Immer auf Suche nach Spitzenpferden Dänisches Gestüt Helgstrand eröffnet Deckstation auf dem Sudenhof

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Pferdeleute: Ulf Möller (links) und Andreas Helgstrad auf der neuen Deckstation des dänischen Gestüts auf dem Sudenhof in Hagen. Foto: Harald PreuinPferdeleute: Ulf Möller (links) und Andreas Helgstrad auf der neuen Deckstation des dänischen Gestüts auf dem Sudenhof in Hagen. Foto: Harald Preuin

Hagen. „Wenn er ein tolles Pferd findet, ist ihm die Qualität wichtiger als der Preis“. Ulf Möller, er vertritt das dänische Gestüts Helgstrand Dressage in Deutschland, hält mit seiner hohen Meinung über seinen Chef Andreas Helgstrand nicht hinterm Berg. Auf dem Sudenhof in Hagen konnten sich jetzt Besucher vom Qualitätsbegriff des Dänen begeistern lassen.

Andreas Helgstrand (40) ist Dressurreiter und Besitzer eines Gestüts im dänischen Vodshav in der Nähe von Aalborg. Für den Aufbau seiner deutschen Dependance konnte er Ulf Möller (55) gewinnen, promovierter Tiermediziner, der seit 40 Jahre Erfahrung im Pferdegeschäft ist. Zuletzt war er fast 19 Jahre auf dem Hof Kasselmann mit seiner Frau Eva für Ausbildung und Vermarktung der Dressurpferde zuständig und bei der Internationalen Reitpferdeauktion PSI in Ankum tätig. Zu seinen größten reiterlichen Erfolgen zählt der Gewinn der Weltmeisterschaft 1999 mit Sandro Hit und 2002 mit Don Davidoff. Siebenmal siegte er im Deutschen Bundeschampionat.

Open House auf dem Sudenhof

Der Start für Helgstrand Germany mit einem Open House auf dem Sudenhof war die Hengstpräsentation des dänischen Gestüts, das in Hagen auch eine Deckstation betreibt. Als Leiter konnte Helgstrand Michael Schmidt gewinnen, der viele Jahre die größten Deckstellen des NRW Landgestüts in Warendorf leitete. Er gilt als ausgewiesener Fachmann für die Ausbildung von Hengsten und Sportpferden.

Für eine Deckstation fand Andreas Helgstrand in Hagen beste Bedingungen vor. Der Sudenhof hat eine pferdesportliche Vergangenheit seit 1977, nachdem der alte Hof als Reitstall umgebaut war. Bis 2014 beherbergte die Anlage auch eine Pferdeklinik mit den entsprechenden Operations- und Laborräumen, die seit Februar 2018 von der Deckstation mit EU-Anerkennung genutzt werden. Das ist eine der Voraussetzungen, um Samen weltweit exportieren zu dürfen.

„Gute und faire Arbeit“

Das Hauptziel der Arbeit sei, so Ulf Möller, nicht nur möglichst viele Stuten zu decken, sondern die sportliche Ausbildung der Hengste, um sie auf Turniere vorzubereiten. „Gute und faire Arbeit mit den Tieren, zeigt sich an der Samenqualität“, so Möller. Die Spermien werden nach dem Sprung auf die Phantomstute im Labor genau untersucht und aufgeteilt in acht bis zehn Portionen pro Tag und Erzeuger. Die Samen werden mit einer Nährlösung angereichert, so dass sie bis zu drei Tagen verwendet werden können.

Das Geschäft mit den Samen ist schnelllebig. Sobald in einem Kundengestüt eine Stute rossig wird, erfolgt der Anruf bei Helgstrand, wo der frischer Samen sofort auf den Weg geschickt wird. Das erfolgt in Spezialtransporten, um pünktliche Ankunft zu garantieren. Stuten sind nur alle 21 Tage empfängnisbereit. Helgstrands Hengste besamen auf diese Art und Weise 500 bis 700 Stuten im Jahr. Der Natursprung kann da nicht mithalten. In etwa 70 Prozent der Besamung entwickelt sich daraus gesunder Nachwuchs.

Züchtern, Interessenten und Pferdeliebhaber

Das Gestüt Helgstrand hat 25 Hengste im Portfolio, einige waren beim Open House zu sehen. Die etwa 700 Besucher, darunter neben Züchtern, Interessenten und Pferdeliebhabern auch Besitzer von Stuten, die die Hengste einmal live erleben möchten, bevor sie deren Samen kaufen. Denn so ganz billig ist das nicht, wenn der Vater eines künftigen Fohlens beispielsweise Revolution sein soll. Das ist der Premiumhengst, der im Herbst 2015 für 1,2 Millionen Euro in Helgstrands Gestüt wechselte. „Hochedel, elegant und mit drei erstklassigen Grundgangarten und einem super Temperament ist er ein moderner Sportler“, bewirbt das Unternehmen den Vererber, für dessen Spermaportion 1600 Euro fällig werden.

Begehrte Vererber

Neben den sieben Hengsten, die ihr Domizil in Hagen gefunden haben, präsentierte Helgstrand Dressage beim Open House vier weitere Vererber, die eigens aus Dänemark herangefahren wurden. Kein Wunder, dass die Werbung für die Veranstaltung auf fruchtbaren Boden fiel. Der Sudenhof liegt mitten im Zentrum der deutschen Pferdezucht. Ulf Möller: „Wir wollen eine größere Nähe zu den deutschen Züchtern haben“. Die Mitbewerber spornen ihn nur an: „Konkurrenz belebt das Geschäft“.

Möller ist nun für Helgstrand in der ganzen Welt auch auf der Suche nach neuen Spitzenpferden und soll in den USA einen Verkaufsstall für Spitzendressurpferde aufbauen. Darüber hinaus führt er auch Beratungen im In- und Ausland durch, um seine langjährige Erfahrung in der Ausbildung junger Dressurpferde weiterzugeben.


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