Verfahren am Landgericht Hagener Angestellte begeht Diebstahl in Belmer Supermarkt

Von Dr. Peter Szczekalla

Das Kassensystem hat eine Hagener Supermarktangestellte manipuliert. Jetzt ist sie deshalb verurteilt worden. Foto: dpaDas Kassensystem hat eine Hagener Supermarktangestellte manipuliert. Jetzt ist sie deshalb verurteilt worden. Foto: dpa

Osnabrück/Hagen. sz Osnabrück/Hagen. Mehrere Supermarktangestellte haben gemeinschaftlich ihren Arbeitgeber um Verkaufserlöse gebracht. Eine Hagenerin ist deshalb jetzt vom Landgericht Osnabrück wegen Trickdiebstahls zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Angeklagt war die 23-Jährige wegen einer Serie von 13 Diebstählen in drei Monaten, die sie mit teils bereits verurteilten Mittätern begangen haben soll. Das Vorgehen war immer dasselbe: Ein Mitwisser kaufte auf eigene Rechnung Waren, jedoch zu einem günstigeren als dem vorgesehenen Kaufpreis. Dazu soll es unter den Beteiligten der Taten üblich gewesen sein, die Ware an der Kasse mit der Bemerkung zu legen, es solle billiger gemacht werden. Die jeweils andere als Kassierer beteiligte Person soll dann einen Teil der Ware gar nicht eingescannt, andere günstige Waren eingescannt oder einen Teil des Kaufpreises storniert haben.  

Zu niedrige Gesamtstrafe

Dafür war die Angeklagte durch das Amtsgericht Bad Iburg zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt worden. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt und verlangte in ihrem Schlussplädoyer einen Rechtsfolgenausspruch von 80 Tagessätzen zu je 40 Euro. Der erhöhte Tagessatz lag daran, dass der geschädigte Arbeitgeber der Angeklagten diese gleichwohl weiter beschäftigt hatte. Einen eventuell geltend zu machenden Schadensersatzanspruch wollte dieser vom jetzigen Urteil abhängig machen, gab die Angeklagte in ihrer Vernehmung an.

Unverbindlicher Antrag der Staatsanwaltschaft

In ihrem Schlusswort meinte die Angeklagte, die sich selbst verteidigte, dass das "Urteil so in Ordnung" gehe. Der Vorsitzende Richter wies sie darauf hin, dass der bloße Antrag der Staatsanwaltschaft "für uns überhaupt nicht verbindlich" sei. Nach der Beratungspause erging das Urteil im Rechtsfolgenausspruch mit 30 Tagessätzen zu je 40 Euro. Die Verurteilte verzichtete auf Rechtsmittel. Die Staatsanwaltschaft wollte keine solche Erklärung abgeben, sondern fragte nur nach den Kosten des Verfahrens. Der Vorsitzende sagte, dass das Verfahren "auf Kosten der Angeklagten" ergangen sei.


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