschland-Tour. Foto: Markus StrothmannMike Estes spielte in den 90ern drei Jahre Gitarre bei den Southern-Rock-Königen Lynyrd Skynyrd. Noch bis Ende November ist der Mann mit der tiefen Raspelstimme jetzt mit seiner Band Skinny Molly auf Deutschland-Tour. Foto: Markus Strothmann

Hagen. Skinny Molly machten am Donnerstag bei Stocks ein Fass auf für Freunde des Southern Rock. Rund 70 Zuschauer ließen sich von den knorrigen Riffs der überwiegend bärtigen Südstaatler die Gehörgänge durchpusten.

Den musikalischen Abend eröffnete das Powertrio Purple Rhino aus der Nähe von Recke. Mit ihrem Retro-Hardrock hatten die drei jungen Herren die Zuschauer schnell auf ihrer Seite, die sie nicht ohne Zugabe in den Feierabend entließen.

Skinny Molly ließen sich dann etwas Zeit für den Umbau, kamen auf die Bühne geschlurft und spielten einige Akkorde an. Der Tontechniker zeigte Daumen hoch. „Good evening“, begrüßte dann Sänger und Gitarrist Mike Estes das Publikum und stieg mit dem ersten von vielen fiesen Riffs des Abends ein.

Reibeisenstimme, Südstaatenakzent

Das Eröffnungslied hörten die Southern-Rock-Jünger unter den Gästen garantiert nicht zum ersten Mal. Denn es handelte sich hier um den Lynyrd-Skynyrd-Song „Workin´ For MCA“. Die Nummer haben sich Skinny Molly wohl nicht einfach so gegriffen: Denn von 1993 bis 1996 spielte Estes bei Skynyrd die Gitarre.

Das Stück funktionierte besonders stimmlich bestens. Das Organ von Mike Estes ist zwar noch tiefer und hat mehr Reibeisen als Ronnie Van Zant, aber das Timbre, also der Klang, und der Südstaaten-Akzent sind ähnlich. Auch Gitarrist Jay Johnson übernahm stellenweise überzeugend die Lead Vocals, oder er steuerte gemeinsam mit Bassist Luke Bradshaw hohe Harmoniestimmen bei.

"I Don´t Give A Damn If You Don´t Care"

Estes und Johnson wechselten sich bei den zahlreichen Gitarrensoli ab und zeigten sich technisch fit. Allerdings steht im Zentrum des Molly-Sounds der harte Bluesrock, der den Country-Anteil konterkariert und dieser Spielart des Southern Rock etwas Zeitloses verleiht. Für einige dieser Riffs wäre sich auch Tom Morello von Rage Against The Machine bestimmt nicht zu fein.

Den Großteil des Konzerts bestritten Skinny Molly mit eigenen Songs: "Too Much", "Snakebit" oder der Song mit dem witzigen, aber umständlichen Titel "I Don´t Give A Damn If You Don´t Care". 

Klingt, wie ein Highway aussieht

Ein weiteres, sehr gelungenes Cover war Steve Earles "Copperhead Road" mit seinem Riff, das sich so anhört, wie eine schnurgerade Asphaltpiste durch die Wüste aussieht. Schön zu sehen, wie Jay Johnson die simplen Akkorde des eingängigen Songs mit mindestens genau so viel Hingabe spielte wie seine virtuosen Soli.

Das Publikum hielt zwar überwiegend Abstand zur Bühne ein, was vielleicht an der sportlichen Lautstärke lag, vielleicht auch am martialischen Hintergrund mit Totenkopf und Kavallerie-Hut vor der Konföderierten-Flagge. Aber die Leute feierten die Band nach jedem Song. Das brachte die vier Musiker zum Grinsen, sodass man davon ausgehen kann, dass nicht nur die Personen vor der Bühne einen guten Abend hatten. 


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