„Du gehörst zu uns“ Amtseinführung von Pfarrer Hermann Hülsmann in Hagen

Von Werner Barthel

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Hagen Ein Tag, der in die Annalen der Kirchengeschichte der Pfarreiengemeinschaft Mariä Himmelfahrt und St. Martinus eingehen wird: Am Sonntag konnten die Hagener Katholiken endlich ihren neuen Pfarrer Hermann Hülsmann in einem feierlichen Gottesdienst begrüßen.

Empfängt eine Kirchengemeinde einen neuen Pfarrer, ist sie bemüht, sich von der besten Seite zu präsentieren. Erst recht gilt dieser Grundsatz, wenn es sich um eine Pfarreiengemeinschaft handelt. Folglich zogen St. Martinus und Mariä Himmelfahrt bei der Einführung von Pfarrer Hermann Hülsmann alle Register, ließen Jugendschola und Martinuschor stimmgewaltig den Gottesdienst begleiten, stellten eine Hundertschaft von Messdienern zusammen, warteten mit einem kleinen Heer von Bannern und Fahnen auf, das Anzahl und Vielfalt der Vereine und Einrichtungen symbolisierte, und sorgten schließlich dafür, dass von Kindern bis zu Senioren eine bunte Mischung von Gemeindemitgliedern all die Aufgaben übernahm, die bei so einem Gottesdienst für Laien nur möglich sind.

Die ganze Gemeinde begrüßt „den Neuen“

Den Ton bei dieser Feier gaben aber zunächst die ganz Kleinen an. War doch in der vergangenen Woche ein ums andere Mal in den Kindergärten Rolf Zuckowskis Song „Du gehörst zu mir“ eingeübt und gesungen worden. Und so schmetterten rund 100 Jungen und Mädchen zur Begrüßung: „Du gehörst zu uns, wir gehören zu dir, wenn du Freunde suchst, dann findest du sie hier!“

Dann begrüßten die Vorsitzenden der beiden Pfarrgemeinderäte, Helga Witte und Ingrid Keiser, ihren neuen Geistlichen und all die Gäste, die aus Verbundenheit mit Pfarrer Hülsmann aus nah und fern angereist waren. Die Vertreter der beiden Kirchenvorstände, Wolfgang Konersmann und Albert Schönhoff, übergaben anschließend symbolisch die Kirchenschlüssel an Dechant Michael Wehrmeyer, der sie an Pfarrer Hülsmann weiterreichte: „Übernimm die Schlüssel der Kirchen und damit die Aufgabe, die Pfarrgemeinden St. Martinus und Mariä Himmelfahrt mit allen dir anvertrauten Menschen zu leiten. Dein Wirken öffne den Weg zum Leben in der Nachfolge unseres Herrn Jesus Christus.“

Wie nur zu ganz wenigen besonderen Anlässen üblich, feierten gleich mehrere Geistliche den Gottesdienst. Neben Pfarrer Hülsmann und Dechant Michael Wehrmeyer waren dies Pastor Langemann, Pastor Norbert Friebe und Kaplan Coffi Regis Akakpo. Ihnen assistierte Diakon Klaus Schlautmann-Haunhorst. Ihr evangelischer Mitbruder Stefan Wagner hatte als besonderer Gast einen Ehrenplatz erhalten.

Offizielle Übergabe im liturgischen Akt

Großen Raum während eines Einführungsgottesdienstes nimmt traditionell die Übergabe der geweihten Gegenstände wie Priestersitz, Altar, Ambo als „Tisch des Wortes“ oder Taufbrunnen ein, die gewissermaßen zu den Insignien eines Pfarrers gehören. Bei dieser Zeremonie waren immer zwei Lektoren und Katecheten aus beiden Kirchengemeinden mit Redebeiträgen beteiligt.

Bewegender Moment

Auch bei den Fürbitten beteiligten sich Alt und Jung aus beiden Gemeinden und baten um Gottes Segen und Beistand. Aus dem weiteren Verlauf der Messfeier wird allen auch die Vorbereitung der Kommunionfeier in besonderer Erinnerung bleiben. Es war ein bewegender Augenblick, als Messdiener aus Gellenbeck Pfarrer Hülsmann den Kelch überreichten, den Pfarrer Gustav Görsmann in Mariä Himmelfahrt benutzte, bis er während des Zweiten Weltkriegs verhaftet wurde und im Konzentrationslager Auschwitz starb.

Lehrer und Schüler

Zu den gefeierten Gästen beim anschließenden Empfang im Treffpunkt gehörten vor allem Eltern und Verwandte des neuen Hagener Pfarrers. Viel Beifall galt auch Pfarrer Josef Linkemeyer. Er war zu der Zeit Seelsorger in Hagen, als Hermann Hülsmann als Vikar in die Kirschgemeinde versetzt wurde. „Damals war er mein Lehrherr“, meinte Hülsmann, „heute sind wir freundschaftlich verbunden.“

Besonders aufmerksam hatte nach eigenem Bekunden Hagens evangelischer Pastor Stefan Wagner den Einführungsgottesdienst verfolgt. „Ich habe so eine Feier noch nie erlebt“, sagte er, „es war beeindruckend. Die feierlichen Übergaben wie Ambo oder Taufbrunnen zum Beispiel stellten den Bezug von Amt und Person her.“ Im Übrigen hoffe er auf weitere gute Zusammenarbeit und erinnerte in diesem Zusammenhang : „In der letzten Woche haben wir vier Gottesdienste gemeinsam gestaltet, und in den nächsten Tagen folgt der fünfte.“

Kooperation mit politischer Gemeinde

Markus Hestermeyer, Erster Gemeinderat der politischen Gemeinde, überbrachte den Willkommensgruß von Bürgermeister, Rat und Verwaltung. „Wir pflegen auf verschiedenen Ebenen eine gute Zusammenarbeit“, führte er aus, „und bereiten gerade das nächste Projekt vor: zwei neue Krippengruppen. Wir sind überzeugt, dass wir auch diese Aktion zu aller Zufriedenheit durchführen werden.“

In seinem Schlusswort dankte Hermann Hülsmann vor allem den Organisatoren des Festgottesdienstes. „Das Team um Helga Witte und Ingrid Keiser habe ich in der letzten Zeit fast ohne Pause Tag für Tag in der Kirche oder dem Treffpunkt gesehen. Sie haben gemeinsam mit Chor und Schola für eine wunderschöne Feier gesorgt.“


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