Hagen springt als Nothelfer ein Defekte Pumpe im Schullandheim Mentrup-Hagen und die Folgen

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Hagen Die Summe der Finanzspritze hält sich mit 5151,88 Euro im überschaubaren Rahmen, aber der Hintergrund ist mehr als ungewöhnlich: Die Kirschgemeinde hat die Kosten einer Reparatur im Schullandheim Mentrup-Hagen übernommen. Dabei ist eigentlich die Stadt Osnabrück weiter Eigentümerin der Immobilie, die seit 2000 unter der Regie eines Trägervereins läuft, da die Stadt damals nicht mehr in das runtergekommene Gebäude investieren wollte.

Am Ende der Sommerferien wusste sich der ehrenamtlich tätige Vorstand des Trägervereins des Schullandheims keinen Rat mehr: Das idyllisch gelegene Haus war plötzlich ohne Wasser – drei Tage, bevor nach Ferienende der Betrieb wieder starten sollte und die erste Klasse erwartet wurde. Schnelle Hilfe war gefragt. Die leistete der Bauhof der Kirschgemeinde, der erst einmal die Ursache des Problems ermittelte: Die Brunnenpumpe in mehr als 50 Meter Tiefe streikte.

„Hervorragende Arbeit“

„Das war im wahrsten Sinne des Wortes ein Notfall. Wir hätten der Schule kurzfristig absagen müssen, wenn der Bauhof der Gemeinde nicht gewesen wäre“, verdeutlicht Christel Pohlmann, die Erste Vorsitzende des Trägervereins, noch einmal die besonderen Umstände der kommunalen Nachbarschaftshilfe.

Zunächst hatten die Verantwortlichen sogar befürwortet, dass der Brunnen trocken gefallen wäre. Doch nachdem Bauhof-Mitarbeiter die Situation in Augenschein genommen hatten und in die Tiefe gegangen waren, stand schnell fest: Die Pumpenanlage war das Problem und musste komplett erneuert werden.

Das erledigte ein lokaler Fachbetrieb, sodass die Schulklasse wie geplant zu Schuljahresbeginn ihre Woche im Schullandheim verbringen konnte. Aber die Kosten von etwas mehr als 5000 Euro stellten den Trägerverein vor eine neue Schwierigkeit: Die finanziellen Rücklagen sind gering, und größere Unterhaltungsmaßnahmen kaum zu stemmen.

Der Fördervereins-Vorstand hat deshalb einen Antrag bei der Gemeinde Hagen auf Übernahme der Pumpenreparaturkosten gestellt – mit Erfolg. Der Familienausschuss traf einstimmig die Beschlussempfehlung, dass die 5151,88 Euro übernommen werden. Schon vor einigen Jahren hatte sich die Gemeinde mit 5000 Euro an der Modernisierung der Küche beteiligt.

„Hier wird mit viel ehrenamtlichem Engagement und einer kleinen Belegschaft hervorragende Arbeit geleistet“, bescheinigte der Ausschussvorsitzende Klaus Herkenhoff (CDU) dem Trägerverein, dem es gelungen ist, seit 2006 Mittel in Höhe von rund 400000 Euro einzuwerben und das marode übernommene Haus grundlegend zu sanieren, erstklassige Arbeit. Die Türen im Rathaus ständen immer offen, wenn es beim Schullandheim ein Problem zu lösen gebe, wie sich auch jetzt wieder gezeigt habe.

Für die SPD-Fraktion erklärte Uwe Sprehe, dass die Einrichtung ein Highlight für die Gemeinde sei. Der Trägerverein könne natürlich auf Unterstützung setzen, wenn es darum gehe, durch Übernahme der Reparaturkosten dazu beizutragen, dass der Verein finanzielle Luft bekomme.

Auch Grünen-Vertreterin Karin Hehemann sprach sich dafür aus, das Schullandheim zu unterstützen: „Hier wird tolles geleistet.“

Termin bei der Stadt Osnabrück

Inzwischen hat der Trägerverein auch einen Zuschussantrag bei der Stadt Osnabrück gestellt. Die ist nach zwar wie vor Eigentümerin von Gebäude und Grundstück, hat sich durch einen 2011 mit dem Verein geschlossenen Erbbaurechtsvertrag aber von Instandsetzungs- oder Unterhaltungspflichten freistellen lassen. Das hat vor vier Jahren bei der Inbetriebnahme der neuen Küche auch noch einmal Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert deutlich gemacht.

Als der damalige Trägervereins-Vorsitzende Wilhelm Steinkamp darauf anspielte, dass man weiter auf Spenden und Zuschüsse angewiesen sei, da es immer wieder Überraschungen im Haus gebe, antwortete Griesert damals angesichts knapper städtischer Kassen augenzwinkernd: „Auf dem Ohr bin ich taub.“

Jetzt hofft der Vereinsvorstand angesichts der wesentlich besseren Finanzlage der Stadt und der Tatsache, dass rund drei Viertel der um die 1000 Schüler, die jährlich hier übernachten, aus Osnabrück kommen, auf eine Unterstützung in Höhe von 8900 Euro für das kommende Jahr. Vorsitzende Christel Pohlmann: „Wir brauchen einen Zuschuss, damit wir die laufenden Ausgaben decken können.“ Derzeit gibt es ein Minus im Etat, da zuletzt Auflagen wie einen zweiten Fluchtweg im Obergeschoss und den Einbau von Brandschutztüren allein finanziert werden mussten.

Ende November soll es jetzt hierzu ein Gespräch mit dem für Schule, Soziales und Kultur zuständigen Stadtvorstand Wolfgang Beckermann geben, nachdem sich der Verein seit August um einen Termin bemüht hat.


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