Bauarbeiten bis Mai 2019 Gemeinde Hagen verpasst Gibbenhoff sein ersehntes Make-up

Meine Nachrichten

Um das Thema Hagen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Kerngebäude der alten Fleischerei Konersmann steht nunmehr alleine da. Der Anbau wurde vor kurzem für die Umgestaltung des Gibbenhoffs abgerissen. Foto: Gert WestdörpDas Kerngebäude der alten Fleischerei Konersmann steht nunmehr alleine da. Der Anbau wurde vor kurzem für die Umgestaltung des Gibbenhoffs abgerissen. Foto: Gert Westdörp

Hagen. Die Gemeinde Hagen schreibt ein weiteres Kapitel ihrer Ortskernsanierung: Der Gibbenhoff bekommt mit dem Abriss des hinteren Gebäudekomplexes der ehemaligen Fleischerei Konersmann ein neues Gesicht. Das Konzept für die nun frei gewordene Fläche soll am Donnerstag im Planungs- und Umweltauschuss erörtert werden. Etwa 20 Gestaltungsideen liegen vor.

Nun steht Hagens erstes geschichtlich dokumentiertes Gebäude mit drei Stockwerken nun recht einsam da. Die Adresse: Jahnstraße 4. Lange war hier die ehemalige Fleischerei Konersmann untergebracht, seit Jahren steht sie leer. Der Gebäudekomplex wurde Ende der 1920er Jahre um Neubauten ergänzt – geschlachtet wurde in einem separaten Gebäude. 

Das war einmal. In Hagen kreiste in den vergangenen Tagen die Abrissbirne. Von neueren Gebäudeteilen fehlt mittlerweile jede Spur. Damit ist der Schritt für die Umgestaltung des Gibbenhoffs getan. "Bis Mai 2019 wollen wir die gesamten Sanierungsmaßnahmen abschließen", gibt sich Bürgermeister Peter Gausmann optimistisch.

Drittes Kapitel

Die Umgestaltung des Gibbenhoffs ist das dritte große Kapitel der Ortskernsanierung. Vier Millionen Euro will die Gemeinde Hagen für alle Maßnahmen investieren. 2013 begann die Umgestaltung mit der Sanierung des Rathausvorplatzes, es folgte der Marktplatz. Nach den Sommerferien 2017 war auch dieses Projekt offiziell abgeschlossen. Jetzt soll Hagens dritter Streich folgen – für rund 960.000 Euro.  Je ein Drittel tragen Kommune, Land und Bund. "Damit erfüllt sich auch ein großer Wunsch vieler Hagener Bürger", so Gausmann. Der Gibbenhoff galt in Hagens Geschichte lange als Zentrum und Platz der Begegnung.


Im Juni 2017 wurde in Hagen der neu gestaltete Marktplatzes offiziell eröffnet. Es war die zweite große Maßnahme der Ortskernsanierung. Foto: Elvira Parton



Davon hätte ein Großteil der Bürger nichts gehabt. Peter Gausmann, Bürgermeister Gemeinde Hagen


Lange Zeit war fraglich, wann, wie und ob dieser Platz umgestaltet werden könne. Möglich machte das letztendlich der Kauf des alten Fleischereigebäudes. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wie sich herausstellte. Die ideale Lage rief vor allem Immobiliengesellschaften und Investoren auf den Plan, wie Gausmann erklärt. Die Gefahr bei einer Veräußerung an Dritte: Der Ortskern könne mit Penthauswohnungen zugebaut werden. "Davon hätte aber ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger nichts gehabt", sagt Gausmann. 

Doch soweit kam es nicht. Die Gemeinde intensivierte ihre Anstrengungen und wurde sich mit dem Eigentümer der Immobilie einig. Im Raum steht ein Verkaufspreis im mittleren sechsstelligen Bereich, die genauen Zahlen sind nicht bekannt. 

Was wird gemacht?

Nach dem Kauf nun also die Sanierung: In das geschichtsträchtige Kerngebäude mit der Ziegelsteinfassade soll im Erdgeschoss eine Frauenarztpraxis einziehen. Die zwei obereren Etagen sind für Menschen mit Beeinträchtigungen vorgesehen. "Je zwei Wohngruppen mit vier Bewohnern werden dort einziehen", erklärte Gausmann. Diese stehen laut Gausmann auch schon fest. Der Verein zur Förderung behinderter Menschen in Hagen (VFB) werde intensiv in die Betreuung der Wohngruppen mit eingebunden. An der Außenfassade wird im Zuge der Sanierung des alten Gebäudes ein Anbau mit Aufzug angebracht. Die Maßnahmen sind möglich, da das Gebäude trotz ortsbildprägenden Charakters nicht unter Denkmalschutz steht.  


Zwei Wohngruppen werden in die zwei oberen Stockwerke des Ziegelsteinbaus an der Jahnstraße einziehen. Eine Facharztpraxis erhält zudem im Erdgeschoss ihre Räume. Foto: Gert Westdörp


Das Ausräumen und der Abriss des alten Gebäudes beförderte laut Gausmann einige Fundstücke zu Tage: Ein Ehepaar aus Hagen etwa sammelt historische Gegenstände und wurde im ehemaligen Fleischereibetrieb fündig. Das Ehepaar plane laut Gausmann ein Heimatmuseum mit diesen und weiteren Funden aufzubauen. Außerdem sei eine Klärgrube gefunden worden. Diese musste zugeschüttet werden, da die vorgesehen Umgestaltung eine ebene Fläche vorsieht. 


Ein Bauunternehmen entfernt derzeit die letzten Reste des Abrisses. Nach der Hagener Kirmes beginnt der Sanierungsprozess. Foto: Gert Westdörp


Das Ergebnis wird eine echte Bereicherung für den Ortskern. Peter Gausmann, Bürgermeister Gemeinde Hagen

Planungsausschuss erörtert Gestaltungsideen

Das Konzept und die Nutzungsmöglichkeiten für die frei gewordenen Fläche will der Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstag in seiner Sitzung erörtern. Die Verwaltung hatte die Bürger gebeten, sich an der Ideenfindung zu beteiligen. "Wir haben knapp 20 unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten eingesendet bekommen", freut sich Gausmann. Welcher Vorschlag am Ende umgesetzt wird, weiß er nicht. Sicher ist er hingegen, dass das Ergebnis "eine echte Bereicherung für den Ortskern" sein wird. 


 

 

    

      


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN