Neuer Pfarrer für Hagen Hermann Hülsmann kehrt zu seinen Anfängen zurück

Von Werner Barthel

Er möchte Hagens Katholiken auf ihrem Weg zu Gott künftig begleiten: Pastor Hermann Hülsmann. Er wird am Sonntag in sein neues Amt eingeführt.Foto: Werner BarthelEr möchte Hagens Katholiken auf ihrem Weg zu Gott künftig begleiten: Pastor Hermann Hülsmann. Er wird am Sonntag in sein neues Amt eingeführt.Foto: Werner Barthel

Hagen. Hermann Hülsmann wird am 12. August neuer Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft St. Hagen und Mariä Himmelfahrt Gellenbeck.

Hagen Diese Versetzung entspricht so gar nicht der gängigen Praxis: Am Sonntag, 12. August, wird Hermann Hülsmann in sein Amt als neuer Pfarrer für die Pfarreiengemeinschaft St. Martinus und Mariä Himmelfahrt in Hageneingeführt –obwohl er bereits als junger Vikar in der Kirschgemeinde war. „Ich war selbst am meisten überrascht“, sagt der 48-jährige gebürtige Bersenbrücker und erklärt: „Normalerweise kehrt man nicht noch einmal an den Ort zurück, an dem man schon einmal war.“

Erste Stati0n nach der Priesterweihe

Die Hagener werden es mit Freuden vernommen haben. Denn schließlich können sich noch viele an die vier Jahre von 1996 bis 2000 erinnern, die Hermann Hülsmann als Vikar in Hagen verbrachte. „An diese Zeit habe ich ebenfalls viele gute Erinnerungen“, freut sich Pfarrer Hülsmann, „damals habe ich viele Bekanntschaften geknüpft, die bis heute Bestand haben.“ Hagen war Hülsmanns erste Station als Seelsorger nach seiner Priesterweihe.

Berufswunsch Pastor oder Gärtner

Schon in frühen Jahren hatte sich Hülsmann festgelegt: „Entweder werde ich Pastor oder Gärtner“, hieß sein Credo. Die weiteren Lehr- und Lernjahre als Kaplan verbrachte er nach seiner Hagener Zeit in Lingen und Schepsdorf, bevor er als „Pastor zur Mitarbeit“ nach Osnabrück zurückkehrte, um vor allem ein Aufbaustudium in Kirchenrecht zu absolvieren.

Diözesanrichter und -kurat

Es sollte ihn fitmachen für eine in der Öffentlichkeit kaum bekannte Aufgabe, nämlich als Diözesanrichter am Ehegericht. Ebenfalls in diesen Lebensabschnitt fällt seine Tätigkeit als Diözesankurat für die Pfadfinderschaft des Bistums Osnabrück. Weitere Stationen waren dann Norderney und während der letzten 13 Jahre die Pfarreiengemeinschaft St. Joseph, St. Ansgar und Heilige Familie in Osnabrück.

Seelsorger, Bauherr, Organisator

Vor allem die letzten Jahre waren eine besondere Herausforderung für den (an Priesterjahren gemessenen) jungen Geistlichen: „Da war ich nicht nur als Seelsorger gefragt, sondern gleichzeitig auch als Bauherr und Organisator unzähliger Projekte. Diese Jahre haben mich nicht nur nachhaltig geprägt. Sie haben auch all meine Kraft gekostet.“

Sabbatjahr in Jerusalem

So war es verständlich, dass Hermann Hülsmann sich vor Amtsantritt in Hagen ein sogenanntes Sabbatjahr ausbat, das ihm vom Osnabrücker Bischof auch gewährt wurde. Ein halbes Jahr lang lebte er mit den deutschen Benediktinern in der Dormitio-Abtei in Jerusalem und arbeitete im St. Louis French Hospital in der Pflege alter und oft sterbenskranker Menschen, wo er alle anfallenden pflegerischen Arbeiten ausführte.

Pflegearbeit im Hospital

„Hier konnte ich in einer achtstündigen Schicht Tag für Tag den Menschen auf eine Weise nahe kommen, wie ich es bisher noch nicht kannte.“ Diese Einrichtung steht allen offen. Zu seinen Schutzbefohlenen gehörten vor allem Juden; ein Viertel waren Christen, fünf Prozent Muslime. Kennengelernt hatte er das French Hospital durch den Ritterorden vom Heiligen Grab, zu dem er seit einiger Zeit gehört.

Über Pfarreiengemeinschaft informiert

So zwar stark gefordert, aber dennoch gestärkt, kommt Hermann Hülsmann jetzt nach Hagen. Längst ist er über das Geschehen der vergangenen Jahre in der Hagener Pfarreiengemeinschaft informiert.

Er weiß, dass ihn ein funktionierendes Gemeindeleben sowohl in Hagen als auch in Gellenbeck erwartet, begleitet und unterstützt von engagierten und einsatzfreudigen Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen. Auch auf die Zusammenarbeit mit seinem evangelischen Amtsbruder Stefan Wagner kann er sich verlassen.

Beziehung zu Jesus Christus leben

Einen Leitfaden für künftige Schwerpunkte sieht Pastor Hülsmann in dem apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“, das Papst Franziskus im Jahr 2013 veröffentlichen ließ. „Es geht darum, die in der Taufe geschenkte Beziehung zu Jesus Christus mit Treue zu leben.“

Papst Franziskus hat diesen Gedanken so formuliert: „Ich lade jeden Christen ein, noch heute seine persönliche Beziehung mit Jesus Christus zu erneuern oder zumindest den Entschluss zu fassen, sich von ihm finden zu lassen.“ Der Einführungsgottesdienst für Pfarrer Hermann Hülsmann beginnt am 12. August um 15 Uhr in der katholischen St.-Martinus-Kirche Hagen. Anschließend findet ein Empfang im Versammlungsraum unterhalb der Kirche statt.


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