Sanierungen über die Ferien Hagen investiert Millionenbetrag in Sporthalle und Schwimmbad

Von Andre Partmann

Hagens Erster Gemeinderat Markus Hestermeyer zeigt sich zufrieden mit dem Fortschritt der Sanierungsmaßnahmen im Sportzentrum. Foto: André PartmannHagens Erster Gemeinderat Markus Hestermeyer zeigt sich zufrieden mit dem Fortschritt der Sanierungsmaßnahmen im Sportzentrum. Foto: André Partmann

Hagen. Die Gemeinde Hagen nutzt die Sommerferien für umfassende Bau- und Sanierungsarbeiten in ihrem Sportzentrum. Über 1,1 Millionen Euro investiert die Kommune allein in die Modernisierung des Hallenbades und der Sporthalle. Außerdem wird in der alten Jägerbergschule eine zeitlich befristete Krippen-Gruppe errichtet.

Die viel zu dünnen Scheiben an der Fensterfront, die ineffizienten Beleuchtungen, die unzureichende Dämmung der Außenfassade, die veralteten Sanitäranlagen: Das Kombinationsgebäude im Hagener Sportzentrum, das Hallenbad und Sporthalle der Oberschule unter einem Dach vereint, ist aus energetischer Sicht in einem desaströsen Zustand. Vor dem Hintergrund, dass das Gebäude circa 40 Jahre größtenteils unberührt blieb, ist das wiederum wenig überraschend.

Damit der Betrieb auch zukünftig gewährleistet ist, musste die Gemeinde Hagen handeln – also beschloss der Rat im Sommer vergangenen Jahres, ein umfassendes Sanierungskonzept mit einem Kostenvolumen von mehr als 1,1 Millionen Euro in den Nachtragshaushalt 2017 mit aufzunehmen. Etwa ein Jahr später werden die Modernisierungspläne umgesetzt. Derzeit sind mehr als ein Dutzend Handwerk über die Sommerferien im Sportzentrum im Einsatz. 

Das sind die vier großen Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Hagener Sportzentrum: 

  • In das Hallenbad investiert die Gemeinde Hagen rund 360.000 Euro
  • Die Modernisierung der Sporthalle lässt sich die Kommune 750.000 Euro kosten
  • Die Kosten für die Errichtung einer Krippe in der alten Jägerbergschule liegen bei rund 50.000 Euro 
  • 55.000 Euro fließen in das "Beamer-Programm"

Das passiert im Hagener Hallenbad

Die Gemeinde Hagen hatte vor Sommerferien verkündet, dass umfassende Sanierungsarbeiten im Sportzentrum anstehen. Der Betrieb des Hallenbades wurde einige Tage später eingestellt und wird voraussichtlich bis zum 8 . August andauern. "Wir planen den Abschluss der Maßnahmen mit Beginn der neuen Schulzeit", sagte Markus Hestermeyer, Erster Gemeinderat und Fachdienstleister Bauen, Schulen und Kultur der Gemeinde Hasbergen. 

Vor zwei Jahren hatte die Gemeinde bereits die Damenduschen des Hallenbades sanieren lassen. Dieselben Maßnahmen werden nun für die Männerduschen durchgeführt. "Die Fließen werden ausgetauscht und farblich angepasst", erklärt Hestermeyer. Außerdem werden neue Wasserleitungen und Duschkörper installiert. 

Die Männerduschen des Hallenbads in Hagen werden über die Sommerferien saniert. Foto: André Partmann

Ein beklagtes Probleme im Hallenbad: Sanitäranlagen waren bis dato nicht barrierefrei zugänglich. Das wird sich nun ändern. Der Boden in sämtlichen WCs wird angepasst, Waschbecken,Toiletten und Türen erneuert. Außerdem gibt es eine neue Beleuchtung.  

Die sanitären Anlagen im Hagener Hallenbad werden barrierefrei gemacht. Foto: André Partmann


Die aufzuwärmende Wassermenge und die damit verbundenen Energiekosten werden erheblich reduziert.Markus Hestermeyer, Erster Gemeinderat der Gemeinde Hagen a.T.W.

Was Gäste nicht sehen werden, wenn sie nach den Sanierungsarbeiten erstmals wieder ins das Hallenbad gehen: Auch im Keller wird einiges erneuert: Derzeit muss eine Wassermenge von 10000 Liter für die Duschen aufbereitet werden – solche Mengen an Wasser werden allerdings niemals aufgebracht. Die fünf Speicher mit je 2000 Liter Fassungsvermögen werden ersetzt durch zwei effiziente 1000-Liter-Tanks. Zudem wird ein Blockheizkraftwerk installiert. "Die aufzuwärmende Wassermenge und die damit verbundenen Energiekosten werden erheblich reduziert", so Hestermeyer. 

