Berufsorientierung „Talent trifft Ausbildung“ in Oberschule Hagen

Von Andreas Wenk

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Für Markus Bramkamp ist der Nachwuchs Chefsache. Hier zeigt er interessierten Jugendlichen, wie sich Schrankteile zusammensetzen lassen.Für Markus Bramkamp ist der Nachwuchs Chefsache. Hier zeigt er interessierten Jugendlichen, wie sich Schrankteile zusammensetzen lassen.

Hagen. Mehr als 30 Unternehmen haben auf der Messe „Talent trifft Arbeit“ in der Oberschule Hagen um Nachwuchs geworben.

Achtklässler aus Hagen, Hasbergen und Georgsmarienhütte hatten dort am Donnerstag die Gelegenheit, sich ein Bild von unterschiedlichen Berufen zu machen und erste Kontakte zu knüpfen. Zunehmende Berufsorientierung an den Schulen und Nachwuchssorgen in Wirtschaft und Verwaltung trafen bei der Veranstaltung aufeinander. Dabei schien das Handwerk deutlich unterrepräsentiert zu sein. Georgsmarienhüttes Bürgermeister Ansgar Pohlmann riet den Meistern, sie sollten sich die Zeit nehmen und sich solche Gelegenheiten gönnen, um ihre Betriebe den jungen Leuten zu präsentieren. In einem Pressegespräch sagte Pohlmann, von zwei Betrieben in Georgsmarienhütte wisse er, dass sich das lohnt. Er kenne einen Heizungsbauer und einen Dachdecker, die auf solchen Veranstaltungen Auszubildende gefunden hätten.

Markus Bramkamp und seine Frau Sandra Hehmann haben mit ihrer Tischlerei genau diesen Weg beschritten und einen Stand in der Oberschule aufgebaut. Dort können sich Jugendliche einen Schlüsselanhänger bauen, unterschiedliche Hölzer in die Hand nehmen und Möbelteile zusammenleimen oder durch Verbindungsteile zusammensetzen. Auch wenn viele von der Computerisierung auch im Handwerk schwärmen, das „handwerkliche Geschick“ beleibt für Bramkamp unerlässlich, auch wenn Möbel heute am Computer entworfen würden. Zwei Schülerinnen aus Hasbergen hat er gerade gezeigt, wie man sägt und bohrt. „Mädchen stehen den Jungen in nichts nach“, sagt Bramkamp: für schwere Lasten gebe es heute Hubtische oder Vakuumkräne als Hilfsmittel:

Für die Zehntklässler war am Nachmittag ein Speed-Dating geplant. Rund 80 Gesprächstermine wurden im Vorfeld verabredet. Die Chance für die Schüler: Unabhängig von ihren Zeugnissen können sie sich den Unternehmen vorstellen und so womöglich ein langwieriges Bewerbungsverfahren vermeiden. Die Entscheider haben im Gegenzug die Chance, einen Eindruck von Jugendlichen zu gewinnen, die sonst schnell durch das Raster fallen. Solche Gespräche sind nach Angaben der „MaßArbeit“ äußerst erfolgreich. Bei einer vorangegangenen Messe hätten zwölf Jugendliche auf diese Weise einen Ausbildungsplatz gefunden. Wie es heißt, eignen sich Speed-Datings-Termine auch, um Praktika oder Probetage zu vereinbaren und so den Kontakt zu vertiefen.

Wie Pohlmann sehen auch Holger Elixmann und Peter Gausmann die Verwaltungen vor großen Herausforderungen. Zwar habe Hasbergen noch erfreulich viele Bewerber, sagt Elixmann, gute Leute würden aber auch schnell abgeworben, so habe er gerade erst einen Mann verloren, den er gerne gehalten hätte. Pohlmann sieht, zwar nicht in der Ausbildung, wohl aber in den Folgejahren auch ein Problem in der Bezahlung. Da könne der öffentliche Dienst nicht immer mithalten. Laut „MaßArbeit“ schauen viele junge Leute aber weniger auf das Geld als auf die Atmosphäre im Unternehmen. Hier stellen Antonia Niemann Leonie Minnerup ihren Chefs ein erstklassiges Zeugnis aus. Selbst noch in der Ausbildung loben sie die Gemeinde Hagen als Arbeitgeber und anders als viele vielleicht dächten, sei der Job in der Gemeindeverwaltung sehr abwechslungsreich und keinesfalls langweilig.


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