Viermal Gitarre voll auf die Zwölf Erster Tag beim Stock Open Air in Hagen

Von Markus Strothmann


Hagen. Das diesjährige Stock Open Air startete am Freitag gewohnt fetzig bis brachial mit vier Bands aus der Region: Dead Scarlet, NOE (kurz für „Night on Earth“), Gelbes Haus und Purple Rhino wärmten die Bretter für die dreitägige Sause.

Die Rock`n´Roller von Dead Scarlet lieferten zum Anfang schon Gitarrenlastiges vor der langsam, aber stetig zusammenkommenden Feiergemeinde. NOE waren dann mit Abstand die härteste Kapelle des Abends mit ihrem derben Death/Thrash Metal. Eventuell ein bis zwei Nummern zu hart für manche, andererseits waren die Ohren nach NOE aufgewärmt und nicht mehr zu schocken durch das, was dann noch kam.

„Wir sind die Gruppe Gelbes Haus aus Hagen“, grüßte Sänger Höcky, und die Band bretterte los. Zwar gab es einen großen Halbkreis Niemandsland zum Pogen vor der Bühne, in den sich kaum ein Zuschauer hineintraute, aber dafür waren auch einige echte Fans zu beobachten, die fast sämtliche Texte mitsangen und rhythmisch zuckten, nur eben in der zweiten Reihe.

„Schon 1000 Mal gesehen“

Verstärkt um Joga Club-Keyboarder Dominik machte die nunmehr sechsköpfige Gruppe ein stattliches Fass auf. „Es geht immer nach vorn. Die Welt verbessern“, so Gitarrist Galopp ironisch und verhalf Frontmann Höcky zu einem Lachanfall. Der wunderte sich im Übrigen, dass doch so viele zugegen waren, wo doch parallel die Donots im Osnabrücker Schlossgarten spielten – wohl ebenfalls ironisch. „Schon 1000 Mal gesehen“, so Höcky, „50 Euro? Nee!“

Dass Gelbes Haus Fantasie besitzen, was Ton und Perspektive ihrer Songtexte angeht, ist bekannt. Wenn es ein Lied über Fußball ist, heißt das bei ihnen „4-3-3“ und behandelt das Thema einfühlsam und mit nicht zuviel Distanz. Und wem das zu viel Message ist für einen Freitagabend mit Bier, der kann auch einfach den melancholischen, aber schwer treibenden (Punk-)Rocksound genießen.

Powertrio Purple Rhino

Den krachenden Abschluss bildete der Auftritt von Purple Rhino, wie die anderen Acts gern gesehene Gäste bei Stocks. Das Trio packte die Leute vom Start weg mit seinem gnadenlos runtergenagelten Hardrock. Sänger Felix Kley war das aber nicht genug. „Macht mal richtig Lärm, habt ihr Bock auf richtig auf die Glocke?“, schrie er den Leuten entgegen. Die machten erstmal eher widerwillig mit bei den Frage-Antwort-Spielen, kamen aber im Verlauf der Show immer mehr in die Gänge.

In der klassischen Powertrio-Besetzung machten Purple Rhino instrumental ordentlich Dampf, trotzdem bleibt viel Raum die Stimme von Felix Kley. Der haut Led Zeppelin genau so raus wie Guns`n´Roses und kommt verdammt nah ran an die Originale: „Don´t Stop the Rock Show“ heißt ein Song der Band, und damit lässt sich ganz gut zusammenfassen, was die Jungs ablieferten.


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