Schlammlawinen und Wasser im Keller Unwetter in Hagen beschäftigt Feuerwehr und Gemeinde auch am Montag noch

Von Frederik Tebbe


Hagen. Nach dem schweren Unwetter am Sonntagabend sind die Gemeinde Hagen und der Bauhof auch am Montag noch damit beschäftigt gewesen, die Schlammschäden zu beseitigen. Stand Montagabend werden die Aufräumarbeiten am Dienstag fortgesetzt werden müssen. Die Einsatzkräfte mussten am Sonntag zahlreiche Keller auspumpen.

Das schwere Unwetter am Sonntagabend hat die Gemeinde Hagen nicht verschont. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren Hagen und Niedermark mussten zwischen Ellenberg und Dreskamp, im Ortskern und im Schulzentrum Keller auspumpen, die mit Wasser oder auch Schlamm vollgelaufen waren. Die Straße im Dreskamp war mit einer Schlammschicht überzogen. Es gibt nach Angaben der Feuerwehr keine Verletzten. Zwischen 17 und 21 Uhr am Sonntagabend rückte die Feuerwehr Hagen mit Unterstützung von Einsatzkräften aus der Niedermark zu insgesamt 22 Einsätzen aus.

Im Schulzentrum ist Wasser in die Kellerräume geflossen. Nach Angaben von Ortsbrandmeister Heinz-Josef Wöhrmann standen dort große Flächen unter Wasser. Circa zwei Stunden benötigten die Einsatzkräfte, um die Räume auszupumpen. Es handelte sich dabei um den Tonkeller, in dem alte Elektrogeräte wie etwa Computer oder Bildschirme aufbewahrt werden, bevor sie zum Schrott gebracht werden. Insofern entstand laut Markus Hestermeyer von der Gemeinde Hagen kein großer Schaden. Zwar befindet sich im Keller auch ein hochwertiger Tonofen, diesen erreichte das Wasser jedoch nicht. (Weiterlesen: Unwetter in Osnabrück: Kinder aus Auto gerettet – Baum zerstört Dach)

Iburger Straße überflutet

Die Iburger Straße war im Ortskern überflutet und damit unpassierbar. Die Gullis liefen voll, das Wasser in den Straßen stand etwa 30 bis 50 Zentimeter hoch, wie Wöhrmann mitteilt. Nachdem die Gullis gereinigt wurden, floss das Wasser teilweise selbstständig wieder ab. Dadurch mussten auch hier Kellerräume abgepumpt werden.

Schlammlawine am Dreskamp

Am Dreskamp und der Brückenstraße ist es zu mehreren Einsätzen für die Feuerwehr und den Bauhof gekommen. Weil ein Rückhaltebecken überflutet wurde, kam es zu Schlammlawinen, die über die Straßen und in Keller hinein geflossen sind. Dies zog sich bis zum Mentruper Esch. Die Feuerwehr übernahm hier erste Maßnahmen und pumpte Keller aus. Der Bauhof machte mit Kehrmaschinen, Radladern und LKW die Straßen wieder weitgehend befahrbar oder sperrte sie ab. Hier waren sechs Leute bis etwa 22 Uhr im Einsatz, teilt Stefan Altevogt von der Gemeinde Hagen mit.

„Das Wasser kann trocknen“, sagt Wöhrmann. „Der Schlamm allerdings kriecht in jede einzelne Ecke und muss aufwendig beseitigt werden.“ Entsprechend beschäftigen die Schlammschäden die Gemeinde und den Bauhof auch noch am Montag und voraussichtlich Dienstag. „Die Schlammmassen müssen beseitigt, Lehmrückstände, soweit es mechanisch möglich ist, bereinigt werden“, so Altevogt. Zudem müssen auch die Gullis gesäubert werden.

Keine Verletzten

„Ich hoffe, dass die Leute nicht zu lange warten mussten“, resümiert Heinz-Josef Wöhrmann. Mit einer festen Besetzung nahmen die Einsatzkräfte Notrufe an. Circa 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die zu etwa gleichen Teilen aus der Feuerwehr Hagen und der Feuerwehr aus der Niedermark bestanden. Neben den vollgelaufenen Kellern beschäftigten die Einsatzkräfte auch umgestürzte Bäume. Die Feuerwehr hielt sich bis 21:30 Uhr bereit. Gegen 21 Uhr absolvierte sie die letzten Einsätze und musste auch am Montag nicht nochmal anrücken. „Glücklicherweise gab es nur Sachschäden und keine Verletzten.“