Ergebnisse der Mietpreisbefragung Entwicklung des Hagener Wohnungsmarkts

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Die Gemeinde Hagen hat die durchschnittlichen Mietpreise in der Kommune ermittelt. Symbolfoto: Armin Weigel/dpaDie Gemeinde Hagen hat die durchschnittlichen Mietpreise in der Kommune ermittelt. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa

Hagen. Der Planungs- und Umweltausschuss nahm die Ergebnisse der ersten Mietpreisbefragung in Hagen zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, eine Machbarkeitsstudie für sozialen Wohnungsbau zu erstellen.

Ende Mai hatte die Kommune alle 1405 Vermieter von  insgesamt 1785 Mietwohnungen in der Kirschgemeinde angeschrieben mit der Bitte, einen Fragebogen zum Mietpreisspiegel für die Gemeinde Hagen auszufüllen. Baujahr, Größe, Nettokaltmiete und grundlegende Sanierungen wurden abgefragt. Über den Rücklauf von mehr als 500 auswertbaren Fragebögen zeigte sich Bürgermeister Peter Gausmann erfreut.

Schlagworte wie „bezahlbarer Wohnraum“ und „sozialer Wohnungsbau“ seien momentan überall in der Diskussion. Um eine sachliche Diskussion zu ermöglichen, habe die Gemeinde gut daran getan, zunächst die Fakten zu sichern und sich einen Überblick über den vorhandenen Wohnraum zu verschaffen. Denn er bezweifle, so der Bürgermeister, dass man die Ergebnisse des Wohnraumversorgungskonzepts des Landkreises, das auf bundesweit erhobenen Zahlen basiere, eins zu eins auf Hagener Verhältnisse übertragen könne.

Die Ergebnisse im Detail

Als Ergebnis der Hagener Umfrage ergab sich eine Durchschnitts-Kaltmiete auf dem freien Markt von 5,34 Euro pro Quadratmeter, bei der gebundenen Miete (gegen Vorlage eines Wohnberechtigungsscheins) von 5,18 Euro. Allerdings, so die Projektverantwortliche Isabell Mindrup, die die Ergebnisse vorstellte, zeigen sich, je nach Wohnungsgröße und Baujahr der Wohnung, eklatante Unterschiede.

Am günstigsten sind ältere Wohnungen, die aber zumeist wegen unvollständiger Dämmung höhere Heizkosten mit sich bringen. Kleine Wohnungen schlagen im Durchschnittspreis pro Quadratmeter höher zu Buche als große, allerdings scheint sich dieser langjährige Erfahrungswert seit 2010 zu wandeln. Kostet in über 100 Quadratmeter großen Wohnungen, die älter als 1965 sind, der Quadratmeter durchschnittlich nur 4,20 Euro, so steigt dieser Wert in Neubauten ab 2010 auf 7,37 Euro und ist damit sogar höher als der Wert für neue kleine Wohnungen unter 60 Quadratmeter, der aktuell durchschnittlich 6,77 Euro beträgt.

Seit 2012 seien in Hagen 154 Mietwohnungen neu geschaffen worden, teilte Mindrup mit, weitere 32 seien in Planung. Hinzu kämen 21 neue Wohnplätze im Rahmen der Jugendpflege. 53 Personen bezögen Wohngeld.

"Luxuswohnungen" verzerren das Bild

In der anschließenden kurzen Diskussion hob Reinhard Wittke (SPD) die hohe Mietpreissteigerung von rund 20 Prozent bei großen Neubauwohnungen hervor. Diese Durchschnittswerte seien von einer kleinen Zahl recht luxuriöser barrierefreier Wohnungen mit Aufzug und allem Komfort verursacht, erklärte Peter Gausmann. Investoren hätten heute beim Wohnungsbau viele energetische Auflagen zu erfüllen. Zumeist relativiere sich der Wert, wenn man die Gesamtmiete betrachte, denn die Heizkosten seien in solchen Wohnungen in der Regel sehr gering.

Wohnungsbau sozial gestalten

Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde nachfolgend die Frage diskutiert, ob die Gemeinde in den sozialen Wohnungsbau einsteigen solle. Prinzipiell sei das schon eine kommunale Angelegenheit, betonte der Bürgermeister, aber deshalb bedürfe es keiner gemeindeeigenen Wohnungsbaugesellschaft. Auch könne die Gemeinde der SPD-Forderung, ein Beispielobjekt mit einer Kaltmiete von maximal sechs Euro errichten zu lassen, im Augenblick mangels eines geeigneten Grundstücks in Gemeindebesitz nicht nachkommen. Aber man könne als Kommune gestaltend eingreifen und Investoren entsprechende Auflagen machen. Diese Idee fand fraktionenübergreifend Zustimmung. Die Verwaltung wurde beauftragt, Möglichkeiten aufzulisten, wie bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit wenig Geld geschaffen werden könne.


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