Brainstorming einer ganzen Gemeinde Viele Vorschläge für Gibbenhoff-Areal in Hagen

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Der Gibbenhoff soll neu gestaltet werden. Die Ideen der Bürger und das Ergebnis einer Bachelorarbeit zu Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten des Areals liegen jetzt auf dem Tisch. Foto: Gert WestdörpDer Gibbenhoff soll neu gestaltet werden. Die Ideen der Bürger und das Ergebnis einer Bachelorarbeit zu Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten des Areals liegen jetzt auf dem Tisch. Foto: Gert Westdörp

Hagen. Die Ergebnisse des Gibbenhoff-Ideenwettbewerbs hat Verwaltungsmitarbeiterin Isabell Mindrup dem Planungs- und Umweltausschuss in Hagen vorgestellt.

Im Frühjahr hatte die Gemeinde die Bürger aufgerufen, Anregungen zur Gestaltung des nach dem Abriss der Schlachtereigebäude neu hinzugewonnenen Gibbenhoff-Areals einzureichen. Neben Ideen von Einzelpersonen gab es eine Umfrage der SPD und eine Bachelorarbeit.

Ideen der Einwohner

Gleich mehrfach gewünscht wurden Spiel- und Grünflächen zum Verweilen und Begegnen, gern auch mit Café, Bistro oder Eisdiele, ein Mehrgenerationenpark, Sitz- und Picknickmöglichkeiten, vielleicht mit Kirschholzbänken, sowie ein Wasserpark. „Bloß kein Parkplatzcharakter“ wurde gewarnt, obwohl andere auch mehr Parkplätze forderten. Kunstfreunde schlugen 3-D-Straßenkunst, Kunst mit örtlichem Bezug oder Kunst als Hintergrund für Selfies vor.

Bewegungs- und Spielangebote stehen hoch im Kurs: Kletter- oder Boulderwand, Spielplatz oder Outdoor-Spielmöglichkeiten wie Minigolf, Krocket, Schach oder Mensch ärgere dich nicht wurden ins Spiel gebracht. Auch ein Mountainbike-Parcours, eine Bowlingbahn, Darts, Paintball, Lasertech und Trampolin wurden genannt. Manche können sich eine Hundeaktivitätswiese vorstellen.

Hagenspezifisch wäre ein „Palast für die Kirschkönigin“, nicht uninteressant auch eine Konzertmuschel, ein Glaspavillon für Café- oder Ausstellungsbetrieb, Aquarium oder Infostand, ein Kinderhotel oder ein Dienstleistungszentrum. Schließlich wurden noch zentraler Wohnraum für Ältere, alternative Energieversorgung und eine „Wo-ist-was-los?“-Säule ins Gespräch gebracht.

Vorschläge der Bachelorarbeit

In der Bachelorarbeit wird vorgeschlagen, die vorhandenen Parkplätze, Sandsteinmauern und Linden zu erhalten, aber die 30 Jahre alte Pflasterfläche auf dem Gibbenhoff neu zu gestalten. Dabei schlägt der Verfasser einen mit Mauern und Bäumen eingefassten Bereich zum Parken und einen anderen Bereich für den Aufenthalt rund um den Brunnen der Nationen vor. Um ein einheitliches Ortsbild zu erhalten, sollte die gleiche Materialauswahl wie beim Rathausvorplatz getroffen werden: roter Klinker für Fußwege, Stellplätze in anthrazitfarbenem Betonstein, Verkehrsflächen in hellem Betonstein. Die voraussichtlichen Kosten schätzt der Student mit knapp 600 000 Euro.

Die Fraktionen würdigten die Vorschläge der Bürger und Reinhard Wittke (SPD) gab der Hoffnung Ausdruck, dass in Hagen „etwas geschaffen wird, das keine andere Gemeinde hat“. Die Neugestaltung solle zu einer Belebung des Ortskerns beitragen.

Keine Eile

Es bestehe keine Eile, sogleich zu einer Entscheidung zu kommen, sagte Bürgermeister Peter Gausmann, der allen Teilnehmern an dem Brainstorming für ihre Ideen dankte. Für 2018 habe man zunächst nur die Kosten für Kauf und Sanierung des ehemaligen Hauses Konersmann (Jahnstraße 4) aus den Mitteln für die Ortskernsanierung beantragt und im Etat abgesichert. Auch die Neugestaltung des Marktplatzes und des Rathausplatzes wurden aus dem Sanierungstopf beglichen. Die restlichen Gelder stehen bis 2021 - und auf Antrag auch länger - zur Verfügung. Allerdings müssen sie abgerufen werden und das könne nun frühestens für 2019 geschehen, sagte Gausmann. „Das ist aber nicht schlecht, denn wir sollten die neue Klinkerfassade und das neue Dach des Hauses Jahnstraße 4 auf uns wirken und Gestaltungsideen reifen lassen.“ Es stünden noch ungefähr 1,8 Millionen Euro als „frei verfügbare Masse“ für Projekte der Ortskernsanierung zur Verfügung: „Wir sollten die Entscheidung also in aller Ruhe angehen.“

Die Gemeindeverwaltung nimmt weiterhin Anregungen entgegen.


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