Auch im Außenbereich verändert sich das Hallenbad: Die großflächigen Fensterfronten werden komplett ersetzt. Die alten Glasscheiben waren zu dünnen und ließen zu viel Wärme aus dem Hallenbad ausströmen. Vor allem in den Wintermonaten stiegen die Kosten.  

Die Fensterfront des Hallenbads wird vollständig ausgetauscht. In den Wintermonaten drang zu viel Wärme nach außen. Foto: André Partmann

Die Gemeinde Hagen investiert in die energetische Modernisierung seines Hallenbades rund 360.000 Euro. Darin enthalten sind neben den aufgeführten Maßnahmen auch Deckenarbeiten, eine neue Belichtung sowie diverse Kleinarbeiten.

Das passiert in der Sporthalle

Fast doppelt so teuer gestalten sich die Maßnahmen an der Sporthalle. Hier wird ebenfalls aus energetischen Gründen die Fensterfront ausgetauscht. Außerdem werden die Außenwände erneuert und entsprechend isoliert. 


Alte Fenster, dünne Wände: Die Außenfassade der Sporthalle wird komplett erneuert. Foto: André Partmann

Die Kabinen im Inneren der Sporthalle sollen vorerst nicht erneuert werden, die Sanitäranlagen hingegen schon. Derzeit sind die Handwerker damit beschäftigt, die alten Fliesen aus drei Duschräumen zu entfernen. Auch die Toiletten sollen ein Upgrade erfahren. 


Die Duschräume in der Sporthalle werden erneuert. Foto: André Partmann

Noch hängen im Kabinengang der Sporthalle Stromkabel von der Decke. Bald sollen hier LED-Lampen angebracht werden und für Licht sorgen. "Durch die Umstellung sparen wir erhebliche Energiekosten ein", sagt Hestermeyer. Die Hallenbeleuchtung über dem Feld soll ebenfalls auf LED-Technik umgestellt werden. 

Noch hängen hier Stromkabel von der Decke. Bald sollen hier LED-Lampen angebracht werden. Foto: André Partmann


"Schaut man sich die Geräteräume an, stellt man schnell fest, dass sie in die Jahre gekommen sind"Markus Hestermeyer, Erster Gemeinderat der Gemeinde Hagen a.T.W.

"Schaut man sich die Geräteräume an, stellt man schnell fest, dass sie in die Jahre gekommen sind", sagt Hestermeyer. Die Holztore lassen sich bislang nur schwer öffnen. Ein weiteres Problem: Auf der Oberfläche kann kein Prallschutz angebracht werden. Dadurch, dass die Basketballer im Training auf Kleinfelder spielen, muss ein Prallschutz allein aus Verletzungsgründen an den Geräteraumtoren angebracht sein. Die Türen werden ebenfalls mit Prallschutz ausgerüstet. 

Die gesamte Sanierungsmaßnahme der Sporthalle umfasst ein Kostenvolumen von 750.000 Euro. Die Gemeinde Hagen stemmt ein Drittel der Kosten. Zwei Drittel, also 500.000 Euro, wird aus dem "ELER – Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums" bezuschusst, das ist der Förderhöchstsatz. Die Sanierungen sollen bis zum 1. September 2018 abgeschlossen werden. 


Knapp zwei Drittel der Sanierungskosten für die Sporthalle trägt das europäische Förderprogramm "ELER". Foto: André Partmann

Das passiert in der alten Jägerbergschule

Eine weitere Maßnahme lässt die Gemeinde Hagen in der alten Jägerbergschule durchführen. Dort entsteht zeitlich für ein Jahr befristet eine Krippengruppe. Die Krippengruppe ist als Außenstelle des der Melanchthron-Kindertagesstätte gedacht. Zwölf Kinder sollen dort Platz finden. 

Bislang wird das Gebäude vormittags nicht genutzt, am Nachmittag sind hier die  "Musik-Elementargruppen" und Sportgruppen des Hagener Sportvereins. Der Raum für die Krippe muss vollständig möbiliert werden. Unter anderem soll eine Pantryküche eingebaut werden, wie Hestermeyer erläutert. Außerdem wird der Toilettenbereich vollständig erneuert. Die Maßnahmen kosten 50.000 Euro.  


In der alten Jägerbergschule entsteht eine provisorische Krippengruppe. Foto: André Partmann

Das passiert in den Schulen

Bereits im vergangenen Sommer hat die Gemeinde Hagen das "Beamer-Programm" in die Wege geleitet. Sämtliche Klassenräume in der Grundschule und der Oberschule werden neu verkabelt und mit "Beamern" und Dokumentenkameras ausgestattet. Rund 55.000 Euro kostet das Programm. "Unsere Schulen sind damit grundsätzlich gut aufgestellt und für die Zukunft gewappnet", betont Hestermeyer. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN